Mutschen (2122 m) und VIII. Kreuzberg 2056 m - Ein sonniger Südaufstieg zum südlichsten Kreuzberg


Published by Ivo66 , 28 September 2012, 20h56.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike:28 September 2012
Hiking grading: T5+ - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: Alpstein   CH-SG   CH-AI 
Time: 6:45
Height gain: 1560 m 5117 ft.
Height loss: 1560 m 5117 ft.
Route:Wildhaus - Schönebode - Oberhag - Oberwis - Gazolf - Sess - Fälen - P. 2048 m - Mutschen - VIII. Kreuzberg - Mutschensattel (- Roslenfirst) - Gruebe - Teselalp - Flürentobel - Wildhaus

Mitunter kennzeichnend für die 8 Kreuzberge sind die senkrechten Felswände und die darunter liegenden steilen Grasflanken, welche ins flache St. Galler Rheintal abfallen. Es war Zeit, wieder einmal von der Rheintaler Seite in den Alpstein aufzusteigen. Auf meiner kürzlichen Tour   im Alleingang begeisterte mich der VIII. Kreuzberg, der südlichste dieser Bergkette, dermassen, dass ich ihn zu meinem Lieblingsberg im Alpstein erkoren habe. Diesmal schloss sich auch Lena an, und als sich am Vorabend noch marmotta anmeldete, ebenfalls ein Kreuzbergerprobter , war das Unternehmen "Besteigung des VIII. Kreuzbergs von der Rheintaler Seite" aus, perfekt. marmotta brachte bei der telefonischen Tourenplanung eine interessante Aufstiegsvariante von Wildhaus aus ins Spiel, welche wir dann auch begingen. Dies ersparte einiges an Höhenmeter im Vergleich zur längeren Variante von Gams aus.

Der Aufstieg durch die steile Südostflanke gestaltete sich äusserst abwechslungs- und vor allem aussichtsreich. Das Spiel der Restwolken vom frühen Morgen, die aus dem Nebel aufgingen, unterstrich zusätzlich die tollen Ausblicke über das Rheintal und die Berge Österreichs, Liechtensteins und Graubündens. Auch die markante Alvierkette kämpfte mit den vielen Wolken, die sich auch um die Kreuzberge herum erfahrungsgemäss ziemlich oft bilden.

Nachdem wir den Mutschen erreicht hatten und ziemlich direkt zur Scharte vor den Kreuzbergen abstiegen, zeigte sich der Himmel wieder mehrheitlich blau und auch auf dem VIII. Kreuzberg konnten wir immer noch viel Sonne geniessen. Meine Befürchtung, der Zustieg durch die schattigen Schluchten und Rinnen, könnten von den gestrigen Regen- und Schneefällen noch nass und somit kaum passierbar sein, erwies sich als unbegründet. Die Felsen waren ausserdem nicht einmal besonders kalt, so dass dem Klettervergnügen nichts im Wege stand.

Kaum hatten wir die anspruchsvollen Stellen im Abstieg vom VIII. Kreuzberg hinter uns, nebelte es uns regelrecht ein. Es wurde unangenehm kühl und über den Mutschensattel blies ein zügiger Wind. Auf dem Roslenfirst angekommen, zeigte sich, dass die Nebelgrenze fast erreicht war, weshalb sich marmotta entschied, Richtung Zwinglipass weiterzugehen und einen individuellen Abstieg zu unternehmen. Lena und ich kämpften uns durch den Nebel über die Teselalp nach Wildhaus hinunter, wobei das Wetter schon bald wieder freundlicher wurde. 

Wieder ist ein unvergesslicher Tag im Alpstein zu Ende gegangen. Der VIII. Kreuzberg faszinierte auch Lena, weshalb wir gerne wieder hier hinauf zurückkehren werden.

Routenbeschreibung:

Wildhaus - Sess - Mutschen (T3, oberer Teil ab Fälen T4):

Von Wildhaus wanderten wir an der Talstation Gamplüt vorbei auf einem Teersträsschen, den Badesee links liegen lassend. Vorbei an verschiedenen Bauernhöfen bogen wir nach Ebenboden kurz vor einem Waldstück links ab und stiegen zunächst auf einem Strässchen, später fast weglos aber entlang von Wanderwegmarkierungen, die sanften Hänge auf, wo wir über Eggli die beiden Hütten von Oberwis erreichten. 

Von Oberwis stiegen wir auf teils deutlichen Wegspuren in einem Linksbogen auf, wo wir bald eine etwas eigenartige Konstruktion - ein Dach direkt am Boden (vermutlich eine Jauchegrube) erreichten. Unmittelbar dahinter setzt eine deutliche Wegspur etwas unterhalb von Sträuchern ein, der wir ohne Höhengewinn folgten. Durch etwas Wald erreichten wir offenes Gelände. Den Felswänden entlang traversierend erreichten wir bald den Einstieg des deutlichen und gut ausgebauten Wegs zur Hütte von Sess: Der Aufstieg, zum Teil auch bestehend aus Holzstufen, führt zunächst durch eine markante Rinne ziemlich steil hoch. Der Weg bleibt bis zur Hütte von Sess stets deutlich, ist aber nicht markiert.

Von Sess quert man auf deutlichen Wegspuren steile Bergflanken und trifft nach einer weiteren Querung auf die blauen Markierungen, welche in der Folge die Route hinauf zum Mutschen bestens signalisieren. Die Schafpfade sind oft deutlicher, weshalb es gilt, wirklich immer den üppigen Markierungen zu folgen. Im oberen Teil wird das Gelände sehr steil, es sind aber stets gute Pfadspuren vorhanden. Der Schlussaufstieg zum Mutschen erfolgt über den Grat.

Mutschen - Einstieg VIII. Kreuzberg (T4)

Vom Mutschen folgten wir noch etwas dem Grat Richtung Kreuzberge, den wir aber bald verliessen und über steiles Gelände aus Gras und Moos nach links abstiegen und eine Steilstelle relativ weit links umgingen.

Wir folgten dann auf recht guten Wegspuren dem markanten Grasgrat, der zu den Kreuzbergen hinüberführt bis zum ersten felsigen Aufschwung, vor dem wir nach rechts die steilen Grashänge auf Spuren hinabstiegen. Dort entdeckt man bald die markante Rinne, durch welche man aufsteigt.

Aufstieg zum VIII. Kreuzberg (T5+, II bzw. II+, je nach Aufstiegsvariante)

Die Rinne teilt sich bald in zwei Zweige, wobei man durch den rechten aufsteigt. Letztes Mal bin ich kurz nach dem Einstieg in die rechte Rinne über einen kurzen Überhang (II+) hinaufgeklettert (siehe auch hier ). Dieses Mal wählten Lena und ich eine etwas einfachere Variante, indem wir den Aufstieg durch die rechte Rinne in gerader Richtung fortsetzten. Dieser Absatz, etwas mehr als 10 Meter hoch, ist steil und wird gegen oben zuletzt fast senkrecht, weist aber sehr gute Tritte und Griffe in bestem Fels auf (II). Wir begingen sie auch im Abstieg. Oberhalb der Steilstufe ist ein Bohrhaken angebracht. 

Nach dem Ausstieg aus dieser Schlüsselstelle steigt man durch die schuttgefüllte, breite Rinne weiter hoch und steht bald vor einer steilen Felswand, an welcher links und rechts je eine Rinne vorbei hinaufführt. Wir wählten die Linke, welche einen Aufstieg in gutem Fels ermöglicht. Die Scharte zwischen dem VII. und VIII. Kreuzberg ist bald erreicht.

Von dieser Scharte erreicht man über Schrofen ein kurzes Grätchen und steigt über ein ausgesetztes, aber gut begehbares kurzes Felsband zum markanten Kamin auf, der den Schlussaufstieg zum Gipfel des VIII. Kreuzbergs ermöglicht. Zwei steile Stellen II.

Hike partners: Ivo66, marmotta, Lena


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T5 II
28 Sep 12
Eine kleine Runde im Alpstein... · marmotta

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