360° Euthal


Published by Bergamotte Pro , 23 December 2012, 15h47.

Region: World » Switzerland » Schwyz
Date of the hike:22 December 2012
Ski grading: PD+
Waypoints:
Geo-Tags: CH-SZ   Etzel-Aubrig-Kette   Zürcher Hausberge 
Time: 5:15
Height gain: 1125 m 3690 ft.
Height loss: 1125 m 3690 ft.
Maps:236S

Im Winter bietet die Region Einsiedeln eine Unmenge an kurzen Genusstouren, welche sich nach Belieben zu grösseren Unternehmen kombinieren lassen. Gewisse Bekannheit geniessen beispielsweise die Überschreitung Alpthal West oder die *Umrundung des Grossen Runs, die bei guten Schneebedingungen zu sanften Skiwanderrouten von fast meditativem Charakter werden.

Beim Kartenstudium sticht mir eine weitere Kombitour geradezu ins Auge: die Umrundung des Euthaler Kessels. Über weite Strecken bewegt man sich über sanfte Hügelzüge, doch im Gegensatz zum Grossen Runs steht mit dem knackigen Aufstieg zum Chli Aubrig ein besonderer Leckerbissen bereit. Dieser markiert zugleich Streckenhälfte und -höhepunkt. Wen mehrmaliges An- und Abfellen (oder Fellabfahrten) nicht stören, findet in 360° Euthal eine lange Genusstour, deren Einsamkeit nur um den Aubrig kurz gestört wird.

Die Euthaler Rundtour lässt sich in beide Richtungen absolvieren. Ich entscheide mich heute für den Uhrzeigersinn, um den Südhang am Sattelchöpfli frühmorgens im Aufstieg zu begehen und zum Abschluss in den Genuss der Steilabfahrt vom Stockrain zu kommen. Einen guten Blick auf die gesamte Route findet Ihr hier.

Wer mit dem Auto anreist, findet in Euthal (892m) bei der Glassammelstelle (wenige 100m dem Eubach aufwärts) wenige Parkplätze. Gleich ennet des Bachs beginnt der Aufstieg über P. 968 Richtung Sattelchöpfli, eine schöne Kurztour für kritische Lawinentage. Die Schneedecke auf den Alpweiden ist im Moment noch intakt, trägt aber nicht besonders gut. Bloss die letzten Meter aufs Sattelchöpfli (1316m) sind steil und erfordern eine Spitzkehre. Von oben geniesst man einen schönen Blick in beide Richtungen des Sihltals.

Nach diesem Erstaufstieg beginnt der lange Marsch über die Euthaler Hügelkette. Kurzes Abrutschen mit Fellen (es werden viele folgen) und im Bereich des Sommerwegs weiter nach Egg. Wer mag, fellt hier ab und fährt bis zur Alp Chleriweid ab - ich wähle die Fellabfahrt. In absoluter Einsamkeit lege ich meine Spur in unberührten Schnee und ziehe ohne grosse Höhenmeter nach Stöfeli (1299m). Ab hier bis auf den Stockrain bewegt man sich durch Wildschongebiet, weshalb man sich an die eingezeichneten Routen halte.

So folge ich R. 221a, welche in direkter Linie (also nicht über den Sommerweg, sondern dem Waldrand entlang) auf die unspektakuläre Büelhöchi (1425m) führt. Der Chli Aubrig scheint hier bereits zum Greifen nahe, doch vorher gilt es die Steiltraverse an den Fuss des Gipfelhangs zu begehen (bis 40°). Eigentlich hatte ich an dieser Stelle mit einer Armada von Türlern gerechnet, doch es herrscht absolute Stille und frische Spuren fehlen. Eigenartig. Das Rätsel löst sich erst weiter oben, als ich bei Wildegg zahlreiche Tourengänger entdecke. Offenbar wird für den Aufstieg ab Euthal auch gerne die Variante über den Sommerweg gewählt.

Immerhin schaff ich es als erster heute auf den Chli Aubrig (1642m). Nach dem meditativen Dahinschreiten kommt mir die anstrengende Spurarbeit nicht ungelegen. Oben hält sich die Gemütlichkeit in Grenzen, denn das Wetter schlägt um. Also kurze Abfahrt via Wildegg (1509m) an den Fuss des Nüssen (1529m). Von letzterem wenige Höhenmeter runter zur Alp Salzläcki (1440m) und wieder rauf auf die Rosenhöchi (1507m).

Spontan entscheide ich mich abzufellen. Tatsächlich findet sich in der kurzen Abfahrt nach P. 1412 noch Pulverschnee, der einzige des Tages. Nun wird's vorübergehend etwas mühsam, weil das Gelände stark abflacht. Entweder setzt man auf Stockeinsatz oder fellt nochmals an. Spätestens vor Vorder Wisstannenweid (1359m) müssen die Felle auf jeden Fall rauf, um den kurzen Aufstieg zum Stockrain (1412m) - dem letzten Hügel des Tages - zu absolvieren.

Nun folgt die Abfahrt zurück nach Euthal. Tipp: Felle bis aufs nahe Flüechrüz drauf lassen, denn dieses lässt sich nicht so einfach umfahren, wie die LK vermuten lässt. Anschliessend wandern die Dinger aber endgültig in den Rucksack. Aufgrund der Schneequalität läuft die Abfahrt leider unter dem Motto "Hauptsache runter". Das gilt auch für die steile Chalberstock Schneise, welche bei guten Verhältnissen wohl Vergnügen pur bietet. Den Chalberstock selber umgeht man auf der rechten (östlichen) Seite auf dem Waldweg. Unten im Tal kann ich über die verschneiten Wiesen fast bis zum Parkplatz fahren und stöckeln.


Zeiten
1:00  Sattelchöpfli
1:00  Büelhöchi
1:00  Chli Aubrig
0:50  Nüssen - Rosenhöchi
0:50  Stockrain
0:35  Euthal

Hike partners: Bergamotte


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