Piz Surparé 3078 m - zu viel und zu wenig Schnee - der Skitourenklassiker im Spätherbst zu Fuss


Published by Ivo66 , 29 October 2011, 19h55.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike:29 October 2011
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 7:00
Height gain: 1320 m 4330 ft.
Height loss: 1320 m 4330 ft.
Route:Bivio - Radons - P. 2167 - P. 2586 - P. 2789 - Südmulde - Piz Surparé
Access to start point:Parkmöglichkeiten vor dem Dorfeingang Bivio beim Fluss. Wanderwegweiser.
Maps:1:25'000 Bivio

Der Piz Surparé wird im Sommer selten bestiegen, umso mehr dafür im Winter mit Skis. Zuletzt hat StefanP diesen Sommer  für einen der seltenen Sommereinträgen auf hikr.org gesorgt. Bei den jetzigen Verhältnissen war unsere Tour ein sehr anstrengendes Unternehmen; es war weder Herbst, noch Winter, sondern etwas zwischendurch. Zu viel Schnee zum Bergwandern, zu wenig Schnee zum Skitourenfahren, wenn man so will.

Schneefrei waren erwartungsgemäss die steileren Südhänge, und dies teilweise bis auf über 3000 m. ü. M. hinauf. So war z. B. der Schlussaufstieg zum Gipfel komplett aper. In den Ebenen und an Hängen anderer Expositionen lag hingegen noch reichlich Schnee in allen Variationen. Es galt daher, die Route nach den Schneeverhältnissen auszurichten. Wir wählten deshalb nicht den üblichen Sommerzustieg, sondern folgten ziemlich genau der direkteren Variante, welche im Winter oft mit Skis benützt wird. Der Zustieg scheint endlos zu sein, da man immer wieder im Schnee einsinkt, meist nur bis zu den Köcheln oder zu den Knien, teilweise aber bis zu den Hüften, was ziemlich zermürbend ist, da man die Einsinktiefe im voraus kaum ausmachen kann. Gerade im Bereich der Geröllhalden mit grösseren Blöcken ist immer wieder Vorsicht geboten.

An einen Gipfelerfolg habe ich heute nicht mehr geglaubt. Erst als der Blick auf den steilen Schlussaufstieg frei wurde, war klar, dass die Gipfelbesteigung erfolgreich verlaufen würde. Das Aufsteigen auf mühsamen Schutthalden mit viel losem Material wurde plötzlich zum Genuss. Und es hat sich gelohnt durchzuhalten: Das Gipfelpanorama war wie so oft in diesem Herbst traumhaft. Hinzu kam eine ausserordentliche Stille in der einsamen Bergwelt. Wir haben den ganzen Tag keinen einzigen Menschen gesehen, nicht einmal aus der Ferne. Wohl so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm, denn im Winter wird dieses Gebiet von tausenden Bergfreunden überschwemmt, während im Sommer praktisch niemand etwas mit diesen Bergen anzufangen weiss. Uns soll's recht sein...

Routenbeschreibung:

Wir folgten dem markierten Bergwanderweg von Bivio Richtung Stallerberg (ausgeschildert). Dabei haben wir einige Schneefelder umgangen. Bei Plang Tguils, wo das Gelände auf ca. 2360 m ebener wird, haben wir den Bergweg verlassen und sind weglos in östlicher Richtung aufgestiegen. P. 2586 m passierten wir nördlich über mässig steile Hänge. Ab ca. 2630 m querten wir die recht steilen Südhänge in westlicher Richtung, stets etwas aufsteigend. Das Gelände ist stets sehr gut gestuft, oft mit Geröll und Schutt übersäht.

Nördlich von P. 2789 m stiegen wir Richtung Felswände auf, wo am wenigsten Schnee lag. Recht nahe der Felsen querten wir weiter westlich bis wir schliesslich die markante Südmulde unter dem Gipfel erreichten. Der Schlussaufstieg erfolgte meist durch schneefreies Gelände, welches hier von Geröll und Schutt dominiert wird.


Hike partners: Ivo66, Lena


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