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Karlspitzen-Fleischbank-Christaturm


Published by RossiS , 13 July 2013, 19h27. Text and phots by the participants

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Kaiser-Gebirge
Date of the hike:12 July 2013
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Height gain: 1600 m 5248 ft.
Height loss: 1600 m 5248 ft.
Route:13 km
Access to start point:Über Kössen nach Griesenau und dann die Mautstrasse (3 €) zum Parkplatz Grieseneralm
Accommodation:Stripsenjochhaus
Maps:AV Nr.8 Kaisergebirge

Nach fast einjähriger Abstinenz heute zum zweiten Mal innerhalb nur einer Woche im Wilden Kaiser unterwegs. Nachdem ich letztes Wochenende mal wieder dem Ostkaiser einen Besuch abgestattet habe ging es heute ins Herz des Wilden Kaisers das für mich bis dato völliges Neuland war. Umso mehr gespannt und voller Vorfreude war ich auf die Runde. Auf dem Papier las sich alles ganz wunderbar - wie es tatsächlich werden würde sollte sich herausstellen.

Um halb Acht gingen wir frohen Mutes am Parkplatz Grieseneralm los Richtung Stripsenjochhaus wählten dann aber nach ca. 20 min den unbezeichneten aber gut sichtbaren Direkteinstieg in die Steinerne Rinne. Dazu biegt man im Geröllkar unter der SR links ab und hält sich rechtsseitig aufwärts bis zum Wandfuß. Hier zieht eine Rampe (I-II) von links nach rechts hinauf und stößt dann wieder auf den Eggersteig. Diesen gut ausgebaut und teilweise versichert hinauf zum Ellmauer Tor. Oben sind noch einige Schneefelder zu queren aber rel. weich und gut zu gehen. Die Szenerie in der Steinernen Rinne ist beeindruckend! Überall senkrechte Wände die in den Himmel ragen. Ein paar Nebelfetzen treiben herum und einige Kletterer hängen wie Ameisen in den Wänden und kriechen langsam nach oben.
Nach kurzer Foto- und Brotzeitpause gehen wir weiter Richtung Karlsspitzen. Der Steig ist dank neuer Markierungen sehr gut zu finden und in den Schlüsselstellen stecken großzügig Eisenkrampen.  Über einem hängt bedrohlich ein riesiger dreieckiger Überhang - das sogenannte Bügeleisen.
Bald sind wir am Grat angekommen und wenden uns erst der Vorderen Karlspitze zu. Die ist über einen kurzweiligen Grat mit leichten Kletterstellen schnell erreicht. Es bläst ein frischer Wind und so gehen wir ziemlich bald weiter zur Hinteren Karlspitze. Dazu am Grat zurück und an der Abzweigung nach unten vorbei weiter am Grat bis zum Kreuz. Die (Nah-)blicke auf alle Seiten sind toll wenn auch immer mal wieder durch Nebel eingeschränkt. Der Stimmung tut das aber keinen Abbruch. Im Gegenteil!
Hier machen wir ausgiebig Mittag bevor der spannende Teil der Tour ansteht.

Vom Gipfelkreuz sind wir dann ca. 200m dem Nordwestgrat bis zu einem kleine Grasplateau gefolgt und dann Rechts in die Nordflanke traversiert. Diese wird weglos immer leicht absteigend gequert bis man kurz oberhalb einer großen Geröllterrasse (im Moment noch Schneefeld) ankommt. Von dieser (oder wie wir leicht oberhalb) weiter nach Rechts queren bis man auf einen (vom Schneeloch kommenden) mit Steinmännern markierten Steig trifft. Auf diesen kurz hinauf zur Fleischbankscharte. 
Die Flanke ist sehr gut strukturiert und wohl auf viele Weisen zu durchqueren. Je nach Routenwahl I-II aber sehr brüchiges Gestein. Vorsicht auf Steinschlag!

Von der Scharte geht es auf der Westseite der Fleischbank in die Schöllhornrinne und in dieser (IIer Stellen, ca. 20 min) hinauf zum Gipfel. Ein schöner Berg! Tief sind die Blicke in die Steinerne Rinne und spektakulär die benachbarten Felszacken und Gipfel. Besonders der Predigtstuhl mit seinen senkrechten Westwänden steht zum Greifen nahe gegenüber. Beeindruckend!
Vom Gipfel seilen wir über zwei kurze Stellen ab und stehen so bald wieder unten in der Schate.

Nächstes Ziel: Christaturm.
Nach einem kurzen Verhauer zu weit nördl. haben wir bald die richtige Rinne gefunden über die es in schofigem Gelände bis kurz unter den Gipfelblock geht. In einem schmalen Kamin geht es die letzen 15m kletternd bis zum Kreuz. Eine Stelle III-. Der Blick geht nochmal hinüber zur Fleischbank in deren Ostwand  gerade ganz nah eine Seilschaft im scheinbar grifflosem, glatten Fels hängt. Wow!

Nun beginnt das Abseilen. Erst kurz wieder hinunter in die Scharte und dann folgen wir den deutlichen Pfeilen und roten Punkten zur Abseilpiste hinunter in die Steinerne Rinne (Herrweg). Wegen Stau und Seilverklemmer bauchen wir fast doppelt so lang wie gedacht. Noch einmal ist volle Konzentration gefordert. Es wird kalt und wir wollen nur noch runter. Neidisch blicke ich auf die 60m Abseiler die locker an uns vorbeiziehen. Wir mit unserem 2x 30m Seil müssen jede Abseilstelle nutzen und brauchen dementsprechend lange. Aber irgendwann ist auch das geschafft und nach ein wenig Geröllsurfen stehen wir glücklich wieder auf dem Eggersteig etwas unterhalb des Ellmauer Tors.
Abstieg wie Aufstieg.

Eine Super Tour! Ein bisschen Abenteuer und tolle Gipfel in wunderschöner Kulisse!
Schee war's!

Ausrüstung: Helm, Gurt, Seil (min. für 30m Abseilstrecke), Abseilzubehör. Anker sind eingerichtet.


Anmerkungen vom Chiemgauer:
Abstieg von Karlspitzen zur Fleischbank vom Gelände her wie Aufstieg Normalweg, allerdings um ein zigfaches brüchiger. Daher T5/II(Stelle) mit zahlreichen Ier-Stellen.
Schöllhornrinne mit der Schlüsselstelle gleich zu beginn. Fast griff- und trittlos gilt es sich nach oben zu stemmen. Mir kam es nicht mehr wie eine zwei vor und hatte extrem damit zu kämpfen. Die Rinne an sich T4/II.
Aufstieg Christaturm I bis II bis zur Schlüsselstelle Einstieg Schlusskamin (drei Meter III-), der mir aber leichter vorkam. Gelände hier T5-.
Seilfrei (für mich sicher nicht mehr machbar) macht die Runde wohl nur in die andere Richtung Sinn. Dann dürfte gleich zu Beginn des Herrweg (zweite und dritte Abseilstelle von unten gesehen) mit mind. T6-/III die Schlüsselstelle sein. Oben raus wird es dann etwas einfacher.

Hike partners: Chiemgauer, RossiS


Minimap
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Geodata
 16750.gpx Aufstieg zur Vorderen Karlspitze
 16751.gpx Gart zur Hinteren Karlspitze
 16752.gpx Abstieg zur Fleischbank (Daten mit einigen Fehlern)
 16753.gpx Abstieg über Christaturm (Daten mit einigen Fehlern)

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