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Capanna d'Alzasca, Cima di Catögn


Published by Zaza , 4 January 2010, 08h16.

Region: World » Switzerland » Tessin » Locarnese
Date of the hike: 3 January 2010
Snowshoe grading: WT4 - High-level snowshoe hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Rosso di Ribia   Gruppo Pizzo Cramalina 
Time: 2 days
Height gain: 2000 m 6560 ft.
Height loss: 1400 m 4592 ft.
Maps:1292, 1291, 1311

Ein Besuch der wunderbaren Capanna d'Alzasca gehört für mich zu den Standards jeder Schneeschuhsaison. Die Gegend ist im Winter herrlich einsam, denn einerseits sind alle Zustiege ziemlich lang und andererseits gibt es keine wirklichen Skigipfel in der Region.

Abgesehen davon lohnt sich ein Besuch auch im Sommer, denn dann bewirten jeweils hochmotivierte Freiwillige im Turnus während zweier Wochen die Hütte. Gemäss den Einträgen im Hüttenbuch scheint die Küche in dieser Zeit sehr gut zu sein.

Nun war diese Tour eigentlich nicht als Solo-Aktion geplant, aber es entwickelte sich alles etwas anders - wie es halt so gehen kann. Der Start erfolgte in Someo bei schönem Wetter mit kräftigem Nordföhn. Schon im Talboden lag einiges an Schnee (bisweilen auch Eis), der aber vorderhand besser zu Fuss begehbar war. Spuren waren abolut keine zu sehen und ab etwa 1000 m kamen die Schneeschuhe zum Einsatz. Nach einer Zone mit üblem Bruchharsch besserte die Sache allmählich und über tragenden Schnee ging es zur Hütte. Da es erst 15 Uhr war, deponierte ich unnötiges Material und machte eine windige Tour zuerst zum Böcc di Rocchett, dann quer über den Lago d'Alzasca und zur Bocchetta di Cansgei. Dies waren Rekognoszierungen für den zweiten Tag - es wurde mir rasch klar, warum die Bocchetta di Doia im Winter in aller Regel nicht begehbar ist. In der Hütte war das übliche Prozedere angesagt...Schnee schmelzen, Einheizen, Kochen usw. Wegen dem starken Wind war das Einheizen nicht ganz einfach und es dauerte etwa 2 Stunden, bis es allmählich behaglich wurde. Die Hütte hat übrigens auch eine gut ausgebaute Bibliothek; langweilig wird es also sicher nicht.

Der kategorische Imperativ der Selbstversorgerhütten besagt: Lass die Hütte sauberer zurück, als du sie angetroffen hast. So gab es am Morgen einiges zu tun, trotzdem erfolgte der Abmarsch kurz nach 7, noch im Licht der Stirnlampe. Die Spuren des Vortages waren wieder zugeweht, trotzdem ging es zügig zur Bocchetta di Cansgei, dann etwas runter ins Val di Campo und wieder aufwärts zur Bocchetta di Catögn (dieser Aufstieg quert steile Hänge und darf nur bei sicheren Verhältnissen begangen werden!). Über den einfachen Grat erstieg ich die Cima di Catögn - herrlich der Rundblick, bis hin zum unverkennbaren Monviso in der Ferne! Auf dem Rückweg stach ich etwa 50 hm oberhalb des Passes steil hinunter Richtung Alpe Categn (die Rinne, die vom eigentlichen Pass runter führt, ist ziemlich steil und kann Probleme bereiten). Von der Alp versuchte ich etwa dem Sommerweg zu folgen, wobei diverse mühsame Lawinenkegel zu queren waren. Schliesslich erreichte ich Camana und dann auf der vereisten Strasse Vergeletto.

Dieses kleine Dorf bleibt im Hochwinter fast 1.5 Monate ohne Sonne. Die Gemeinde brütet über einer Spiegellösung, ähnlich wie in Viganella. Allerdings wären scheinbar wegen der besonderen Topografie zwei Spiegel nötig, um dem Dorf ein paar Sonnenstrahlen zu bringen.

In Vergeletto sprach ich einen Mann an, der sich zur Abfahrt bereit machte, und kam so gleich zu einer netten Mitfahrgelegenheit nach Locarno: Mille grazie!


Hike partners: Zaza


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Comments (2)


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Seeger says: "Nun war diese Tour eigentlich...
Sent 4 January 2010, 11h07
nicht als Solo-Aktion geplant, aber es entwickelte sich alles etwas anders - wie es halt so gehen kann." Sorry Manuel, dass ich gekneift habe. Wenn ich Deinen spannenden Bericht und die Bilder sehe ist mir klar, dass es eine Schneeschuh-Nummer zu gross gewesen wäre für mich.
Aber wir bleiben dran, gell: Palau, Carugo, ..ohne Harschschnee.
Cari saluti
Andreas

Zaza says:
Sent 4 January 2010, 12h30
Ciao Andreas,

die Aussage bezieht sich nicht auf dich...aber Alzasca im Winter ist immer wieder prachtvoll! Nur noch (schätzungsweise) 5 Monate bis Palau...

Gruess, zaza



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