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Piz Materdell 2967 m - Engadin vom Feinsten


Published by Ivo66 , 13 July 2013, 20h43.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberengadin
Date of the hike:13 July 2013
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 6:45
Height gain: 1220 m 4002 ft.
Height loss: 1220 m 4002 ft.
Route:Plaun da Lej - Grevasalvas - Plaun Grand - Lej Nair - Südwestgrat - P. 2944 m - Piz Materdell P. 2967 m
Maps:1:25'000 Val Bregaglia

Der Piz Materdell ist der höchste Gipfel auf der Kette zwischen dem Piz d'Emmat Dadora am Julierpass und dem Piz dal Sasc, hoch über dem Bergell. Er wird sehr selten bestiegen und die Gründe dafür sind rasch ausgemacht: Lange, weglose Zustiege, oftmals über steile, lose Geröllhalden; ein brüchiges Zustiegscouloir zum mit viel Schutt bedecktem Grat und nicht minder brüchige Flanken beim Ausweichen der spitzesten Gratfelsen - und dazu: weit und breit kein einziges Bergrestaurant. Auch auf hikr.org fand der formschöne Berg bisher keinen Zuspruch - also nichts wie hin und Ausprobieren!

Hat man die viel befahrene Strasse am Silsersee verlassen, taucht man bereits nach etwa 50 Metern in eine wunderschöne Bergwelt ein, die einen den ganzen Tag begleitet und nirgendwo auch nur im Geringsten getrübt wird. Inzwischen ist auch im Engadin der Bergfrühling angekommen und dementsprechend blütenreich präsentierte sich der kurzweilige Aufstieg hinauf durch das perfekt erhaltene Bergdörfchen Grevasalvas und weiter sanft ansteigend zum herrlich gelegenen Bergsee Lej Nair.

Beim Bergsee verlässt man dann den markierten Bergwanderweg und sieht sich inmitten einer unvergleichlich schönen Engadiner Bergwelt, die für den Alpinwanderer keine Wünsche offen lässt. Etwas erkämpft werden will der Zustieg zum Südwestgrat aber schon; die steilen Geröllhalden verteidigen den Piz Materdell vor zu vielen Eindringlingen. Wenn man sich dann noch wie wir heute einen ordentlichen Verhauer leistet, wird das Ganze einerseits etwas ungemütlich und andererseits ziemlich zeitraubend. Viel zu früh peilten wir keuchend das vermeintliche Couloir an, welches uns zum Grat hinauf leiten sollte. Nach einigem Herumturnen in immer steileren Felsen von meist zweifelhafter Festigkeit erkannten wir unseren Irrtum und versuchten uns in der benachbarten Rinne - allerdings nicht mit mehr Erfolg. Also schlichen wir den Gratfelsen entlang - teils über steile Schneefelder - bis sich das am wenigsten abweisende Coulour doch noch vor uns öffnete.

Kurz vor Erreichen des Grats entdeckten wir das erste von wenigen Steinmännchen und stiegen in Richtung Gipfel weiter auf. Einige schöne Kletterstellen standen im Kontrast zu den vielen schuttigen Stellen, die es mit Konzentration und Vorsicht zu queren galt. Nach über 4 Stunden Aufstieg erreichten wir dann nach dem Vorgipfel den höchsten Punkt auf dem Piz Materdell, der sich oben noch recht winterlich präsentierte.

So zeitraubend sich der Aufstieg gestaltete, so rasch brachten wir den Abstieg hinter uns, die Schneefelder geschickt zum raschen Absurfen ausnutzend. Nun galt es nochmals: Tief durchatmen und das Engadin mit seiner ganzen Schönheit aufsaugen - purer Genuss heute. Anzumerken gilt, dass von nun an der Zustieg zum Piz Materdell von Tag zu Tag kraftraubender wird, da die Schneefelder nun langsam zu schmelzen beginnen.

Auch im Engadin hat der lange Winter bzw. der zum Winter mutierte Frühling 2013 seine Spuren hinterlassen: So ist z. B. der einfache Zustieg zum Piz Grevasalvas im weiteren oberen Teil noch komplett schneebedeckt (Spuren vorhanden). 

Routenbeschreibung:

Plaun da Lej - Lej Nair (T2)

Von Plaun da Lej am Silsersee folgt man dem Fahrsträsschen nach Grevasalvas und dort weiter dem Bergwanderweg, welcher in Richtung Piz Grevasalvas stets ausgeschildert ist. Man erreicht nach einem steileren Aufstieg auf gutem Weg den Lej Nair.

Lej Nair - Piz Materdell (T5)

Vom Lej Nair folgt man weglos (keine Spuren, kaum Steinmänner) über grasdurchsetztes Geröll in nordöstlicher Richtung. Man erkennt schon vom See aus die steile, markante Geröllhalde, welche vom Fuss des Piz Materdell hinunterzufliessen scheint. Diese peilt man an und steigt am bequemsten rechts davon in Schrofen- und Grasgelände Richtung Gipfelfelsen hinauf. Man quert allmählich - noch unter den steilen Geröllhalden an den Gratfelsen - links in einer gut ausgeprägten Mulde. Erst nach einer kurzen ebenen Strecke steigt man über Geröll (von Vorteil über Schneefelder sofern noch vorhanden) zu den Gratfelsen hinauf. Eine wenig ausgeprägte Rinne mit viel losem Gestein leitet zum Grat hinauf.

Auf dem Grat hält man sich zunächst eher in der Nordseite, wo man bald eine ziemlich steile Rinne anpeilt (Stelle II). Am Ende derselben erblickt man erstmals auf dem Grat den Vor- und den Hauptgipfel. Der Grat wird dann für kurze Zeit wieder ausgesetzt, ist aber dank guter Felsen gut begehbar (I). Eine sehr exponierte Einsenkung kann man auf der Südseite in recht gutem Fels umgehen (I). Der Schlussaufstieg über den Vorgipfel zum Hauptgipfel ist vorwiegend Gehgelände mit einzelnen einfachen Kletterstellen (I).

Hike partners: Ivo66, Lena


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