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Höchst - Platten - Förenchopf


Published by Bergamotte Pro , 19 May 2020, 15h04.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike:18 May 2020
Hiking grading: T6- - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Alvier Gruppe   CH-SG   Churfirsten 
Time: 4:45
Height gain: 1720 m 5642 ft.
Height loss: 1720 m 5642 ft.
Access to start point:PW bis Lüsis
Accommodation:Berggasthaus Lüsis
Maps:1135 Buchs (R. 601, 605, 604, 606, 611, 607, 608)

Meine letzten beiden Alpstein-Touren haben mich richtiggehend auf Legföhren geeicht. Derart gestählt wage ich mich heute an eine zweifelhafte Runde über Platten, Förenchopf und Stellisatz, mit Ausgangs- und Endpunkt auf dem Höchst. Soviel vorweg, es war deutlich angenehmer als befürchtet und der Grataufstieg zu den Platten geradezu anregend. Und ich habe gar einen eleganten Durchschlupf in der überhängenden Südwand am Förenchopf gefunden. Trotz diesem "Hikr-Meilenstein" dürfte sich der Ansturm auf den verwachsenen Klettergipfel wohl auch zukünftig in Grenzen halten... 

Zuerst springt der Wagen nicht an, dann warte ich auf den TCS und schlussendlich verplämpert der Pannenhelfer eine weitere Stunde mit seiner Fehldiagnose. Wir sind bereits am Abschleppen, als ihm doch noch die - Achtung Kalauer! - zündende Idee kommt. So starte ich halt erst um halb elf auf der Sonnenterrasse Lüsis (1272m). Der Aufstieg zum Pässchen von Nideri (1839m) ist gemein steil und im Hochsommer wohl gesundheitsschädigend, aber immerhin kommt man so zügig vorwärts. Die Querung und der Schlussanstieg zum Höchst (2025m) sind dann ohne Vorbehalt genussvoll und aussichtsreich (T3). Oben sitzt bereits eine Gruppe beim Lunch; kein Wunder, wie der Blick auf die Uhr zeigt. Ohne Pause ziehe ich weiter über den Verbindungsgrat Richtung Platten (1979m). Die Beschreibung im Clubführer ist dabei äusserst akkurat, aber eigentlich ist das auch vor Ort offensichtlich. Man findet schöne, kurze Kletterstellen und weicht den Legföhren dann wieder in die Flanken aus. Der letzte Aufschwung wird rechts über ein Band angenehm umgangen, er könnte aber auch direkt erstiegen werden (III).

Die direkte Fortsetzung über den Grat nach Nordosten ist sinnfrei - vor Ort weiss man warum. Also Abstieg über die "Normalroute", sprich die raue NE-Flanke, bei trockenen Verhältnissen harmlos. Wer nun wie ich den Förenchopf anpeilt, würde natürlich gerne den überhängenden Südabbruch überwinden statt den Umweg der ganzen Kante entlang in Kauf zu nehmen. Und hey, das geht tatsächlich! Ich finde im unteren Bereich eine Schwachstelle im Felsgürtel (T5), was mir mir mindestens 30 Minuten erspart. Ein weiterer Hikr-Meilenstein... Es versteht sich von selbst, dass wer vom Voralpsee aufsteigt, mit der Normalroute weiterhin besser bedient ist. Nach dem Durchschlupf folgt ein kurzer Kampf mit/gegen Legföhren, um dann die im Führer erwähnte Gipfelschneise zu erreichen. Dort recht bequemer Aufstieg bis zum Förenchopf (1810m) und Eintrag im trockenen, aber stark vergilbten Buch. Eigentlich wird dieser Gipfel ja nur von Non-Plaisir Kletterern und Alpinwanderspinnern wie mir besucht.

Wobei, der Abstieg verläuft dann ganz angenehm. Wiederum die breite Schneise runter, bis sich auf deren linken Seite ein Abzweiger öffnet. Er ist mit einem ganz bescheidenen Steinmann markiert. Anschliessend alles der Nase bzw. dem geringsten Legföhrenwiderstand nach. Keine Angst, das ist - zumindest von oben kommend - alles offensichtlich und recht gut ausgetreten. Auch unten entdecke ich einen kleinen Steinmann, aber dorthin muss man erstmal gelangen.... Nur kümmert mich das nicht mehr, einen zweiten Besuch wird's nicht geben. Immerhin habe ich Euch einen GPS-Track hinterlassen. Für den weiteren Abstieg zur Alp Naus würde ich mich aber nicht darauf verlassen, habe mich dort blöd verstiegen.

Nun folgt der Wiederaufstieg zum Gulms (1837m), dem unbedeutenden Sattel zwischen Stelli und Sichelchamm. Als Dessert sozusagen führe ich mir nun den Stellisatz (1993m) zu Gemüte, dabei alle Warnungen des Clubführers in den Wind schlagend (er bezeichnet ihn als P. 1995). Ach was wollen die paar Legföhren von mir? Nun, ich möchte hier nicht ins Detail gehen, aber von R. 607 ("über den Südosthang") möchte ich dringend abgeraten haben. Besser man benutzt für Auf- und Abstieg R. 608 ("über den Nordwestgrat"), das geht ohne grösseren botanischen Widerstand. Wobei man ab dem Sattel korrekterweise nicht direkt dem NW-Grat folgt, sondern wegen Legföhren leicht in die SW-Flanke ausweicht (T6-). So bin ich froh, zum zweiten Mal am heutigen Tage den Höchst (2025m) zu erreichen, wo's statt dem geplanten Lunch halt ein Zvieri gibt. Rückkehr nach Lüsis auf der Aufstiegsroute.

Zeiten (kum)
1:10  Höchst
1:35  Platten
2:05  Förenchopf
3:45  Stellisatz
4:05  Höchst
4:50  Lüsis  

Hike partners: Bergamotte


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