Spitzhorn 2807m (Westgrat) - Schafhorn 2697m


Published by Bergamotte , 5 September 2025, 14h16.

Region: World » Switzerland » Bern » Saanenland
Date of the hike:26 August 2025
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Time: 5:00
Height gain: 1920 m 6298 ft.
Height loss: 1080 m 3542 ft.
Route:12km
Access to start point:cff logo Innergsteig
Access to end point:cff logo Sanetsch-Stausee
Accommodation:Auberge du Sanetsch

Das Spitzhorn thront prominent über dem hinteren Saanenland, selbst wenn es rundum eine Reihe höherer Gipfel gibt. Es wird regelmässig von Osten und Südwesten über die markierten Wege begangen. Diese haben mich nie besonders gereizt. Der ausgeprägte Westgrat hingegen schon. Leider ist diese Route selbst im Papierführer dem Rotstift zum Opfer gefallen. Schade, sie ist lohnend und nicht besonders schwierig, einfach brüchig.

Nach zerdrückter Tagwacht starte ich erst spät um 10:15 vom Parkplatz der LSB Sanetsch. Der Wanderweg (zwei Varianten nach Burg) bringt mich zum ersten Zwischenziel, die Vorderi Wispile (1749m). Hier entscheide ich mich, wieder mal auf der Walliser Wispile vorbeizuschauen. Natürlich wäre dieser Umweg nicht nötig, aber mein Faible für Gipfel ist ungebrochen. Der Preis ist eine anschliessende mühselige Querung nach Süden in den Schryend Graben. Auf beliebigem Weg (des geringsten Widerstands) peilt man den NW-Sporn an (T5+ bis T6-). Den begrenzenden Felsgürtel umgeht man in einem Halbkreis und gewinnt anschliessend den Westgrat, zuletzt T5. Der Weiterweg über den Grat bleibt zunächst gutmütig, breites Gehgelände. Ich bin fast schon gelangweilt, enttäuscht. Das legt sich, als ich den Felsgrat erreiche. Endlich darf geklettert werden, in recht brüchigem Fels. Die Schwierigkeiten bewegen sich im Bereich T6/II. Wird puristisch immer der Gratkante gefolgt, ist es eine III. Und dann stehe ich bereits auf dem Spitzhorn (2807m), wo bereits zwei Herren pausieren. Einer, LorenzZH, entpuppt sich als regelmässiger Hikr-Leser.

Der überraschend gutmütige Westgrat hat meinen Adrenalindurst nur ansatzweise gestillt. Was kann man da machen? Weiterweg über den Südgrat Richtung Schafhorn. Das geht zunächst ganz leidlich. Doch der Abbruch etwas südlich von P. 2764 erweist sich als (zu) hartes Pièce de Résistance. Nachdem ich längst in einer brüchigen T6+ am Rumeiern bin und immer noch keine Lösung gefunden habe, strecke ich die Waffen, d.h. Umgehung in der Ostflanke. Dann gleich zurück zum Grat, die markante Felsnadel lässt sich tatsächlich übersteigen. Am Schlussaufschwung zum Schafhorn (2697m) ist nochmals volle Konzentration gefragt: ausgesetzt, brüchig, steil (T6+/II) - so habe ich mir das vorgestellt. An der heikelsten Stelle hängt eine verschimmelte Schlinge; es gibt offenbar noch mehr Spinner.

Wenig südlich vom Schafhorn verführt ein Gerölltrichter (s. LK) zum Direktabstieg nach Osten. Doch der Verlauf ist von oben nicht einsehbar und ich zweifle, ob sich der Felsgürtel vernünftig überwinden lässt. Also weiter dem Grat entlang. Erneut zwingt mich ein Abbruch zu einem Ausweichmanöver nach Osten. Zwischenziel ist diue Rossgrabenlücke, aus welcher - das weiss ich - ein Abstieg möglich ist. Unmittelbar treffe ich auf eine weitere Scharte. Und dieser (vermeintlichen) Abkürzung kann ich nun nicht mehr widerstehen. Die gute Nachricht: ja, es geht (T6). Die schlechte Nachricht: das Gelände ist rau und hässlich. Kollateralschaden: aufgerissene Wander- und Unterhose. Und da sage noch einer, dieser Sport sei günstig.  Item. Irgendwann ist der Wanderweg am Sanetschsee erreicht und wenige Minuten später erreiche ich die Bergstation der LSB. Das Warten aufs Bähnli dauert dann hingegen mehr als bloss wenige Minuten... Es versteht sich von selbst, dass ich bei Gelegenheit die Gratüberschreitung ab Rossgrabenlücke Richtung Arpelistock und Geltenhorn fortsetzen werde.


Zeiten (kum)
1:00  Wallsier Wispile
3:00  Spitzhorn
3:45  Schafhorn
5:00  cff logo Sanetsch-Stausee

Hike partners: Bergamotte
Communities: T6


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0Km
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