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Gross Muttenhorn via Nordgrat


Published by darkthrone , 31 August 2009, 22h04.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike:30 August 2009
Hiking grading: T6+ - Difficult High-level Alpine hike
Mountaineering grading: AD
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS 
Height gain: 960 m 3149 ft.
Height loss: 960 m 3149 ft.
Access to start point:Furkapass
Access to end point:Furkapass
Accommodation:Hotel Tiefenbach

Unser Plan:

Besteigung des Gross Muttenhorn via Nordgrat

Grund:

 
Normalaufstieg/Überschreitung zu wenig interessant; Informationen über die Route gibt
es fast keine, daher scheinbar nicht viel begangene Route.

Gestartet ist unsere Seilschaft (Elisabeth, Tinu und ich) am Sonntagmorgen um 06.48 auf der Furkapasshöhe über den Wanderweg (T1) bis zum Fuss der Moräne des Muttengletschers.

Weiter über einen kleinen Pfad (Gletscherzustieg) (T3) auf der Moräne aufgestiegen. Wir haben dann den Weg am Fusse des Muttengletschers linkshaltend verlassen und sind weglos am Fusse des Nordgrates über Block-und Firnfelder (T4) hochgewandert, auf der Suche nach einem machbaren Aufstieg auf den Grat.

In der Flanke des Nordgrates gibt es einige sehr steile Couloirs welche hoch auf den Grat führen. 2 Couloirs standen Schlussendlich als mögliche machbare Aufstiegskanditen zur Auswahl. Wir entschieden uns zuerst für das hindere, brachen den Versuch doch gleich wieder ab, da viel zu Steil und gefüllt mit losem Schutt und Sand. So wanderten wir zurück zum vorderen Couloir und hofften mit Hilfe von diesem unser Aufstieg auf den Nordgrat zu schaffen. So stiegen wir in das extrem steile Couloir ein (T6). Der Aufstieg gestaltete sich als sehr heikel, da das ganze Couloir auch hier mit losem Geröll, Sand und Lehm gefüllt war. Dank des Pickels konnten wir zum Teil einige Stufen in den losen Untergrund schlagen. Wurde diese Stufe jedoch einmal benutzt, verfiel diese wieder, sodass der nächste sie neu anlegen musste. Haltemöglichkeiten links und rechts am Felsen konnte man vergessen, bröselte der Fels schon bei kleinster Berührung ab. Der Pickel verrichtete jedoch hilfreich seine Dienste, wenn man diesen Tief in den Lehm einschlug und als Haltehilfe benützte. So waren wir alle froh heil auf dem Grat angekommen zu sein, denn ein Ausrutscher hätte zu einem fatalen Absturz geführt.
Die Tour verlief nun weiter meistens auf dem Grat, ab und zu querend in den steilen Flanken begleitet von ständiger Kraxelei (T5+/T6) über Felstürme. Die Schlüsselstelle des Grates bilden die zwei letzten Felstürme welche erklettert werden müssen (III) (T6+) Ab hier war für uns klar, dass wir uns von nun an anseilten. So sicherten wir uns über die zwei letzten Türme was einen zeitlich erheblichen Mehraufwand bedeutete. Alle Zwischensicherungen und Standplätze mussten selbst mit Hilfe von Bandschlingen und Felszacken eingerichtet werden, was nicht immer leicht war, da der ganze Grat sehr brüchig ist.
Auf dem letzten Felsturm welcher überklettert werden muss befindet sich anfangs des Turms gleich ein rostiger Abseilring mit Maijor Rapid, dieser ist jedoch nicht die Abseilstelle! Um die Richtige Abseilstelle zu erreichen muss der Turm durch erklettert werden. Die Richtige Abseilstelle befindet sich auf der Südseite etwas unterhalb der höchsten Stelle. und ist sehr gut eingerichtet. Hier muss ca. 20 Meter Senkrecht abgeseilt werden um in die nächste Gratsenke zu kommen.
Nach dieser Stelle wird das Gelände wieder einfacher (T5+) sodass wir uns abseilten  und der Rest des Gipfelaufstieges unangeseilt hinaufkraxeln konnten.
Auf dem Gipfel genossen wir das grandiose Panorama bei schönstem Wetter.
Der Abstieg erfolgte über den Normalweg T4+.


Routeninfo:
Nordgrat (Anspruchsvollste Variante am Grossen Muttenhorn)
Die ganze Route über den Grat ist nicht markiert, die Wegfindung ist einem selbst überlassen.

Einstieg:

ca. in der Mitte des Gletschers (E 675618, N 155952) über ein steiles schuttiges Couloir.
Dieser Einstieg würde ich jedoch nur noch im Notfall wählen, da sehr heikles Gelände.
Besser schon vor dem Gletscher über flacheres Grasgelände aufsteigen.
Routenverlauf:

mehr oder weniger auf dem Grat, manchmal Querungen in den steilen Flanken. Abseilstand
beim letzten Felsturm nicht verpassen, dieser kann nicht umklettert werden!

Sonstiges:

Der ganze Aufstieg über den Nordgrat ist sehr exponiert und setzt ZWINGEND absolute Trittsicherheit voraus. Der Grat ist sehr brüchig, daher ist empfohlen jeden Tritt, Griff vorher auf seine Festigkeit zu testen. Vorzeitiger Ausstieg fast unmöglich. Die Route ist nicht mit Bohrhaken, Ständen ausgerüstet, wer also sichern möchte, sollte die elementare Sicherungstechnik beherrschen.
Schlüsselstellen: 

Die letzten zwei Felstürme (III Gard), Rest der Route (II Grat)
Aufstieg über das Schuttcouloir.

Fazit:

Lohnender alternativ Aufstieg auf das Gross Muttenhorn

Hike partners: darkthrone, Isschrube


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Geodata
 1170.gpx Gross Muttenhorn Nordgrat

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T5 F II
T5-
T5-
T6- II
T4+
1 Aug 12
Gross Muttenhorn · Fraroe

Comments (6)


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Bubu says: Ihr Wilden!
Sent 31 August 2009, 22h19
Gratuliere Euch dreien! Ihr habt super ausgesehen vom Gipfel her :-).

Bombo says:
Sent 1 September 2009, 00h27
Gratuliere Euch zum Nordgrat - ich hab mir diesen dazumals auch kurz angeschaut und ausser viel Gänsehaut war glaube ich nicht zum Vorschein gekommen :-) Respekt!


Pasci says: Kann mich nur anschliessen...
Sent 1 September 2009, 15h03
... herzliche Gratulation!

Taka says: Nordgrat
Sent 15 September 2010, 22h32
Hallo

Ich habe den Muttenhorn Nordgrat schon oft studiert und ihn schlussendlich vor 3 Wochen solo bestiegen. Ich kann bestätigen, dass das Gestein sehr brüchig ist und absolute Vorsicht beim Sichern geboten sein sollte. Da Solo war ich ungesichert unterwegs, hatte allerdings ein 30m Halbseil zum Abseilen dabei, was dringend zu empfehlen ist! Mein Aufstieg führte über den gesamten Nordgrat vom Blauberg aus. Für den Rückweg wählte ich das 2te Couloir ostwärts auf den Firn, was nicht zu empfehlen ist und einiges an Schweiss forderte. Besser wäre es, das 1te Couloir westwärts und dann den Abstieg über den Gletscher zu wählen(; Insgesamt aber eine anspruchsvolle Tour mit Wiederholungswert, vorausgesetzt man mag brüchige Gratkraxeleien. Eine Überschreitung via Klein Muttenhorn auf das Stotzig Muttenhorn ist übrigens auch zu empfehlen, Solo allerdings schlecht machbar (;

Gruss Taka

darkthrone says: RE:Nordgrat
Sent 15 September 2010, 23h18
Ja ist wirklich eine schöne Variante auf das Gross Muttenhorn wenn man etwas einen schwereren Weg bevorzugt. Scheinbar wird der Nordgrat nicht sehr viel begangen an den wenigen Tourenberichte und Infos welche man im Netzt findet

Bambula says: Nordgrat
Sent 21 August 2012, 19h50
Heute konnten wir diese schöne Route auch begehen und euer Bericht hat uns geholfen. Besten Dank.
Nicht einverstanden sind wir aber mit der Bewertung. T6+, ZS, III stellt ja viele grosse Hochtouren in den Schatten und dürfte viele Nachahmer gehörig von dieser Tour abschrecken. Unserer Meinung nach stimmt die Bewertung WS im SAC Clubführer Gotthard nicht schlecht. Allenfalls könnte man auch T5, WS, II+ vergeben. Vielleicht beziehen sich eure Angaben auf den unangenehmen Zustieg durch das Couloir. Folgt man aber dem Grat vom Blauberg her, verhält sich die Tour ziemlich brav. Die richtigen Kletterstellen sind kurz und verlaufen in ordentlichem Fels. Der Rest ist nicht sonderlich ausgesetzt und die losen Blöcke bereiten bei etwas Vorsicht kaum Probleme.


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