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Sustenhorn (3503 m) via Ostgrat


Published by alpinos , 16 August 2011, 21h43.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike:13 August 2011
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Mountaineering grading: AD
Climbing grading: IV (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE   CH-UR 
Time: 13:00
Height gain: 1450 m 4756 ft.
Height loss: 1800 m 5904 ft.
Route:Voralphütte - Brunnifirn - Ostgrat - Sustenhorn - Sustenlimi - Bergseehütte - Göscheneralp
Access to start point:PKW bis Parkplatz in der Voralpkurve

Grosses Alpino-Grat-Abenteuer in atemberaubender Kulisse

Kann man bei einem solchen Anblick widerstehen? Als wir vor einem Jahr auf dem Fleckistock standen und den Ostgrat des Sustenhorns zum ersten Mal in Augenschein nehmen konnten war schnell klar: da wollen wir hoch! Ein Jahr nur hat es gedauert und wir standen tatsächlich auf dem Sustenhorn - nach einer spannenden und intensiv erlebten Gratkletterei.



Um 4:40 Uhr starteten wir zusammen mit drei weiteren Seilschaften von der Voralphütte (2126 m) in die fast wolkenlose Nacht. Zunächst wanderten wir an der Voralp-Reuss entlang, bei einem manngrossen Stein (blaue Wegweiser) bogen wir nach links ab und überquerten wenig später den Bach. Nun erklommen wir die Moräne und folgten dieser bis an den Felsriegel. Hier konnten wir bereits die blauen Pfeile erkennen, die den Weg bis zum Gletscher weisen. Im Schein unserer Stirnlampen kletterten wir die Felsen hinauf. Der erste Aufschwung war etwas schwieriger (III+), dann wurde es leichter (mehrere Bohrhaken können als Standplätze genutzt werden, Abstand 20-30 m). über Schrofengelände ging's hinauf zum Gletscher und über diesen zum markanten Couloir westlich P. 2917. Wir setzten zu hoch an und gerieten so mitten in die Serac-Zone; war nicht weiter schlimm, kostete aber etwas Zeit. Schliesslich erreichten wir das Couloir, wo bereits die erste Seilschaft eingetroffen war.

Wir entschieden uns allesamt für den falschen Weg - den linken Riss. War nicht schlecht zu klettern, aber Friends waren sehr hilfreich. Oben sahen wir, dass die blauen Markierungen und Bohrhaken im rechten Riss verliefen. Eine andere Seilschaft entschloss sich, noch weiter links in noch plattigerem Gelände zu überholen - schwierig, aber es geht auch. Dann ging's weiter zum nächsten Aufschwung (III) und durch das Felsband in die NO-Flanke. Durch diese wieder auf den Grat und in spannder Kletterei hinauf zur zweiten Schlüsselstelle (1. SL: IV, drei Bohrhaken; Friends oder Schlingen wieder nützlich; 2. SL: III-IV, ein Bohrhaken, wieder ist eigenes Material sinnvoll anzubringen). Nach einer recht luftigen Passage folgte die letzte schwierige Stelle (III, es muss ein Stück in die Flanke traversiert werden und durch einen ziemlich bröckeligen Riss - Achtung, hier hält recht wenig! - wieder auf den Grat geklettert werden; ein Bohrhaken, wieder eigene Sicherungen abgebracht). Dann war es endlich geschafft! Nach insgesamt acht Stunden (ca. 6h30min reine Kletter-/Gehzeit, der Rest war Wartezeit an den Kletterstellen und kleine Pausen) standen wir auf den Gipfel des Sustenhorns (3305 m; 12:40 Uhr).

Da der Tag doch schon recht weit fortgeschritten war hielten wir uns nicht lange am Gipfel auf. Durch die Wartepausen beim Klettern kamen wir auch recht entspannt auf dem Gipfel an und konnten nun etwas Gas geben. Der Schnee war schon aufgeweicht, aber wir konnten ohne Probleme (bis auf zwei kleine Spalteneinbrüche mit einem Bein) über das Sustenlimi (3129 m) und dem Brunnenfirn und zu P. 2974 absteigen. Dann ging's steil die Moräne hinunter und über den Bach zu P. 2592. Hier entschieden wir uns für den Weg zur Bergseehütte. Landschaftlich vielleicht die eindrücklichere Variante als über die Chelenalphütte, aber die ca. dreistündige Querung von gefühlten 173 Schotterfelder zehrte doch etwas an den Nerven und der Kondition. Schliesslich kam die malerische Bergseehütte (2370 m) in Sicht. Von hier stiegen wir zur Göscheneralp (1782 m; 17:40 Uhr, 13h totale Gehzeit) ab.



Eine Mammut-Tour voller Erlebnisse und Eindrücke! Der Grat war ein Erlebnis und wir genossen jeden Meter Kletterei. Auch wenn wir warten mussten - es war angenehm mit den anderen zu klettern. Und es hat ja auch Vorteile, man kann die Aussicht geniessen und Schwätzchen halten (Gruss an Peter und Wolfgang!). Der Abstieg sollte nicht unterschätzt werden, es zieht sich!

Hike partners: alpinos


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Comments (7)


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urner says:
Sent 16 August 2011, 22h03
Hallo,

Gratulation zum Ostgrat, wir sind am 12.08.2011 - also ein Tag vor euch exakt die gleiche Route gegangen. In der Tat ein schwerer Fehler die Bergseehütte anzusteuern. Rate ich also auch jedem von ab, deine Beschreibung trifft es sehr gut :-) Am Freitag waren wir sogar die einzige Seilschaft am Grat, wir haben noch nicht mal Spuren sehen können. Dafür habt ihr vielleicht Spuren von uns gefunden, ihr habt nicht zufällig unterwegs an einem der Borhaken eine Bandschlinge gefunden? :-) die hätten wir nämlich da liegen gelassen.

gruss

urner

alpinos says: RE:
Sent 17 August 2011, 08h35
Hallo Urner,

Auch Euch Gratualtion zum Sustenhorn! Eure Schlinge haben wir nicht gefunden, wie gesagt, waren wir aber auch nicht die erste Seilschaft am Grat.

Weiterhin schöne Touren,

Anna & Robert

TeamMoomin says: Geile...
Sent 16 August 2011, 22h06
Tour habt ihr da gemacht! So auf das Sustenhorn zu kommen ist natürlich echt fett! Vielleicht traue ich mir das auch eines Tages zu, wäre sicherlich schön.

Grüsse

Oli und Moomin

alpinos says: RE:Geile...
Sent 17 August 2011, 08h41
Hallo Oli,

Vielen Dank. Insgesamt eine echt tolle Tour, seit letztem Jahr haben wir davon geträumt. Wir drücken Dir die Daumen, dass es auch irgendwann klappt. Aber es gibt ja auch noch viele andere Berge, mit denen man sich die Zeit vertreiben kann, z.B. den Chüeplanggenstock. Sorry, dass wir Dir die hikr-Erstbesteigung vor der Nase weggeschnappt haben ;-) Ist tatsächlich ein schöner Kraxelberg mit alpinem Charakter.

Einen schönen Sommer noch und erfolgreiche Touren,

Anna & Robert

Anna & Robert

MaeNi says:
Sent 17 August 2011, 08h32
Gratulation zum Sustenhorn Ostgrat! Tolle Tour... steht auch noch auf unserer Projektliste!

> aber die ca. dreistündige Querung von gefühlten 173 Schotterfelder zehrte doch etwas an den Nerven und der Kondition.

..jaja..das kennen wir! Da sind wir auch durch nach unserer letztjährigen Sustenhorntour...würden wir nicht mehr machen..

Herzlicher Gruss
M&N

alpinos says: RE:
Sent 17 August 2011, 08h44
Danke schön für die Glückwünsche! Jaja, der Weg zur Bergseehütte wollte nicht enden. Einziger Trost war dann der schöne Anblick der Hütte, die so herrlich romantisch am Seelein liegt. Als wir dort ankamen, waren immer noch Kletterer an den umliegenden Wänden zugange und sorgten mit ihren Seilkommandos für Beschallung....

Herzliche Grüße

A&R

kleopatra says: Danke
Sent 22 August 2011, 13h27
für die super Beschreibung und Tips, welche Varianten man nimmt oder besser vermeidet. Gratuliere Euch und hoffentlich bis bald, lg kleo


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