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Schwarzachschlucht - der Weg des Wassers


Published by 83_Stefan , 7 May 2021, 18h18.

Region: World » Germany » Südwestliche Mittelgebirge » Sonstige Höhenzüge und Talgebiete
Date of the hike:24 March 2021
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Time: 2:15
Height gain: 50 m 164 ft.
Height loss: 50 m 164 ft.
Route:8,0 km
Access to start point:An der Anschlussstelle Feucht die A 73 verlassen; von der B 8 sodann auf die Schwarzenbrucker Straße abbiegen. Nach einer Linkskurve nach rechts auf die Straße Am Brückkanal abzweigen und geradeaus bis zum Ende fahren. Einige kostenfreie Parkgelegenheiten an Schleuse 60 neben der Autobahnbrücke.
Maps:BayernAtlas

Im südlichen Nürnberger Land hat sich die Schwarzach schluchtartig in den Burgsandstein eingegraben und dabei ein herausragendes Felsambiente geschaffen. Man findet hier Höhlen, Felstunnel und Säulen, was die Wanderung durch die Schwarzachschlucht bei allen Altersgruppen sehr beliebt macht. Auch der hier beschriebene Rückweg entlang des längst aufgegebenen Ludwig-Main-Donau-Kanals thematisiert das Leitmotiv Wasser, denn durch ihn überwand man im 19. Jahrhundert die Europäische Hauptwasserscheide und errichtete eine schiffbare Verbindung zwischen Nordsee und Schwarzem Meer. Anhand des noch intakten Abschnitts lässt sich das einstige Großprojekt hautnah erleben, insbesondere die Kanalbrücke über die Schwarzach ist sehenswert.

An einigen Parkgelegenheiten bei Schleuse 60 am Ludwig-Main-Donau-Kanal - direkt östlich der Autobahnbrücke - beginnt die Rundwanderung. Man folgt dem intakten Kanalabschnitt aufwärts bis zur Waldschänke Brückkanal, wo man links abzweigt. Vorbei an der Geotop-Schautafel und der Ausflugsgaststätte wandert man ein kurzes Stück durch den Wald, bis nach rechts der Weg in die Schwarzachschlucht abzweigt. Er leitet hinunter zum munteren Flüsschen, im unteren Bereich sind ein paar Stufen zu überwinden. 

Entlang der Schwarzach wandert man flussaufwärts, teilweise geht es direkt am Ufer entlang, die Hänge sind bewaldet. Dass sich der Fluss durch Sandgestein gegraben hat, erkennt man sofort am reichlich abgelagerten feinen Sand. Schon bald begleiten erste Felspartien den Flusslauf, die im Laufe der Zeit durch die Erosion modelliert wurden - sind sie mit Moos bewachsen, leuchten sie in der Sonne grün, ansonsten sind sie meist ockerfarben. Die felsige Begleitung wird in der Folge immer dominierender, die Formen der Verwitterung bizarrer: Der Weg leitet an der Karlshöhle unter überhängenden Felsen hindurch und weicht an einer Engstelle sogar auf einen künstlichen Steg aus, ehe er mithilfe einer Leiter durch einen engen Felstunnel führt. Ein spannender Wegabschnitt! Es folgt ein Abschnitt direkt am Fluss, begleitet von kunstvoll modelliertem Sandsteinfels, bis man an einem kleinen Wasserkraftwerk die Schlucht vorerst über eine Treppe verlässt.

Oberhalb der Schlucht bleibt man nur kurz, dann leitet der Weg wieder hinunter. Man wandert direkt am Fuß hoher, feinstrukturierter Felsen entlang und erreicht den vielleicht schönsten Fleck auf der gesamten Schluchtwanderung: An der Gustav-Adolf-Höhle strebt man unter überhängenden Felsen auf ein Felstor neben einem gewaltigen Pfeiler zu, mit dem sich die gesamte Felseinheit abstützt. Jenseits geht es nach einer schmalen Nische mit Sitzbank dicht am Wasser um ein Felseneck herum - welch ein fotogener Ort! Danach verliert sich nach und nach der schluchtartige Charakter und das Tal verbreitert sich. Zeit, um Luft zu schnappen nach dieser atemberaubend schönen Etappe.

Von der schmalen Straße, die aus dem Tälchen hinaus führt, zweigt man rechts ab und bleibt am Fluss. Auch diesen Abschnitt begleiten Felsen und Wald, aber es ist lange nicht mehr so spektakulär wie zuvor. Der Fluss wird zwei Mal überquert und man erreicht schließlich den südlichen Ortsrand von Schwarzenbruck. In südöstlicher Richtung wandert man hinunter zur Dürrenhembacher Straße, hält sich rechts und überquert am Faberwehr abermals den Fluss.

Während die Straße links nach links abzweigt, hält man sich geradeaus und wandert auf einer breiten Schotterpiste durch den Wald nach Südwesten zu einem einzelnen Anwesen. Hier hält man sich rechts und folgt der Schotterstraße zum Ludwig-Main-Donau-Kanal, der am ehemaligen Schleusenwärterhäuschen der Schleuse 52 erreicht wird. Eine hübsche alte Steinbrücke überspannt hier den Kanal. Auf welcher Seite man dem Kanal nach rechts folgt, ist eigentlich herzlich egal - es geht von Schleuse zu Schleuse und man kann erahnen, wie mühsam eine Passage mit dem Schiff hier früher gewesen sein muss.

Kurz bevor sich an der Waldschänke die Runde wieder schließt, erreicht man mit dem namensgebenden Brückkanal den letzten Höhepunkt der Tour: Mittels einer Brücke überquert der Kanal die Schwarzach, was für eine Ingenieursleistung des 19. Jahrhunderts! Der restliche Rückmarsch am Kanal ist bereits bekannt und nur noch ein entspanntes Dahinschlendern. Am Ausgangspunkt existiert die Möglichkeit, die Uferseite zu wechseln.

Schwierigkeiten:
Durch die Schwarzachschlucht: T2 (unteres Level; Treppenstufen, künstlicher Steg).
Rückweg am Ludwig-Main-Donau-Kanal: T1 (breite Wege, keinerlei Schwierigkeiten).

Fazit:
Eine herrliche 5*-Paradetour mit landschaftlich herausragendem Abschnitt in der Schwarzachschlucht. Der Rückweg ist weit weniger spektakulär, aber durchaus nicht uninteressant und wartet mit dem Brückkanal mit einem letzten Glanzlicht für Technikinteressierte auf. Die Schwarzachschlucht ist gut besucht - am besten begeht man sie nicht am Wochenende.

Mit auf Tour: Francesca.

Anmerkung:
Die Schwarzachschlucht ist Geotop Nummer 22 der Reihe "Die schönsten Geotope Bayerns" des Bayerischen Landesamts für Umwelt.

Kategorien: Fränkisches Keuper-Lias-Land, 5*-Tour, Bayerns schönste Geotope, unter 1000, T2.

Hike partners: 83_Stefan


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Geodata
 52353.kml Tourenskizze (kein GPS)

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