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Sommerstart um die Chamonna Tuoi


Published by Frangge , 2 July 2020, 23h18.

Region: World » Switzerland » Grisons » Basse Engadine
Date of the hike:26 June 2020
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Mountaineering grading: PD
Waypoints:
Geo-Tags: Buin-Gruppe   CH-GR   A   A-V   Piz Cotschen-Gruppe   Dreiländerspitz-Gruppe 
Time: 3 days

Ende Juni soll die Hochtourensaison starten. ich habe mir den Freitag frei genommen und es sind zwei Nächte in der Chamonna Tuoi reserviert. Höhepunkt soll der Piz Buin sein, aber auch sonst wollen wir die Zeit geniessen.

Freitag, 26.06.:

Für den Nachmittag ist Schauer-/Gewitterneigung prognostiziert wir wollen trotzdem, den langen Zustieg ab Ardez zur Chamonna Tuoi über das Val Tasna und die Furcletta nehmen. Wir nehmen die ersten Höhenmeter sofort unter die Füsse und gehen den Weg über die Plan Chamuera. Ab dort viel Strecke und wenig Höhenmeter aber schön durch Lärchenwald und Blumenwiesen. Es bleibt wolkig und gegen Mittag fallen ein paar Tropfen, die wir aussitzen können.

Nach der Alp Valmala geht es dann endlich wieder bergauf, im Gelände wie auch mit dem Wetter. Auf knapp 2300m gilt es dann das Aua d'Urezzas zu queren, leider ist die Brücke noch nicht installiert. Wir queren oberhalb des Wanderweges, erfahren später aber, dass unterhalb des Wanderweges ein Provisorium existiert.

Die obersten etwa 200 Höhenmeter sind momentan noch meist schneebedeckt. Der Aufstieg dort war dann im weichen Schnee eher mühsam. Am Pass angekommen haben wir dann das erste Mal Sicht auf den Piz Buin, von Osten her sieht er schon sehr abweisend aus. Wir hören auch schon den Steinschlag am Piz Buin Pitschen.

Der Abstieg zur Hütte geht recht schnell vonstatten, auch auf der Westseite liegt noch recht Schnee und wir surfen hinab.

Samstag, 27.06.:

Es soll ein eher kurzer Tag werden. Gegen halb neun starten wir auf dem Wanderweg zum Lai Blau. Von dort steigen wir weglos auf einem kaum ausgeprägten Rücken auf und erreichen den Grat bei Pt 2814. Hier beginnt der Spass. Das Kraxeln am Grat bewegt sich meist auf T4 Niveau, zwischendrin geht man gemütlich auf Geröll und Schutt und ab und an bewegt sich das Niveau auf T5. Alles am Grat entlang ein wunderschönes Stück mit Aussicht.

Die letzten Meter zum Pt 2872 (östlich) empfand ich als etwas anspruchsvoller, danach geht es länger im Gehgelände, bevor ein kleines Schneefeld den Aufstieg zum Pt 2929 einleitet. Das dann hauptsächlich über Blöcke. Eine kurze etwas ausgesetztere Stelle (I) lässt sich vermutlich rechts umgehen und darauf hat es wieder ein einfaches, breites Gratstück. Danach kommt die für mich anspruchsvollste Stelle, drei Züge II und schon geht es weiter zum direkten Gipfelaufschwung. Die Kraxelstellen sind kurz und haben durchaus Spass gemacht.

Der Abstieg verläuft bis zum Schneefeld mehr oder weniger genauso, wobei wir den ein oder anderen Zacken umgehen. Das Schneefeld nutzen wir schliesslich für den Absteig zurück zum Lai Blau. Sehr schnell, sehr schön und sehr knieschonend. Von dort weider dem Wanderweg nach zurück zur Chamanna Tuoi, allerdings mit vielen Pausen und sehr gemütlich, wir haben ja für den Tag nichts weiter vor. Gegen halb drei sind wir wieder an der Hütte und treffen an der Terasse auch gleich die zweite Hälfte unserer Seilschaft für den Piz Buin.

Sonntag, 28.06.:

Endlich soll es auf den Piz Buin gehen, das Wetter ist hervorragend, die Laune auch -  so gut sie um kurz nach vier Uhr morgens sein kann. Um fünf stiefeln wir an der Hütte los, hinab zum Bach, dem einige Meter folgend umgehen wir das Geröllfeld und steigen im Grashang zum mittleren langgezogenen Schneefeld links des Cronsel auf.

Als wir dieses erreichen, montieren wir die Steigeisen, der Schnee ist etwas fester als nach der lauen Nacht erwartet. Zügig erreichen wir die Plan Rai, wo wir in der Ebene grob auf Pt 2918 zuhalten, um ihn dann knapp links liegen zu lassen. Nach einer kurzen Stärkung steigen wir in die Fuorcla dal Cunfin auf. Im Hang liegt glücklicherweise noch Schnee, so dass wir den Aufstieg (und vor allem später dann den Abstieg) nicht mühsam im Geröll vor uns haben.

Auf der Nordostseite der Fuorcla ist es deutlich wärmer, der Schnee dementsprechend weicher. Das macht das gletscherstapfen erst einmal anstrengender und der Schweiss rinnt in der Sonne. Zufrieden sehen wir den Aufsteig zum Piz Buin im Schatten liegen. Rasch am langen Seil über den Gletscher und dann den Spuren im Geröll folgend in den Hang.

Hier ist deutlich mehr los, die Berggänger von der Wiesbadener Hütte sind in der Überzahl. Da sich diese aber hinter uns befinden, kommen wir ohne Warten durch den Kamin, der unten mit Muniring, dazwischen mit Bohrhaken und am Austieg mit einem Stand ausgestattet ist. Die gut 20m Kletterei im II. Grad sind also bestens absicherbar. Es liegt hier noch etwas Schnee, aber man kommt sehr gut durch. Es hätte sogar noch eine zweite Variante weiter links, ich würde wieder die weiter rechts bevorzugen...

Danach Gehgelände bis zum Gipfel. Wir geniessen die Aussicht und beobachen das Spektakel an der Ostflanke des Piz Buin Pitschen, wo immer wieder recht grosse Brocken herabdonnern.

Im Abstieg gibt es dann doch Stau. Zum einen hat es wirklich viele Seilschaften am Berg, zum anderen aber auch eine übervorsichtige Seilschaft, die den Abstieg ein wenig blockiert.

An der Hütte zurück stellen wir fest, dass das Wetter uns nicht zum Abstieg nach Guarda drängt und machen eine ausgiebige Pause.  Bequemer würde es mit den Trotinettes nach Guarda gehen, leider haben wir es versäumt, diese rechtzeitig zu reservieren - sie sind doch sehr beliebt.

So also zu Fuss ins Tal, auf dem Fahrweg geht das zügig aber unspannend.

So kann der Sommer 2020 weiter gehen. Als Auftakt ein langes Wochenende in wunderschöner Bergumgebung mit einer schönen Plaisirtour als Höhepunkt. Der Piz Buin lohnt sich durchaus, allerdings ist wohl noch schöner, unter der Woche zu gehen, wenn nicht gerade so viele Leute unterwegs sind.

Hike partners: Frangge


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