Zwischen Föisc und Pizzo Tom liegt der "andere" Camoghè - eine hübsche Schneeschuhtour auf die drei


Published by 360 Pro , 27 January 2011, 16h29.

Region: World » Switzerland » Tessin » Bellinzonese
Date of the hike:26 January 2011
Snowshoe grading: WT5 - Alpine snowshoe hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo del Sole   Gruppo Pizzo Centrale 
Access to start point:cff logo Airolo
Access to end point:cff logo Airolo

Den Gipfel Camoghè gibt es im Tessin zwei Mal. Der wohl bekanntere der beiden thront südlich von Bellinzona zwischen Val Morrobio und Val Colla. Der höhere der beiden liegt oberhalb des Lago Ritòm unweit von Airolo. Über diesen Camoghè schrieb William Coolidge 1893 in "The Adula Alps" <it commands a very fine view>. Das Studium von Brenna und der Karte zeigte mir, dass dessen Besteigung von der Bocchetta del Camoghè wohl auch im Winter möglich sein sollte. Und hier steht nun, wie ich dies bewerkstelligt habe...

Ich starte am Bahnhof cff logo Airolo und laufe der Strasse entlang nach Valle, überquere die Canaria und gehe anschliessend in direkter Linie hoch zu den Häusern von Vadre. Von dort folge ich einer Schneeschuh-Spur die mehr oder weniger dem Sommerweg nach Rütan führt. Bis Rütan bleiben meine Schneeschuhe am Rucksack, da es doch immer wieder die eine oder andere apere Stelle hat und die Spur selbst gut zu Fuss begangen werden kann.

Bei der obersten Hütte von Rütan montiere ich dann die Schneeschuhe und folge der gut ausgetretenen Spur, welche durch den lichten Wald des Bosco Rütan zum P. 1913 führt und von dort ziemlich direkt weiter zum Gipfelkreuz des Föisc. Dieser Gipfel bietet dank seiner vorgelagerten Position eine hervorragende Aussicht, insbesondere hinunter in die obere Leventina.

Nach einer kurzen Pause mache ich mich auf den nun nicht mehr gespurten Weg hinunter zur Bochetta di Föisc und von dort in etwa dem auf der Landkarte eingezeichneten Weg hoch zur Pian Alto. Dieser Aufstieg ist ziemlich steil (WT4) und sollte nur bei sicheren Verhältnissen gemacht werden (wie auch der Rest der Tour). 

Von der Pian Alto folge ich dem Grat entlang über P. 2245 zum Passo del Camoghè. Der direkte Aufstieg von hier zum Gipfel des Camoghè über den SSW Grat sieht nicht besonders "wintertauglich" aus (Brenna gibt dem Aufstieg im Sommer ein BG), weshalb ich in nordwestlicher Richtung auf ca. 2100m absteige und von dort zur Boccetta del Camoghè wieder aufsteige. Der letzte Aufstieg zum Gipfel von hier über den Nordrücken ist mässig steil und bietet keine besonderen Schwierigkeiten.

Die Aussicht vom Gipfel ist in der Tat "very fine", insbesondere die Tiefblicke zu den diversen (zugefrorenen) Seen. Schade nur, dass der Himmel leicht bedeckt ist. Nach einer längeren Pause steige ich dann wieder zur Boccetta del Camoghè ab und peile mein nächstes Ziel den Pizzo Tom an. Der Aufstieg über den Südgrat sieht nicht nur steil aus, sondern ist es auch, vor allem im obersten Teil (die letzen Meter vor dem Gipfel sind >45º) und zwingt mich auch noch zu zwei kurzen felsigen Kraxeleinlagen. Eigentlich wäre es vernünftiger gewesen für diesen letzten Teil die mitgebrachten Steigeisen zu montieren, aber irgendwie mogle ich mich auch mit den Schneeschuhen rauf. 

Ursprünglich hatte ich eigentlich geplant via Piora zurück nach Airolo zu gehen, aber der WNW Grat des Pizzo Tom sieht ungemein einladend aus. Ein kurzes Studium der Karte verrät mir dann, dass der Abstieg vom Ende des Grats (P. 2135) nach Canaria zwar steil aber durchaus machbar sein sollte. Der WNW Grat ist dann auch tatsächlich ein Genuss. Die grosse Waldschneise, welche von P. 2135 in nordwestlicher Richtung nach Canaria hinunter führt, ist mit einigen Büschen und vereinzelten Bäumen durchmischt, kann aber gut mit Schneeschuhen abgestiegen werden (mit Ski ist es wohl weniger empfehlenswert). Im untersten Teil befinden sich ein paar Abbrüche, welche ich aber rechts umgehen kann.

Von Canaria wandere ich dann gemütlich das Val Canaria runter, zuerst mit, ab Pautàn ohne Schneeschuhe. Der Weg von hier bis nach Airolo ist von Schneemobilen richtiggehend plattgewalzt. Nach den Hütten von Rütan dei Sassi ist das Strässchen weiter bergab zwar offiziell gesperrt, aber darum scheint sich hier niemand zu kümmern (Spuren von Schneemobilen, Schneeschuhen und Fussgängern). So kümmere auch ich mich nicht darum und folge ihm weiter talwärts bis nach Valle, von wo ich wieder der Stasse entlang zurück zum Bahnhof laufe.


Schnee: 
sonnenzugewandt: 10-20 cm lockerer Pulver auf harter, tragender Unterlage
schattenseitig: 10-20cm Pulver auf nur teilweise tragender Harschschicht

SLF: gering

Hike partners: 360


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