Vorder Glärnisch (2328 m) - Überschreitung S-N


Published by alpinos , 10 May 2011, 08h34. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike: 7 May 2011
Hiking grading: T5+ - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   Glärnischgruppe 
Time: 6:30
Height gain: 1900 m 6232 ft.
Height loss: 1950 m 6396 ft.
Route:Schwanden - Schwändi (P.683) - Guppenrus - Guppen Unterstafel - Mittler Guppen - Leimplanggen - Chilchli - P. 2074 - P. 2058 - Vorder Glärnisch - Gleiter - Mittel Stafel - Tschingel - P. 1050 - Vorder Saggberg - Unter Sagg - Glarus
Access to start point:SBB/PW bis Schwanden
Access to end point:SBB/PW ab Glarus

Erlebnisreiche Überschreitung der gewaltigen Felsbastion
[Tour Robert mit Bombo]


Steigt man am Bahnhof Schwanden aus dem Zug und lässt seinen Blick über die nahezu senkrecht abfallenden Südwände des Vorder Glärnisch schweifen, scheint eine einfach Besteigung nur schwer möglich. Tatsächlich ist die Route durch die Südseite des Berges hinauf zum Gipfel keine einfache Wanderung, sondern erfordert Gespür für die Wegfindung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Dafür bietet sie ein einmaliges Erlebnis in diesen, im Gegensatz zur Nordseite noch wenig besuchten, Hängen.

Bombo hat die Route bereits detailliert hier beschrieben, daher beschränke ich mich auf eine kurze Wiedergabe der Route und die Beschreibung meiner Eindrücke.

Vom Bahnhof Schwanden (521 m; 7:30 Uhr Abmarsch) via Schwändi und Guppen Unterstafel (916 m) nach Mittler Stafel (1233 m). Weiter über den Bach und hinauf durch die Leimplanggen zu den zwei kleinen Hütten bei P. 1496. Hier kommt die Gelbe Wand in Sicht. Zunächst noch weglos, dann immer mehr Wegmarkierungen folgend auf deutlichen Wegspuren steigt man links der Wand hinauf und folgt dann nach rechts einem Grasband auf die nächste Geländestufe. Über eine steile Grasflanke erreicht man in wenigen Minuten die Chilchli. Den zahlreichen Wegmarkierungen folgt man zu P. 1998. Hier hat man nun die Wahl zwischen dem Aufstieg durch Schotter oder dem Couloir zum Furggle.

Wir entschieden uns für den von Ricardo beschriebenen direkten Aufstieg durch das Couloir. Über etwas Schotter und Platten erreichten wir den Einstieg. Wir hielten uns in den Felsen auf der rechten Seite, die uns nicht ganz so brüchig erschienen wir die weiter links. Zugegeben, es ist auch hier brüchig; aber es findet sich immer wieder ein stabiler Griff und die – durchaus interessante – Kletterei hält sich im II. bis unterem III. Grad. Einzig der latente Steinschlag macht die Passage etwas unangenehm. Der Ausstieg auf den Grat erfolgt mittig über recht brüchiges, schieferartig geschichtetes Gestein.

Über eine eindrücklich Mondlandschaft aus grau-schwarzem Gestein erreichten wir bald den Gipfel des Vorder Glärnisch (2328 m; 11:45 Uhr, ca. 3h45min reine Gehzeit). Es ist schon beeindruckend, auf diesem Gipfel zu stehen: die Tiefblicke ins Linthal und zum Klöntaler See, die Ausblicke auf’s Vrenelisgärtli und den Guppengrat; dahinter Tödi & Co.

Für den Abstieg (ab Gipfel 12:30 Uhr) wählten wir eine Variante zur ‚Normalroute‘ über die Nordseite: via Alp Gleiter (1472 m) wanderten wir über ein Grasband in der Felswand hinüber zur Mittelstafel (1450 m) und stiegen über Tschingel (1144 m) nach Hinter Saggberg (P. 1050) ab. Nach etwas Überlegen vollendetem wir die Tour mit dem Abstieg nach Glarus über Vorder Saggberg (905 m), Unter Sagg, und Oberdorf zum Bahnhof Glarus (476 m; an 15:15 Uhr; ca. 2h30 min reine Gehzeit) absteigen.

Es war ein großartiges Bergerlebnis mit vielen Endrücken. Gerade der Start ganz im Tal machte heute den besonderen Reiz aus. Das Couloir, nun ja, das kann man machen, oder eben nicht; ich empfand es als interessante Kletterei in anspruchsvollem Gelände – aber das ist eben sehr subjektiv.

Vielen Dank an Bombo für den tollen Tourentag! Hat riesig Spaß gemacht!

Hike partners: Bombo, alpinos


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Geodata
 5903.gpx VorderGlärnisch

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