Sächsische Schweiz und Dresden - ein spannender Nachmittag


Published by Bergmax , 14 July 2011, 20h53.

Region: World » Germany » Östliche Mittelgebirge » Elbsandsteingebirge
Date of the hike: 8 July 2011
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Via ferrata grading: PD-
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 2:45
Height gain: 450 m 1476 ft.
Height loss: 450 m 1476 ft.
Route:8 km (nur Sächsische Schweiz)
Access to start point:S-Bahn Linie 1
Maps:Sächsisch-Böhmische Schweiz, Dr. Barthel Verlag

Viel Erlebnis in kurzer Zeit.

Für die meisten Hikr-User liegt Sachsen nicht gerade gleich hinter der nächsten Ecke. Dennoch - oder gerade darum - wollte ich wenigstens mal bei passender Gelengenheit dort hineinschnuppern.

Nach knapp elf Stunden im Nachtzug ging es am Vormittag zur Uni, wegen der ich überhaupt dorthin gereist war. Erst am frühen Nachmittag, als auch das Gepäck im Hotel verstaut war, fuhr ich mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof bis nach Schmilka, das man nach etwa 50 Minuten erreicht.
Der Zug hält allerdings nicht in dem schönen Dorf an der tschechischen Grenze, sondern am anderen Ufer der Elbe. Mit einer alten Fähre dauert die Überfahrt aber nur zwei Minuten. Gegen 15:30 Uhr erreichte ich den Ort.

In Schmilka ging ich zunächst auf der Fahrstraße durch den Ort hinauf. Aber schon nach wenigen Metern gab es ein Hindernis: wegen Bauarbeiten wurde eine Umleitung für Wanderer eingerichtet und liebevoll beschildert. Ich folgte dem Fahrweg im Grund bis zur (ehemaligen?) Zwieselhütte und ging wenig später zunächst nach rechts Richtung Heilige Stiege und dann, nach weiteren 500 Metern wieder nach rechts auf einen Kletterzugang, über den ich die Rübezahlstiege erreichen wollte. Sie ist nicht absgeschildert, nur mit einem R gelegentlich markiert. Doch am Fuß der Felsen fand ich den Einstieg nicht. Die Markierungen führten mich im Kreis herum. Das soll zwar Ungeübte abhalten, aber ist auch für Geübte nicht wirklich nützlich. Da die Landschaft hier außerdem finster und verwachsen ist, kehte ich um, anstatt noch mehr Zeit mit der Suche zu verlieren.
Zurück auf dem Fahrweg, ging ich wenige hundert Meter nach rechts bis in eine Kehre. Hier zweigen zwei Pfade ab: der erste ist als Bergpfad ausgewiesen und führt zur Rotkehlchenstiege, der zweite ist nicht markiert. Ich wanderte auf letzterem in den Rauschengrund hinein. Hier wachsen schöne Blumen, auch der giftige Fingerhut. Gelegentlich taucht ein schwarzes Dreieck (Kletterzugang) als Markierung auf. Gegen Ende des Grundes hielt ich mich eher rechts auf dem deutlichsten Pfad. Schließlich wird der Pfad in einem Kessel schwach. Eine Spur nach rechts führte mich zu einem interessanten höhlenartigen Durchgang, doch um zur Starken Stiege zu gelangen, muss man bis ans hinterste Ende des Kessels gehen.
Hier ragt eine Felswand auf. Die ersten recht steilen Meter muss man frei klettern (I - II), bis man uralte Eisentritte erreicht. Diesen folgt man nach rechts aufwärts durch eine Art Verschneidung und über ein Band zum Ende der kurzen (30 Hm) aber doch recht steilen Stiege. Pfadspuren leiten nun nach rechts und links. Sie führen über Terrassenbänder, doch um zum Wanderweg zu gelangen, muss man über den Waldkamm den Kessel verlassen. Nach etwas Suchen fand ich einen Durchgang, aber Vorsicht: auch auf der anderen Seite des Kamms gibt es Abgründe!
Den Wanderweg betrat ich am oberen Ausgang der Breiten Kluft. Ich  ging nach rechts auf einem blau markierten Weg entlang, der über die Zurückestiege zum Großen Winterberg führt. Doch nach etwa einem Kilometer und einigen tollen Ausblicken entschied ich mich, die rechts abzweigende Rotkehlchenstiege als Rückweg zu benutzen. Sie ist wenig ausgesetzt, doch die alten Stufen sind verwittert und sandig, so dass auch hier etwas Vorsicht angebracht ist. (T 2-3). Auch muss man aufpassen, dass man in den Grund absteigt und sich nicht auf einem der Terrassenbänder verliert. Im Falkoniergrund angelangt, erreichte ich schnell die Zwieselhütte und kam etwa um 18:10 Uhr in Schmilka an.

Natürlich wollte ich auch noch etwas von Dresdens bekannter Altstadt sehen. Ich hatte vor, schon vor dem Hauptbahnhof von der S-Bahn in die Straßenbahn umzustiegen, um direkt in die Innenstadt zu gelangen, doch die angepeilte Linie war wohl schon eingestellt worden, wie ich nach dem Aussteigen ärgerlich feststellte.
Umgehend nahm ich die nächste S-Bahn bis zur Station hinter dem Hauptbahnhof: Neuer Versuch, neues Glück. Diesmal versperrte aber eine Baustelle die Straßenbahnlinie zum Zwinger. Also ging ich die Strecke zu Fuß. Der Innenhof vom Zwinger ist herrlich angelegt. Nach einer Fotopause ist es jedoch schon nach acht Uhr und der Hunger macht sich deutlich bemerkbar. Das Cafe Schinkelwache gegenüber der Semperoper schafft da schnell Abhilfe.
Satt und ausgeruht ging ich kurz vor neun ans Elbufer. Von der Elbbrücke hat man eine herrliche Aussicht auf die Altstadt mit Hofkirche, Schloss und Frauenkirche.. Während des Sonnenuntergangs spazierte ich über die Brühlschen Terrassen und am Elbufer entlang. Dort herrschte Volksfeststimmung. Im letzten Licht schaute ich mir noch den Fürstenzug und die Frauenkirche an, ehe ich die letzten 500 Meter zum Hotel mit der Straßenbahn abkürzte - mit einem Mal Umsteigen, fünf Minuten Fahrt- und nochman zehn Minuten Wartezeit. Na ja, immerhin verkürzte sich der Fußweg auf 200 Meter und ich nutzte meine Tageskarte so richtig aus.


Nach einer erholsamen Nacht fuhr ich mit dem ICE wieder zurück in die Heimat, die ich geschafft, aber zufrieden planmäßig erreichte.

Hike partners: Bergmax


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