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Zugspitze via Nordgrat


Published by hanef , 27 February 2021, 09h26.

Region: World » Germany » Alpen » Wetterstein-Gebirge
Date of the hike:26 February 2021
Hiking grading: T6- - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: IV (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: D   A 
Height gain: 2000 m 6560 ft.
Height loss: 2000 m 6560 ft.

Auf meinem letzten Ausflug hat mich der Nordgrat angelacht, also blätterte ich gleich nach der Tour wieder im AV-Führer. Landschaftlich großartig soll er sein, bisschen brüchig, sehr selten begangen. Schwierigkeiten bis IV.

Also wieder los, zum siebten Mal diesen Februar stapfe ich die Piste in Richtung Riffelriss hoch, die inzwischen schon eine WI-Schwiergkeitsbewertung verdient hat. Aber zum Glück ist inzwischen der Wanderweg vom Schnee befreit und so geht es dann doch besser als zunächst befürchtet.

Der Zustieg erfolgt normalerweise von der Wiener Neustädter Hütte, aber ich wähle den Weg durchs Bayerische Schneekar. Diesmal will ich mir den umständlichen Linksschlenker um den Sporn sparen und möglichst direkt zum Schneekar aufsteigen. Ich finde eine Rinne, in der das gut möglich ist und 150 hm weiter oben geht es weiter durch das Schneekar gen Nordgrat.
Am Ende des Kars angekommen entdecke ich noch einen leichteren Zugang zum Nordgrat (an dieser Stelle eher noch NW-Grat) als beim letzten Mal und schon geht es in dessen Westflanke aufwärts. Zunächst in leichter Kletterei (I - II) , dann in anstrengendem Schuttgelände, immer weiter aufwärts bis der Grat aufsteilt uns sich in viele kleine Rinnen zergliedert (Scharte auf 2550 m).

Der Fels ist hier noch recht brüchig und die Orientierung auch nicht trivial. Tendentiell geht es nach links (Osten), wo man dann irgendwann den linken Rand des Grats erreicht, an einer Stelle, an dem dem sich Grat nochmal ordentlich aufschwingt und in die Nordkante übergeht (ca. 2730 m). Nach links bricht die Kante steil ab in das Couloir, das zwischen dem Westgipfel und Pt. 2927 hinaufzieht. Rechts scheint zunächst ein Weiterkommen möglich und nach einigen steileren Rissen und Wandstellen erreiche ich die im AVF beschriebene Scharte in der Kante (2880 m), kurz unterhalb des Vorgipfels. Ich bin vorgewarnt und umgehe den offensichtlichen, rot-gelben Riss einige Meter weiter rechts. Ich finde etwas besseren Fels, allerdings auch etwas vereist. Bis hierher lief die Kletterei gut, mit sehr wenig Schnee und ohne Eis, aber jetzt müssen Eisgeräte & Steigeisen nochmal arbeiten. Auf die Kletterei folgt dann zum Abschluss noch ein kleiner Eiertanz am Ausstieg über Schneebedeckte Platten und leichtes Gelände zum Pt. 2927. 

Der Abstieg erfolgte über diverse Schneerinnen, die zuletzt im Stopselzieher KS mündeten.

Fazit:
Eine lohnende Unternehmung insbesondere hinsichtlich der wirklich schönen landschaftlichen Eindrücke. Letztere werden leider fast immer von irgendwelchen Seilbahnkabeln getrübt, aber man gewöhnt sich dran. Wer nur auf der Suche nach schöner Kletterei ist sollte sich eine andere Tour überlegen. Der Zustieg zum Grat ist lang (4-6 h ab Eibsee), die Kletterei verhältnismäßig kurz (ca. 300 hm) und selten kommt wirklich Grat-Feeling auf, da man sich nie wirklich auf der Schneide bewegt. Der Fels ist zudem mit Vorsicht zu genießen, auch wenn die Qualität im oberen Teil etwas zunimmt. Trotz solo-bedingter Extravorsicht haben sich bei mir einige Felsblöcke verschiedenster Größen gelöst.
Die Reiz der Tour liegt daher für mich eher darin, über einen alternativen Anstieg und auf beeindruckender Linie auf die Zugspitze zu gelangen und dabei das Zugspitzmassiv aus einem ungewohnten Winkel zu erleben.

Hike partners: hanef


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Comments (2)


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Nic says:
Sent 27 February 2021, 12h10
Klasse Tour! Die Zugspitze scheint dich anzuziehen. ;-)

VG Nico

hanef says: RE:
Sent 27 February 2021, 12h40
Wie kommst du denn darauf, Nico? ;)

VG Hannes


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