Rückkehr über das Gemsfairenjoch zum Urnerboden


Published by rhenus , 1 November 2021, 17h58.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike:12 April 1988
Mountaineering grading: F
Ski grading: PD+
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   CH-UR   Claridengruppe 
Height gain: 300 m 984 ft.
Height loss: 1700 m 5576 ft.

Am 4. Tag unserer Frühlingsskitouren im Claridengebiet kündigte sich ein Wetterwechsel an. Wir beschlossen daher, in die Zivilisation zurückzukehren. Nach unserer zweiten Nacht im Winterraum der ungemütlich kalten, damals noch nicht isolierten Planurahütte hiess es daher, die Hütte sauber aufzuräumen und unsere Siebensachen wieder zusammenzupacken. Bei Nebel, schlechter Sicht und starkem Wind stiegen wir zum Claridenpass hinauf und stöckelten bzw. fuhren dann vorsichtig den Claridenfirn hinunter, denn unsere Spuren vom Aufstieg waren verweht und nicht mehr sichtbar. Auf einer Höhe von ca. 2680m stiegen wir nordwärts zum Gemsfairenjoch hinauf. Infolge schlechter Sicht verzichteten wir auf eine Besteigung des Gemsfairenstocks und fuhren bei diffusem Licht über den Langfirn direkt zum Fisetengrat hinunter. Im Wängiswald machten wir das letzte Mal Rast, entzündeten ein Feuer und brätelten. So erreichten wir etwas müde aber glücklich wieder den Urnerboden, von wo wir mit dem ÖV nach Hause zurückkehrten. 

Wertvolle Langzeitdaten vom Claridenfirn
Interessant ist der Claridenfirn auch für die Glaziologen, denn diese messen seit 1914 ununterbrochen den Zuwachs und das Abschmelzen des trotz relativ geringer Höhenlage erstaunlich grossen Gletschers. Die Messreihe ist weltweit einmalig und die längste dieser Art, weil sie seit Beginn der Kampagne in einem konstanten Detaillierungsgrad durchgeführt wird. Zweimal pro Jahr im Frühling und Herbst suchen die Glaziologen die beiden Messstandorte auf 2700m und 2900m Höhe im Firn auf. Um die Massenveränderungen ermitteln zu können, graben sie einen tiefen Schacht bis ins Vorjahresniveau. Die Dicke aber auch die Dichte der neuen Schicht wird ermittelt. Im Frühling 2013 mussten sie 7m tief graben, um auf das Niveau vom Herbst 2012 zu kommen. Aufgrund der globalen Erwärmung dürfte auch der 4.7 km2 grosse Claridengletscher bis ins Jahre 2100 weitgehend abgeschmolzen sein, obwohl die Eisdicke beim oberen Pegel derzeit noch ca. 200m beträgt.

Hike partners: rhenus


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