SC31: Capanna Como - Via di Monti Lariani - Fordeccia


Published by basodino , 3 August 2021, 22h40.

Region: World » Italy » Lombardy
Date of the hike:30 July 2021
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: Gruppo Val Cama   I 
Time: 9:00
Height gain: 970 m 3182 ft.
Height loss: 1670 m 5478 ft.
Route:28 km
Access to end point:Fordeccia ist durch eine Fahrstraße erschlossen, ob es einen regelmäßigen Busverkehr gibt, weiß ich leider nicht
Accommodation:Rif. Como CAI (1785 m), Selbstversorgerhütte, online buchbar, Türcode erforderlich, 18 Plätze, Küche, WC, Wasser, Gas, Strom vorhanden (Achtung: Laden von Handys nur mit USB-Anschluss), Baita dal Vikingo in Fordeccia, einfaches Hotel mit guter Küche, EZ+DZ

Wie bereits gestern entschieden, konnten wir unseren Weg erneut wegen des Wetters nicht wunschgemäß fortsetzen. Statt oben herum über die Alta Via del Lario unseren Weg nach Fordeccia (knapp unterhalb San Bartolomeo) zu gehen, nahmen wir die mittlere Variante über die Via di Monti Lariani. Das war auch nicht so ganz falsch, denn bereits um 11 Uhr waren alle Gipfel oberhalb von 2000 m in dicken grauen Wolken verschwunden.

Zunächst hieß das aber 1.150 Höhenmeter durch das Val Darengo abzusteigen. Wir starteten für diese lange Etappe früh und gingen gegen 6.15 Uhr los. Der Weg ist anfangs recht ruppig und alles andere als knieschonend. Schwierig ist er nicht, aber ein flüssiger und flotter Rhythmus wollte nicht aufkommen. So dauerte es eine Stunde bis wir auf die sanfte Weide der Alpe Darengo kamen (ca. 1.400 m). Mit gerade mal 300 Höhenmeter Abstieg pro Stunde gewinnt man keine Rekorde. Und es wurde was die Zeiten anging auch nicht viel besser. T3, 1 h 20 min
Der nächste Abschnitt bis zur Brücke über den Fluss auf ca. 980 m dauerte auch viel länger als gedacht, was aber hier am eher flachen und beschaulichen Wegverlauf hängt. Man kommt nicht so recht runter. Dafür ist die Passage schon wesentlich freundlicher zu den Knien. T2, 1 h 15 min
Nach der Brücke geht es in eine sehr flache, zuweilen eher ansteigende Querung bis zu den Häusern von Baggio hinüber. T2, 25 min
Von hier geht es über einen Weg aus Stufen mit Kopfsteinpflaster steil hinab, Gift für jedes schwächelnde Knie. Aber immerhin macht man Meter. T1, 30 min

Bevor man die Brücke nach Dangri benutzt, findet man das erste Schild der Via di Monti Lariani (Weg 4). Diesen Weg müsste man eigentlich nach rechts weitergehen, um in ca. 100 km bis nach Cernobbio (nahe Como) zu wandern. Das war aber nicht unser Plan und würde nochmals ca. 4-5 Tage dauern. Wir bogen hier links ab, um den Weg an sein Nordende nach Sorico zu folgen, was dann nur so ca. 25 km waren.

Der Weg verzweigt sich bald nochmals nach rechts und ist anfangs eine erfreuliche, schöne und leicht absteigende Spur. Nachdem man an einigen verfallenen Häusern vorbeigekommen ist, biegt man deutlich nach rechts hinab ab (weitere verfallene Häuser voraus erreicht man nicht mehr ganz). Die Spur wird schmaler, überwachsener und verliert sich im Talgrund beinahe ganz. Es lagen ein paar dünne Bäume quer und eine Ausweichspur bog links aufwärts ab. In einer Beschreibung fanden wir den Hinweis rechts durchs Talbett zu gehen. Ich überstieg aber die dünnen Bäume und folgte der nun völlig überwachsenen Spur motiviert durch weitere Wegzeichen. Bald wird die Spur wieder deutlicher und führt leicht ansteigend nach Barro, einer kleinen landwirtschaftlichen Siedlung, die nahe dem Verfall ist, aber einige Esel beherbergt. T3, 25 min

Jenseits der Siedlung weist ein Schild hinab in den Wald. Der Weg wird auch hier wieder etwas undeutlicher und weicht gelegentlich von den Wegzeichen ab. Letztlich aber ohne größere Probleme erreicht man das Bachbett, wo man den Torrente di Bares überqueren muss, was auch beim derzeitigen Wasserstand kein größeres Problem war. Das kann aber nach aktuelleren Regenfällen schon mal ein Problem sein. T3, 10 min

Nach dem Bach wartet der größte Anstieg des Tages auf einen. Von 550 m geht es nun bis 1060 m hinauf. Der Weg ist dabei schon als wild zu bezeichnen. Er beginnt sehr steil in kurzen Kehren und immer wieder eingeschränkt durch Ginsterbüsche, Brombeersträucher und allerlei andere Pflanzen, die sich einem in den Weg gewachsen haben. An ein paar Stellen muss man auch von der Spur abweichen, was aber durch Vorgänger bereits zu provisorischen Ausweichstellen geführt hat. Aus der extremen Steile kommt man etwas heraus, wenn man einen Rücken erreicht. Darüber geht es weiter hinauf und bald in eine Querung nach rechts, wo man diverse Furchen mit kleineren Bächen überschreiten muss (hier ist der Weg für einige Minuten flach). Schließlich erreicht man in Puii die ersten intakten Häuser, wo wir dann auch unsere Mittagsrast hatten. Von hier sieht man auch schön nach Barro, Dangri und Baggio zurück. T3+, 55 min

Ab Puii wird die Spur dann erheblich leichter, weil sie kaum mehr überwachsen ist. In Trobbio bestand dann für uns das Problem, dass es zwischen den Häusern überhaupt keine Spur mehr hat (mehrheitlich sind es sehr steile Wiesen und Hauszugänge) und dass es hier auch an eindeutigen Wegzeichen mangelt. Die Logik hier ist: rauf, rauf, rauf und wenn man auf dem oberen Weg aus den Häusern hinaus ist, hat man die letzte Abzweigung nach oben (links) bereits übersehen. Wir liefen auf jeden Fall auf die Straße und kehrten dort nach 10 Minuten wieder um. Fast so als wollte uns der Himmel den Weg weisen, hatte es auf der Straße zu tröpfeln angefangen, was aber zurück auf dem Weg sofort wieder aufhörte und heute auch nicht mehr zum Thema wurde.
Letztlich quert man aus den Häusern von Trobbio am rechten oberen Rand ansteigend (!) heraus und steigt auf einen grasigen Rücken hinauf mit einzelnen Ferienhäusern. Der Weg flacht auf 1060 m ab und man kommt an einem Brunnen vorbei. Man umrundet den Rücken ganz leicht absteigend und nimmt Tabbiadello als Ort eigentlich nicht wahr. T2, 1 h 15 min (ohne unseren Verhauer 15-20 Minuten weniger)

Der Weg bleibt jetzt lange sehr angenehm und fällt tendentiell eher leicht, als dass er noch ansteigt. So quert man in ein Tal hinein, welches aber nicht aus einer Furche besteht, sondern zunächst muss man ein gutes Stück weit queren, um einen kleineren Zwischenrücken mit einigen Häusern zu erreichen. Die Lokalität heißt Incisa und ist mit 950 m für meinen Höhenmesser und die Karte zu niedrig verzeichnet. Hier machten wir eine weitere Pause. T2, 0 h 45 min

Inzwischen war es sonnig und richtig warm geworden. Doch trotzdem muss man jetzt 100 m absteigen, um unten den Bach über eine gute Brücke zu überqueren. Der Weg hinab ist sehr steil und ruppig und für einen Mountain-Biker kaum geeignet, wie wir anhand einer Begegnung feststellen durften. Jenseits steigt er wieder steil an, was aber weniger ruppig ist und eher wieder in die vegetationsreiche Ecke passt. Insgesamt aber kein Vergleich zu vorher. Nachdem man die Höhe wieder komplett aufgeholt hat, quert man aus dem Wald raus auf die Felder von Montalto. Hier umrundet man den zweiten Rücken und hat nur noch ein Tal vor sich. T3, 40 min

In Montalto folgt man erst der Straße leicht ansteigend bis an ihr Ende, biegt ansteigend links ab und erreicht eine zweite Straße, der man dann absteigend folgt. Nach der 3. Kehre biegt man scharf links ab und erreicht den nächsten flachen Weg, der in das letzte Tal führt. Waren auch schon vorher immer wieder Bremsen ein Thema, hier wurde ich gleich von einem ganzen Schwarm angefallen. Ich rate zur Verwendung von Insektenspray oder langer Bekleidung.
Der Weg hält lange die Höhe und führt nur kurz hinab zu einem Bach. Dieser ist aber noch nicht der Tiefpunkt, denn nach einem kleinen Zwischenrücken erreicht man einen zweiten Bach, den man auch noch überqueren muss. Jetzt muss man noch 2 x ca. 50 Höhenmeter ansteigen, während man nach den ersten Häusern, die man rechts liegen lässt, auf einem Fahrweg ca. 30 Höhenmeter verliert. Auf der normalen Straße geht es dann im 2. Anstieg nach Fordeccia, wo wir ziemlich müde ankamen. T2, 1 h 20 min

Die Unterkunft liegt an einer wenig befahrenen Straße. Jenseits ist ein winziger Hügel, auf dem ein Tisch mit 2 Stühlen steht. Hier kann man sich wie der König des Comer Sees fühlen, wenn man mit einem kühlen Getränk und ein paar Chips das Erreichen des lange ersehnten Zieles (vor-)feiert. Es konnte kaum anders sein, als dass ein Regenschauer diesem triumphalen Moment Einhalt gebot. Aber auch ohne das gute Wetter, welches wir uns natürlich gewünscht hätten, und die Alta Via del Lario wäre natürlich die absolute Krönung gewesen, ist dieser Weg von Alp zu Alp (ehemalige Alpen muss man sagen) ein angemessenes Finale mit vielen Eindrücken und auch auf die konditionelle Leistung durften wir ein wenig Stolz sein.

Am nächsten und letzten Tag würde es dann nur noch die knapp 900 Höhenmeter hinab an den See gehen ...


Hike partners: basodino, tourinette


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