Table Mountain (1087 m)


Published by alpinos , 8 November 2009, 13h40.

Region: World » South Africa
Date of the hike:26 November 2008
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: ZA 
Time: 8:00

Der Tafelberg ist das weithin sichtbare Wahrzeichen Kapstadts. Zusammen mit den Bergen Lion's Head im Westen und dem Devil's Peak im Osten begrenzt er die sogenannte City Bowl: in dieser nach Norden zur Table Bay hin flach auslaufenden Senke liegen die inneren Stadtbezirke wie Gardens, Bo Kaap, Oranjezicht oder De Waterkant liegen. Man kann hier im Gegensatz zum Stadtteil Camps Bay auf der Westseite des Lion's Head zwar nicht den Sonnenuntergang erleben, dafür ist die Innenstadt vom kalten Wind des Atlantik geschützt.

Die oberen Schichten des Tafelberg bestehen aus quarzhaltigem Sandstein, die sich auf tiefer-gelegenden Granit auftürmen. Der imposante Block erhebt sich fast 1100 m über die Table Bay; nach Norden bildet er eine mehrere hundert Meter abfallende Wand; im Westen läuft er in Form der Zwölf Apostel als steil ins Meer abfallende Kette entlang des Atlantik nach Süden. Das Plateau des Tafelbergs fällt nach Süden in Richtung Hout Bay flach ab. Meist hängen, durch die besondere Lage bedingt, Wolken über dem Berg (sein Tischtuch); von Süden her wehen sie über das Plateau und lösen sich beim Hinunterfallen in die City Bowl auf - ein beeindruckendes Schauspiel. Überaschend ist der Temperaturunterschied zwischen der Stadt und dem Plateau; selbst wenn es unter schwüle 35°C hat, kann es oben recht frisch und windig sein.

Der Tafelberg ist ein Kletterparadies - für "Trad.-Kletterer". Es gibt keine mit Bohrhaken versehene Routen, man muss also einiges an Alpinkletter-Kenntnissen und Material mitbringen. Der Normaltourist hat die Möglichkeit, mit der Seilbahn direkt auf den Gipfel zu fahren (die Gipfelstation ist weithin als keiner Kasten am Westgipfel des Tafelbergs zu erkennen). Wer etwas Kondition mitbringt, der kann durch die Platteklip Gorge auf das Plateau steigen [T2]. Der India Venster Trail ist um einiges schwierigerer und führt an der Westkante des Tafelsbergs über den Venster Buttres und das India Venster hinauf zum Western Table; hinfür ist Bergerfahrung, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Wegfindungsfähigkeit nötig; einige Kletterstellen im II. bis III. Grad sind zu bewältigen. Wir schätzen diese Route als T5 ein.

Als Wanderkarte empfehlen wir "Table Mountain - the map", die man z.B. in einem der Outdoorläden in der Innenstadt oder der Waterfront kaufen kann. Hier sind die Wege eingezeichnet, die in natura allerdings nicht immer markiert sind.



Tourenbeschreibung
 
  • Unseren ausgedehnten Urlaub in Südafrika und Namibia wollten wir - wie drei Jahre zuvor - mit der Besteigung des Tafelbergs beginnen. Wir hatten uns eine Zimmer in einem Backpackers im Stadtteil Observatory am östlichen Fuß des Devil's Peak genommen. Wir wollten nicht mit dem Taxi zum Fuß des Tafelbergs fahren, sondern entschieden uns, direkt von hier aus die Tour zu beginnen.
  • Wir fanden unseren Weg zu der markanten Windmühle oberhalb von Observatory, überquerten den deWaal-Drive und gingen auf einem Wanderweg über Wiesen und an einem Pinienwald entlang hinauf zum Rhodes Memorial. Dieses wurde zu Ehren des Diamant- und Goldmagnaten Cecil Rhodes errichtet, der maßgeblich die Geschichte Südafrikas und des gesamten südlichen Afrikas geprägt hat. Von hier hat man eine wunderbare Aussicht über die Cape Flats, die False Bay im Süden und die Berge, die sich östlich an die Stadt anschließen.
  • Hinter dem Denkmal oberhalb des Parkplatzes beginnt ein unbeschildeter Wanderweg; man folgt den Trittspuren hinauf Richtung Plumpudding Hill: wenn man sich immer etwas rechts hält, dann findet man den Weg; man überquert auf halber Höhe eine Forststraße, die kann als Auffanglinie dienen. Vom Plumpudding Hill führt ein schon deutlicherer Pfad hinauf zum King's Blockhouse. Von hier aus kann man der Mowbray Ridge entlang auf den Devil's Peak steigen - allerdings mitten durch Fynbos, niedriges Buschzeugs, das fieserweise mit recht vielen Dronen besetzt ist. Es ist eine besondere Art zu wandern, der Fynbos reißt hervorragend Wanderhosen oder Beine auf, man muss sich daran gewöhnen.
  • Wir bogen unterhalb des Blockhouse auf den Contour Path, einen besseren Forstweg, ab. Dieser zieht sich auf ca. 400 m herum um den Devil's Peak und hinein in die Nordflanke des Tafelbergs. Diesem folgten wir in gemütlichen Tempo und gelangten nach ca. 2 1/2 Stunden kurz vor der Talstation der Bergbahn an die Abzweigung zum Aufstieg.
  • Zum Weg durch die Platteklip Gorge bracht man eigentlich nicht viele Worte verlieren - einfach immer dem breiten, gut ausgebauten Weg und den zahlreichen Wanderern nach. Der Anstieg ist schon beachtlich steil, im oberen Bereicht kurz vor dem Ausstieg auf das Plateau ist etwas kraxelig - insgesamt wohl T2. Nach einer Stunde kamen wir oben an - und wurden fast von den Menschenmassen überrannt, die von der Bergbahnstation hinüber zum Maclear's Beacon, dem östlichen Gipfel, pilgerten. Nun ja, jedem das sein. Wir gingen etwa abseits und machten eine ausgiebige Rast und bewunderten den Ausblick Richtung False Bay.
  • Nachdem wir drei Jahre zuvor den Abstiegsweg über das India-Venster [T4+] nicht gefunden hatten (das Buschwerk hatte uns überwältigt), wollten wir es diesmal nochmals versuchen. Von der großen Wegkreuzung beim War Memorial führt ein kleiner, zunächst undeutlicher Weg durch das Gestrüpt hinein in die Senke zwischen Western Table und Fountain Peak. Man sollte sich immer etwas rechts oberhalb der Senke halten; hier findet man immer wieder Trittspuren und auch ab und an eine kleine gelbe Markierung. An der Fountain Ledge entlang ist der Weg deutlich sichtbar und ohne Probleme zu folgen. Eine erste ausgesetzte Kletterei folgt, dann läuft man zum ersten Mal unter der Seilbahn hindurch. Nun beginnt der Abstieg über Blockwerk, Stufen und Bänder. Es erfordert manchmal einiges Geschick, den Weg zu finden, aber mit etwas Gespür sollte es kein Problem sein. Die letzte Kletterstelle im zweiten bis dritten Grat hat es in sich: 15-20 m über recht abgegriffenen Fels; die Züge sind teils recht weit; im Aufstieg geht es bestimmt besser. Ist diese Stelle überwunden, läuft man auf gutem Wanderweg hinab zur Talstation der Bergbahn. Für den Abstieg benötigen wir ca. eine Stunde.
  • Von hier aus wanderten wir anschließend wieder über den Contour Path und das Rhodes Memorial zurück nach Observatory.



Wir empfehlen, die Tour umgekehrt zu begehen, also über das India Venster hoch und über den Normalweg wieder runter. Eine ausführliche Beschreibung des India Venster Trails findet sich hier (nur auf Englisch). Auf der gleichen Seite gibt es auch Informationen zu Kletterrouten am Tafelberg und in anderen Gebieten Südafrikas.

Hike partners: alpinos


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 1480.gpx Tafelberg

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