Überschreitung Gmeinenwishöchi (1818 m) - Neuenalpspitz (1816 m)


Published by Ivo66 Pro , 10 June 2012, 20h13.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike:10 June 2012
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: Alpstein   CH-SG 
Time: 4:00
Height gain: 800 m 2624 ft.
Height loss: 800 m 2624 ft.
Route:Scharten - Böstritt - Oberstofel - Tal - Gmeinenwis - Gmeinenwishöchi - Neuenalpspitz - Hoor - Oberstofel - Böstritt - Scharten
Maps:1:25'000 Blätter "Nesslau" und "Walensee"

Der Neuenalpspitz und die Gmeinenwishöchi bilden das westlichste Gratstück der nördlichen Alpsteinkette. Hier beginnt oder endet also der Alpstein, das prächtige Voralpengebirge in der Ostschweiz, welches auf die Kantone Appenzell A. Rh. und I. Rh. sowie St. Gallen verteilt ist.

Die Gmeinenwishöchi, die höchste Erhebung im Grat zwischen dem Neuenalpspitz und dem Windenpass, ist im SAC-Clubführer noch nicht als eigenständiger Gipfel aufgeführt. Auch in der 1:25'000-Landkarte, Ausgabe 2010, fehlt sein Name. Dies dürfte sich demnächst ändern, scheint sich doch sein Name entsprechend verbreitet haben. 

Die Überschreitung des Grats - sie könnte problemlos auch weiter ausholend über den Windenpass her erfolgen - ist in jedem Fall eine empfehlenswerte, attraktive Gratwanderung. Bei trockenen Verhältnissen ist die Begehung des durchgehenden und markierten Pfads für trittsichere Bergwanderer ein Genuss; eine etwas ausgesetzte Stelle ist mit einem Drahtseil gesichert. Bei nassen Verhältnissen, wie wir sie heute antrafen, ist erhöhte Vorsicht am Platz; die vielen erdigen Tritte werden dann ziemlich glitschig. Ab und zu ist aber auch bei trockenem Untergrund der Einsatz der Hände erforderlich; bei zwei, allerdings kurzen, Stellen kann sogar von etwas Kletterei gesprochen werden. Exponiertere Gratabschnitte werden auf guten Pfaden umgangen.

Auch landschaftlich ist die Tour äusserst reizvoll; auf der einen Seite liegen die grünen Hügel des Toggenburgs und auf der anderen eben das malerische Alpsteingebirge. Ausserdem bewegt man sich in einem für Alpsteinverhältnisse wenig begangenen Gebiet. Heute etwa sind auf der ganzen Tour keinem Menschen begegnet, was aber auch damit zu tun hatte, dass viele Leute bei solchen eher unfreundlichen Wetterverhältnissen keine Bergwanderungen unternehmen.

Beeindruckend ist auch die unglaubliche Vielfalt an Bergblumen. Die Wiesen sind in wahre Farbpaletten verwandelt worden. Auch an einem wolkenverhangenen Tag wie heute ist es ein tolles Erlebnis, in den Bergen unterwegs zu sein.

Routenbeschreibung:

Scharten - Risi (Böstritt) - Oberstofel (T2)

Von Scharten (Wegweiser) steigt der Wanderweg durch den Wald an und erreicht in einigen Kehren das Alpgelände bei Risi. Man folgt dort dem Fahrsträsschen weiter Richtung Oberstofel (also nach links abzweigen).

Oberstofel - Tal - Gemeinenwieshöchi (T3)

Man folgt immer den Wegweisern Richtung "Gmeinenwis". Kurz nach der Alphütte "Oberstofel" bei P. 1447 zweigt ein Fahrsträsschen nach links ab (kein Wegweiser!), dem man folgt und auf welchem man bald die Hütte "Tal " erreicht. Hier setzt der Bergwanderweg ein (weiss-rot-weiss markiert).

Auf einer Höhe von ca. 1700 m weisen die Markierungen nach links zur Grathöhe. Wir folgten hier den älteren Markierungen weiter gerade aufsteigend bis zu den beiden Alphütten "Gmeinenwis". Hier folgten wir weglos dem breiten, einfach zu begehenden Grat rechterhand, welcher direkt zum Gipfel der Gmeinenwishöchi hinaufführt.

Gmeinenwishöchi - Neuenalpspitz (T3)

Von der Gmeinenwishöchi folgt man der markierten Spur in westlicher Richtung hinunter zu einer Scharte und von dort weiter der Grathöhe entlang (Wegweiser "Neuenalpspitz". Der Pfad weicht exponierten Gratstellen stets aus, zwei einfache Kletterstellen sind zu bewältigen in tadellosem Fels (I). Eine kurze exponierte Stelle ist mit einem zuverlässigen Drahtseil gesichert.

Nach einigem Auf und Ab steigt der Pfad recht steil an und erreicht den Gipfel des Neuenalpspitzes. In umgekehrter Richtung hätte ich den Abstieg vom Neuenalpspitz Richtung Gemeinenwishöchi bei den heute nassen und schmierigen Verhältnissen nicht unbedingt unternehmen wollen.

Neuenalpspitz - Oberstofel (T3)

Die Gratüberschreitung wird auf dem Neuenalpspitz fortgesetzt. Es folgt ein steiler Abstieg. In der Folge wird das Gelände auf dem Grat wieder flacher. Vorbei an der Alphütte "Hoor" erreicht man das Fahrsträsschen, welches nach Oberstofel führt.

Oberstofel - Scharten (T2)

Auf der vom Aufstieg bekannten Route geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Hike partners: Ivo66, Lena


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Comments (7)


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countryboy Pro says: Ein Frühling&Sommer...
Sent 10 June 2012, 21h58
...der wettermässig bisher viel zu wünschen übrig lässt. Deine bereits zahlreichen Touren und Berichte hingegen gar nicht. Wie gewohnt gut ge- und beschrieben und mit abwechslungsreichen, schönen Bildern unterlegt.
Danke und Gruss,
Yves

Ivo66 Pro says: RE:Ein Frühling&Sommer...
Sent 10 June 2012, 23h01
Vielen Dank Yves für das nette Kompliment, das mich sehr freut!

Letztes Jahr war es übrigens ähnlich im Juni, wenn ich so mein Tourenbuch anschaue. Aber ich bin sicher: Auch dieses Jahr kommt der Sommer. Hoffen wir weiter und freuen uns!

LG Ivo

silberhorn Pro says: ...der Alpstein, das prächtige Voralpengebirge in der Ostschweiz...
Sent 10 June 2012, 22h57

Mit dieser Meinung bringst mich etwas durcheinander. Natürlich kennst Du Dich im Alpstein gut aus. Aus verschiedenen Gründen ich bis jetzt nur aus Bücher, guten Bücher, und von Berichten. Soweit ich informiert bin zählt der Alpstein, ohne seine Voralpen, zum grössten und bedeutensden Gebirge Europas, den Alpen.

Was meinst Du dazu?

Leider fand ich noch nicht heraus wo die Grenze des Alpsteinmassiv verläuft, da überall immer die Voralpen mit einbezogen wurden.

Ivo66 Pro says: RE:...der Alpstein, das prächtige Voralpengebirge in der Ostschweiz...
Sent 11 June 2012, 18h57
Vermutlich hast Du Recht... Die Sache scheint aber ziemlich kompliziert zu sein - nach Konsultation von verschiedenen Quellen wurde ich nicht wirklich fündig: Gibt man auf "wikipedia" den Begriff "Voralpen" ein, sind diese wiederum in verschiedene Teilbereiche gegliedert. Klickt man dort dann auf "Appenzeller Alpen" (als Teil der Voralpen) landet man bei ....Alpstein. Gemäss der Karte auf "wikipedia" wäre der Alpstein wiederum Teil der Voralpen.

Ehrlich gesagt: Ich habe mir selbst bisher gar nie grosse Gedanken darüber gemacht, bzw. einfach von klein auf von irgendwo her mitgebracht, dass die "richtigen" Alpen irgendwo beim St. Galler Oberland beginnen. So oder so zählt aber der Alpstein mit Sicherheit auch zu den Alpen - eben den Appenzeller Alpen :-)

Herzliche Grüsse

Ivo

silberhorn Pro says: RE:...der Alpstein, das prächtige Voralpengebirge in der Ostschweiz...
Sent 11 June 2012, 20h05
Sali Ivo

habe noch weiter recherchiert. Bin ebenfalls bei den Appenzeller Alpen gelandet und anderswo steht, dass der Alpstein zu den Thur Alpen gehört.

Dass der Alpstein zum 1000 Km langen Alpengebirge zählt steht im Buch "Der Alpstein" *, geschrieben von Oskar Keller Prof. Dr. phil. II, Geograph und Glazialmorphologe etc..

* weitere Buchangaben in der Community "Lesen statt Klettern".

Ob der Alstein zu den Alpen gehört oder nicht bin ich zum vorläufigen? Ergebnis gekommen, dass es verschiedene Meinungen gibt so wie beim höchsten Berg Europas.

Nach einem anderen Buch ist die Grenze südlich des Ober- und des Walensees. Diese Alpen heissen Glaronesi, und zählen zu den Zentralalpen.

Ist im Prinzip auch nicht wichtig. Hauptsache es gibt das Wunderschöne Alpstenmassiv .-)))))))).

Liebe Gruess

maria



Ivo66 Pro says: RE:...der Alpstein, das prächtige Voralpengebirge in der Ostschweiz...
Sent 11 June 2012, 23h09
...ja die Grenzziehungen sind offenbar nicht so klar, wie die politischen Linien. Macht ja auch nichts und schön ist der Alpstein alleweil, ob nun als Teil der Appenzeller Alpen, der Voralpen, der Kalkalpen, der Westalpen oder der Thur Alpen. Und in den Alpen, da liegt er definitiv!

Liebe Grüsse, Ivo

silberhorn Pro says: RE:...der Alpstein, das prächtige Voralpengebirge in der Ostschweiz...
Sent 12 June 2012, 15h29
Richtig, das Alpsteinmassiv und seine Voralpen genannt der Alpstein; ist wunderschön!

LG, maria


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