Start in die Kraxelsaison am Moléson und Dent de Lys


Published by TeamMoomin , 11 June 2013, 22h53.

Region: World » Switzerland » Fribourg
Date of the hike: 7 June 2013
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Via ferrata grading: D-
Waypoints:
Geo-Tags: CH-FR 
Time: 7:30
Height gain: 1200 m 3936 ft.
Height loss: 1650 m 5412 ft.

Endlich endlich kommt der Sommer und der Schnee rückt immer in höhere Gefilde, dass wollte ich natürlich sofort ausnützen daher beschloss ich wieder mal eine Kraxeltour zu machen und die zuerst noch mit einem Klettersteig zu kombinieren, auf ins Waadtland...

Nach einer Zugs-Odysee, bei der ich in Bulle auhc noch einen Anschlusszug verpasste und dort noch eine Stunde warten durfte, gelang ich endlich um viertel vor Elf mit der Zahnradbahn in Plan Francey an. Bei schönem Wetter lief ich frohen Mutes los und machte mich auf zum Einstieg an den Klettersteig des Molésons zu gelangen.

Momentan ist der Zustieg noch nicht geräumt und man muss einige kleinere Schotter und Altschneelawinenkegel überkraxeln um an den EInstieg des Klettersteigs zu kommen, dies sollte aber bei einem einigermassen geübten Berggänger kein Problem darstellen.

Beim Einstieg hies es dann Klettergurt, Klettersteigset, Helm etc. anziehen und los hings. Ich wählte denn linken (Le Pillier) etwas weniger schweren Weg da ich dieses Jahr weder einen Klettersteig noch sonst Klettern war es sollte also eine Aufwärmung sein.

Nach einigen Aufstiegsmetern gehts dann zuerst einem wunderbaren Felsband entlang bevor man dieses an der Kante des Berges wieder verlässt. von da an gehts ziemlich steil hinauf, teilweise senkrecht oder gar etwas überhängend, was aber aufgrund er reichlich verankerten Tritte und Griffe und vielrorts gutem griffigem Gestein welches auch sehr gute Griffe bietet gar nicht so wild ist.

Einzig etwas Armkraft wird hier gefordert und an den Senkrechten Stellen war ich doch froh um die Hilfen da ich hier ohne nicht hochgekommen wäre.

So vergeht die Zeit schnell und bald schon befinde ich mich auf dem Zwischenabschnitt wo sich auch das Wandbuch befindet, bzw. die Wandbüchse mit vielen Zetteln drin ein Wandbuch fehlt. Hier machte ich eine kleine Pause ass und trank etwas und schaute etwas den grossen roten AMeisen und Ihrem Treiben zu.

Danach gings an die zweite Etappe welche wieder mit grösstenteils Senkrechten Passagen aufwartet, aber auch teilweise sehr schöne Querungen bietet bei den man sehr viel Luft unter den Füssen hat.

Kurz vor dem Schluss gelangt man nochmals auf ein breites Band bevor es im letzten Stück senkrecht zum Ausstieg geht.

Hier kommt dann auch wieder die zweite Route (La Face) mit der ersten zusammen und ein gemeinsamer Weg führt zum Gipfelkreuz des Petit Moléson. Nun gehts noch über einen schmaeren Grat und schon stehe ich auf dem Hauptgipfel des Moléson.

Ein schöner Klettersteig wars und ich freue mich meine leichte Höhenangst ein weiteres mal bezwungen zu haben bzw. einen weiteren Schritt gegangen zu sein. Bei einem gemütlichen Essen geniesse ich das tolle Panorama welches man hier oben geboten bekommt. Und wieder einmal muss ich feststellen, dass es in den Freiburger/Waadtländer Alpen viele tolle Zacken gibt wenn es nur nicht so weit von Basel wäre...

Frisch gestärkt mache ich mich etwas später auf alles dem Grat entlang hinüber zum Teysachaux zu wandern. Nach einem kleineren Abstieg gehts zuerst alles mehr oder weniger eben hinüber bevor kurz vor dem Gipfel nochmals ca. 200 steile Höhenmeter zu bewältigen sind. Mit einem etwas erhöhten Puls lege ich aber auch die schnell zurück und gelange so bald auf meinen zweiten Gipfel.

ACHTUNG: Dieser Aufstieg kann bei Nässe doch zielich rutschig sein und sollte dann mit der entsprechnden Vorsicht begangen werden.

Am Gipfel beobachte ich bei einer weiteren Pause einen dramatischen Kampf zwischen einer Ameise und einer Mücke, wobei die Mücke es im letzten Moment dann doch noch schafft zu entkommen bevor sie in den Bau gezerrt wird, schon interessant was man alles so beobachten kann.

Erstmals lasse ich jetzt auch meinen Blick hinüber zu meinem dritten Wunschziel für heute schweifen dem Dent de Lys. Der Direktanstieg welcher Zaza beschrieben hat sieht echt happig aus und dass es noch Restschneefelder im Hang hat gefällt mir nicht aber schauen wir es mal aus der Nähe an denke ich mir noch.

Als ich dann unten beim Grataufstieg stehe ist klar, dass es für mich zu heikel ist, die ganzen Grasaufschwünge sehen sehr steil aus (wirklich T6!!!) und ausserdem ist das Gras vielerorts noch nass und der Boden rutschig daher verwerfe ich die Idee eines Direktaufstieges sofort. Also mache ich den Umweg über das Col de Lys und nehme von dort aus den Kettenweg zum Gipfel hinauf.

Die Ketten selbst braucht man eigentlich gar nicht da der Fels super Griffe bietet und das Grass hier auf der Südseite einigermassen trocken ist. So erreiche ich dann nach diesem Umweg dann doch noch den Gipfel, da ich aber erst um 11 gestartet bin ist es doch schon ziemlich spät (ca. 5 Uhr).

Trotzdem lasse ich mir meine Pause und das geniessen des tollen Panoramas nicht nehmen, endlich durfte ich wieder mal eine tolle Sommertour machen mit Klettern, Kraxeln, Fels und Gras unter den Füssen und das bei gutem Wetter und angenehmen Temperatruren, herrlich!!!

Danach ging ich direkter Linie hinunter bis ich dann auf ca. 1500m wieder auf den Wanderweg traf, von da an lief ich gemütlich hinunter nach Montbovon von wo aus es dann wieder nach Hause ging.

Fazit: Der Klettersteig zum Moléson ist echt toll vorallem die senkrechten Passagen und die Querungen mit sehr viel Luft unter den Füssen machen grossen Spass. Etwas Armkraft und Erfahrung sollte man aber umbedingt mitbringen da man sich doch vorallem in den senkrechten Stücken oft hochziehen muss. Der Weg zum Col de Lys hinüber ist ganz nett aber nach dem Abstieg vom Teysachaux müsste die Asphaltstrasse echt nicht sein. Und zu guter letzt der Aufstieg zum Dent de Lys bietet alles was eine schöne einfache Kraxeltour zu bieten soll, einzig die viel gerühmten Narzissen an diesem Berg konnte ich leider nirgends sehen. Als Kombination sollte man einfach auch noch die nötige Kondition mitbringen damit diese ca. 7-8h Tour nicht zum Krampf wird.

Hike partners: TeamMoomin


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