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Jakobsweg - Fribourg nach Romont


Published by Freeman , 1 February 2010, 18h56.

Region: World » Switzerland » Fribourg
Date of the hike:19 April 2009
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-FR 
Time: 8:00
Height gain: 263 m 863 ft.
Height loss: 98 m 321 ft.
Route:Fribourg - Ste-Apolline - Hauterive / Posieux - Ecuvillens - Posat - Autigny - Vers le Moulin - Chavannes-sous-Orsonnens - Fuyens

Tag der Gespräche

Zum ersten mit mir selbst: Herrlich, ausschlafen bis acht Uhr. Frühstück gibt es in der Jugendherberge Fribourg bis neun Uhr. Ich mache mich bereit, steige die Treppen hinauf und gehe die paar Schritte in Richtung Speisesaal. Stimmen werden lauter und Kinder springen umher. Gestern sah ich fast niemanden, ich dachte die Jugi wäre halb leer. Also stell ich mich am Buffet an und warte bis mein Vordermann Berge von Brot, Käse und Müesli auf seinem Teller aufgetürmt hat. So und jetzt bin ich dran. Ich denke bei mir, irgend etwas fehlt! Ich schaue umher und finde einfach nirgends Teller und Tassen. Ich komme ins stocken. Zum guten Glück ist niemand hinter mir, denn das sind genau die Momente die ich so liebe, wenn da ein Träumer herum trödelt und nicht mitdenkt was er nun haben möchte! Und trotzdem sind keine Teller in Sicht. Ich lasse meine Blick durch den Speisesaal schweifen und entdecke hinten in der Ecke ein Geschirrschrank mit Teller. Also nichts wie hin und Teller greifen. Noch eine Kaffeetasse und mein Tag ist gerettet. Aber keine Tassen in Sicht. Also nehme ich ein Glas, denn Orangensaft statt Kaffee tut es eigentlich auch. Erleichtert habe auch ich meine Berge von Brot, Käse und Müesli aufgetürmt, schliesslich habe ich einen langen Fussmarsch vor mir. Ich lasse meinen Blick nochmals schweifen und entdecke einen leeren Achtertisch und einen Tisch wo schon ein Pärchen im mittleren Alter platzgenommen hat. Alleine sitzen und schmollen weil niemand neben mir sitzt oder zum Pärchen und neue Leute kennen lernen? Das war wohl eine einfache Frage.

Zum zweiten: Höflich wie ich bin frage ich natürlich ob ich mich setzen darf. Na klar doch. Ich denke bei mir, die zwei habe ich doch gestern in der Stadt schon einmal gesehen. Also spreche ich sie an und frage ob sie den Jakobsweg laufen. Nein kam zur Antwort, sie würden Fahrrad fahren. Ah, also mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Compostela? Nein, nur etwa 30 Kilometer in ein kleines Dörfchen gegen Westen und dann wieder nach Hause. Ah, ein Wochenendausflug also! Ja kam zur Antwort, die Kinder abgeben und einfach einmal gemeinsam etwas unternehmen, ausspannen und Zeit miteinander verbringen. Ah, super Idee, ausbrechen aus dem Alltagstrott und einfach Zeit für einander haben, muss ich mir merken denke ich mir ;o)

Zwei Bissen Brot mit Butter und Confiture habe ich bereits verdrückt und da beginn Er zu fragen, ob ich den Jakobsweg laufe, wie lange dass ich plane, wo ich gestartet sei usw. Da sitzen wir nun und keiner kann essen weil der eine fragt und der andere zu antworten hat. Ich schaue mir seinen Teller an, noch fast nichts gegessen. Ich schau mir den Teller seiner Frau an, alles aufgegessen. Und wir schweifen über die Themen der Fernreisen, Gastfreundschaft, Krankheiten, Heilungsbemühungen usw. Momentan spricht er und erzählt mir alles genau im Detail. Finde ich noch gut, da kann ich endlich mal mein Frühstück essen. Sie holt sich noch ein Kaffee weil es sonst ein wenig öde ist vor einem leeren Teller zu sitzen und den zwei Herren zuzuhören. Eigentlich haben die zwei ja geplant füreinander Zeit zu haben und jetzt quasselt er unablässig mit mir! Irgendwo beschämt mich das ein wenig. Sie sagt zwar nichts, aber ich glaube sie denkt dasselbe. Sie steht auf und verabschiedet sich, sie hätte noch zu packen. Nun hocken wir hier und er erzählt mir sehr genau die Zusammenhänge im feinstofflichen Bereich des menschlichen Körpers… oder so! In einer Atempause springe ich auf meine Füsse und hole mir noch eine Tasse Kaffee. Zurück am Tisch räume ich mein Geschirr zusammen und höre ihm wieder zu. Er hat sein Frühstück immer noch nicht fertig. Also übernehme ich das Gespräch, lenke das Thema auf das heutige Reiseziel, gebe ihm Zeit sein Brot aufzuessen und bin ganz zufrieden als er sich beim Thema Abreise daran erinnert, dass seine Frau sicher schon bald bereit steht.

Zum dritten: Nun bin ich schon eine ganze Strecke aus dem Zentrum von Fribourg heraus gelaufen, stehe in einem Wohnquartier und die Strasse steigt leicht an. Ich bin verunsichert, bin ich hier wirklich richtig? Eigentlich bin ich ja immer schön den Jakobswegweiser nachgelaufen. Mein geografisches Gedächtnis sagt mir, dass ich viel weiter unten an der Hauptverbindungsstrasse sein sollte und bald zur Sarine absteigen müsste. Da kommt mir in den Sinn, dass sich kurz nach Fribourg der Weg teilt. Der nördlichere Weg führt über Payerne, da möchte ich nicht hin und der südlichere Weg führt über Romont. Also bin ich falsch! Ich drehe um und will schon meinen Rückweg antreten. Da kommt mir eine ältere Frau entgegen und spricht mich natürlich auf Französisch an, ob ich den Jakobsweg laufen würde. Naja, die Antwort weiss ich, aber wie sage ich ihr das? Oui oui, mehr bringe ich momentan nicht heraus. Sie fragt, mich warum ich denn umkehre. Ich verstehe die gute Frau sehr gut, schliesslich hatte ich mal vor mehr als zwanzig Jahren Französisch in der Schule. Das ich einen dreier im Schlusszeugnis geschossen habe, spricht auch heute noch ein deutliches Wort! Langsam finde ich meine Worte und sie erklärt mir, dass die Verzweigung erst später im Walde kommen würde. Was, wie, wo, denke ich mir? Ich weise sie hin auf das Gemeindegrenzschild von Villars-sur-Glane und da will ich ja nicht hin. Ich solle einfach mitkommen! Was mit ihr in den Wald? Nun ja, wir sind ja noch nicht im Wald und falls ich dann doch in Villars-sur-Glane lande, kann ich ja immer noch dem Wanderweg nach St-Apolline folgen. Also gehen wir gemeinsam und sie fragt mich über mein Reiseziel etc. aus. Mein Gedächtnis für die französische Sprache kommt langsam wieder in Schwung und ich kann ihr zumindest die Kernaussagen zu meiner Reise machen.

Und da schau her, an einem grossen Kreisel deutet sie mir zu einem grossen Kreuz hin. Das Jakobskreuz, da gehe es in den Wald hinein und beim zweiten Weg würde sich der Jakobsweg teilen. Ich bedanke mich höflich und sie eilt davon. Na mal sehen ob ich das finde. Und tatsächlich stehe ich schon bald vor der Wegteilung und bin froh auf die gute Frau gehört zu haben als irgendwo auf einer Hauptstrasse mein Weg zu suchen der nicht ist.

Der Weg ist lang und führt wieder den asphaltierten Strassen entlang. Heute habe ich noch nicht viel Interessantes gesehen. Die Brücke in Ste-Apolline, eine Kirche, eine Kapelle, das war es. Meine Wasserflasche ist leer und die Brunnen bei den Höfen sehen nicht gerade Vertrauen erweckend aus. So folge ich der langweiligen Strasse und bin glücklich Romont zu erreichen.

Weiter auf dem Jakobsweg - Romont nach Lausanne

Hike partners: Freeman


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