Selbst der Speer muss nicht langweilig sein


Published by PStraub , 17 October 2011, 09h55.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike:16 October 2011
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: Speerkette   CH-SG   Speer-Mattstock   Zürcher Hausberge 
Time: 6:00
Height gain: 1600 m 5248 ft.
Height loss: 1100 m 3608 ft.
Route:Weesen - Speer - Amden
Maps:1134

Der Speer gehört ja nun nicht wirklich zu den unbekannten und einsamen Bergen, und er wurde HIKR-mässig auch schon von allen Seiten beschrieben.
Nun habe ich gestern ossi's Bericht gesehen und festgestellt, dass ich gleich neben seiner Route vom 4. Oktober 2011 aufgestiegen bin. 
Meine Variante im Tälchen zwischen Ossi's Rippe und dem Grat Federi - Grappenhorn - Speer wäre unter normalen Umständen eher mühsam, aber besondere Umstände sorgten für besondere Verhältnisse ..
 
Zwischen dem 8. und 10. Oktober hatten wir in der Schweiz ja heftige Niederschläge, im Berner Oberland gab es beträchtliche Schäden. Bei uns in der Ostschweiz wurde hingegen nichts derartiges gemeldet, obwohl die Niederschlagsmenge bei uns noch höher war (bis zu 100 cm Neuschnee auf 1500 m Höhe, teilweise über 100 cm Niederschlag innert drei Tagen).
Jetzt zeigt es sich langsam, dass es sehr wohl Schäden gegeben hat, das Schlimmeste aber abgewendet werden konnte, weil die Glarner bei solchen Verhältnissen sofort beginnen, das Wasser wegzustauen, wo immer es geht. Nur weil wir im Limmern-, im Klöntaler- und vor allem im Walensee Millionen von Kubikmetern zwischenlagern, bekommen die Zürcher nicht regelmässig nasse Füsse!
 
Diese Wassermassen haben nicht nur örtlich Wege und Verbauungen zerstört, sie haben vielerorts Runsenzüge richtiggehend ausgewaschen. Auf der Aufnahme sieht man, wie der Dreck aus der Runse den Lawinenschnee überfahren hat. Und dank der saubergewaschenen Runse liess sich das Täli, das auf der Onlinekarte neu "Grappe" heisst, problemlos begehen (T4, wenige Stellen T5).
Für den weiteren Verlauf hätte ich an verschiedenen Stellen auf den Grat wechseln können, ich zog es aber vor, einer Rippe knapp unter dem Grat zu folgen, die offensichtlich auch bei den Gemsen populär ist. 
 
Über den Speer an einem schönen Herbsttag ist nur zu sagen, dass es nicht der Platz für Einsiedler ist. Doch die Aus- und Fernsicht war phantastisch. So sahen wir über dem Nebelmeer im Rheintal die Gafardurahütte (bei den 3 Schwestern), von der aus wir dieser Tage ebendiesen Speer gesehen hatten. Und von dort aus wird dieser - anders als von Näfels aus oder aus der Linthebene - seinem Namen gerecht. 
 
Abgestiegen sind wir dann, um dem Schnee in den Chängeln zu entgehen, über die Rossweid nach Unterchäseren, diesmal also auf der andern Seite von Ossi's Route. 
Und dann (fast endlos) via Durschlegi nach Amden runter - der Speer hatte ja einen Ruf als 'langweiliger Gwaggel' zu verteidigen ..

Hike partners: PStraub


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