Teufelsküche Obergünzburg - herrliches Chaos!


Published by 83_Stefan , 20 November 2020, 17h24.

Region: World » Germany » Alpenvorland
Date of the hike:15 November 2020
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Time: 0:30
Height gain: 100 m 328 ft.
Height loss: 100 m 328 ft.
Route:1,7 km
Access to start point:St 2012 zwischen Markt Rettenbach und Obergünzburg; kostenfreier Parkplatz neben der Straße gut zwei Kilometer südlich von Ronsberg.
Maps:BayernAtlas

In unzähligen Mäandern windet sich die Östliche Günz durch das Unterallgäu nach Norden. Nahe Obergünzburg hat die steile Ostflanke des Tals die bei Jung und Alt beliebte Teufelsküche hervorgebracht, bei der es sich um ein ganzes Ensemble an Felsabbrüchen und zum Teil übereinander gestapelten Blöcken handelt. Die Grundlage hierfür hat einst die Eiszeit geschaffen, als sie gewaltige Mengen an Schotter aus den Alpen nach Norden transportiert hat. Über die Jahrtausende hat sich der Schotter zu Konglomeratgestein verfestigt und durch die Schaffenskraft der Erosion ist irgendwann die Flanke mitsamt den Gesteinsbrocken zu Tal gerutscht. Eine kurze Wanderung erschließt dieses Geotop der ganzen Familie.

Die Kurzwanderung beginnt an einem kostenfreien Parkplatz, gut zwei Kilometer südlich von Ronsberg neben der Staatsstraße 2012. Hier beginnt ein Wanderweg, der im Wald recht steil aufwärts leitet. Nach etwa 60 Höhenmetern erreicht man eine Verzweigung: Zum Geotop hält man sich rechts (Beschilderung "Teufelsküche" auf der Rückseite eines Baumstamms). Der Steig führt im Auf und Ab entlang der Abbruchkante nach Norden und erschließt dabei das herrliche Chaos der einst abgeglittenen Felsblöcke. Diverse Trittspuren in alle Richtungen zeigen, dass Vieles erkundet werden kann, vom steilen Abbruchbereich sollte man sich aber lieber fern halten. 

Der Steig trifft schließlich auf einen Fahrweg. Man hält sich links und wandert etwas unterhalb des Steigs am Rande der Teufelsküche wieder nach Süden. An der Geotop-Schautafel verlässt man den Fahrweg nach links und wandert - vorbei an beeindruckenden, mit Efeu überwucherten und von Klüften durchzogenen Felsblöcken - wieder zurück zur Verzweigung unter dem Geotop. Der weitere Rückweg erfolgt am Aufstiegsweg.

Schwierigkeiten.
Direkter Weg zum Geotop: T1.
Optional am Steig durch die Teufelsküche: T2 (teilweise etwas unwegsam).

Fazit:
Ein 4*-Kurztrip mit einem tollen Geotop, das die ganze Faszination des Chaos erlebbar macht; bei An- und Abstieg handelt es sich um eine nette, unspektakuläre Waldwanderung. Die Teufelsküche ist recht beliebt - am besten am Wochenende meiden. Tipp: Bei regnerischem Wetter wird es in der Teufelsküche erst so richtig mystisch.

Mit auf Tour: Francesca.

Anmerkung:
Die Teufelsküche bei Obergünzburg ist Geotop Nummer 43 der Reihe "Die schönsten Geotope Bayerns" des Bayerischen Landesamts für Umwelt.

Kategorien: Alpenvorland, 4*-Tour, Bayerns schönste Geotope, unter 1000, T2.

Hike partners: 83_Stefan


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Geodata
 50735.gpx Tourenskizze (kein GPS)

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Comments (2)


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Kommunist says: Teufelsfelsen
Sent 20 November 2020, 23h13
Das Highlight der Tour ist doch die Erklimmung des Teufelsfelsen oder? So heißt der größte Brocken, der da irgendwo in der Mitte rumliegt. Und der geht locker als T4+ durch oder?

83_Stefan says: RE:Teufelsfelsen
Sent 21 November 2020, 10h23
Keine Ahnung, wenn du das sagst wird das wohl so ein. Das fällt dann allerdings unter meinen Satz "Diverse Trittspuren in alle Richtungen zeigen, dass Vieles erkundet werden kann" ;-) . Aber ich muss gestehen, dass mich das eh nicht sonderlich gereizt hätte, denn auf dem Felsen oben ist der Ausblick wegen der Bäume sicherlich auch nicht besser als unten. Interessant fand ich vielmehr, die Kräfte von Erosion & Co. dort anschaulich erleben zu können.


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