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Neunerspitze (2968m) - ein Traum im Oktober


Published by Chris_77 , 29 March 2020, 14h22.

Region: World » Italy » Trentino-South Tirol
Date of the hike:27 October 2019
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Via ferrata grading: PD+
Waypoints:
Geo-Tags: I 
Time: 7:15
Height gain: 1450 m 4756 ft.
Height loss: 1450 m 4756 ft.
Route:16,5 km
Access to start point:Über das Gadertal nach Wengen und hier nach Spescia. Parkplatz in einer Kehre.

Es gibt Bergtouren, an die erinnert man sich gerne zurück. An manche ganz besonders, sei es die Jahreszeit, das passende Wetter oder das Ziel. Wenn alles zusammenkommt, ergibt sich die eine besagte Tour. 

Nach meiner Tour am Ortler Ende September war ich noch einigermaßen gut im Tritt. Leider hatte sich die Tage vorher eine leichte Erkältung angekündigt, trotzdem wollte ich die Neunerspitze versuchen. Hatte es im Sommer aus konditionellen Gründen nicht geklappt, war heute der perfekte Tag. Die Anfahrt aus dem Pustertal von unserer Unterkunft über Wengen bis nach Spescia dauert doch eine gute Std. Im morgentlichen Schatten ist es noch empfindlich kühl, das sollte sich aber nach einigen Metern ändern. 
Am Wanderparkplatz gehen wir ein Stück der Straße an den oberen Bauernhöfen vorbei. Dann biegen wir rechts in den Wald, versuchen den Weg Nr.16 zu finden. Auf diesem weiter bis man auf Weg Nr.13 trifft, ständig das Ziel vor Augen, die gewaltige Nordwand der Neunerspitze mit seinem ebenso imposanten Nachbarn der Zehnerspitze. Weiter ins schöne Fanestal in Richtung Antoniusjoch, der Weg wird zunehmend anspruchsvoller und windet sich in steilen Serpentinen auf sehr losem Untergrund in die Scharte. In der Sonne tanken wir kurz Kraft, meine Frau entscheidet sich auf eine ausgiebige Pause.

Ich mache mich alleine weiter und steige zügig rechts auf die Felsstufen in leichter Kletterei auf die südöstliche Hochfläche der Ausläufer des Grates der Neunerspitze. Von hier kann man schon den imposanten Vorgipfel mit den Platten sehen. In Wirklichkeit schaut das ganze noch eindrucksvoller aus als auf den Bildern. Mit einer gewissen Ehrfurcht nähere ich mich dem Einstieg des Klettersteigs. Die Klettersteig-Ausrüstung halte ich für obligatorisch, da das Gelände doch recht anspruchsvoll aussieht. Bis hier bewegt man sich im eher leichten Alpingelände ohne nennenswert ausgesetzte Stellen. Das ändert sich aber schlagartig, die ersten Meter bis zum Einstieg im Klettersteig müssen im Ier-Gelände und leicht ausgesetzt ohne Sicherungsmöglichkeit überwunden werden. Am Einstieg des Klettersteigs geht es auf der linken Seite des Grates gesichert in Reibungskletterei an den steilen Südwandplatten anregend aufwärts. Auf der Hälfte wechselt man auf die rechte Gratseite mit Tiefblicken in die Nordwand. Der Untergrund ist hier teilweise schon vereist. Weiter aufwärts in einer Rinne stets gesichert und sehr ausgesetzt. Am Ausstieg sieht man schon das große Gipfelkreuz, über ein Geröllfeld geht es dann stetig steil zum Gipfel. 
Ein absoluter Wahnsinn ist die Aussicht heute bei klarer Luft auf dem doch breitem Plateau. Den Ortler im Westen, den Großglockner im Nordosten, im Süden die Dolomiten mit Marmolada. Westlich zum Greifen nah die Zehnerspitze, deren Gipfel ich 2017 bereits besucht hatte. Die ganz mutigen wagen einen Tiefblick direkt hinter dem Kreuz in die senkrecht abfallende Nordwand. Der Direktabstieg beträgt hier ca. 1400m, Sicherheitsabstand empfohlen. Ich verweile einige Zeit auf der sicheren Seite, wohlwissend das ich mich doch zeitnah zurück zum Treffpunkt bewegen sollte.

Der Abstieg erfolgt auf dem Aufstiegsweg, der Klettersteig ist talwärts mental noch ein wenig anspruchsvoller da man immer die Tiefblicke in die steilen Wände vor Augen hat. Auf dem Rücken angekommen lege ich die Ausrüstung ab und mache mich zügig in Richtung der Felskante auf. Den Abstieg in die Felsstufen erkenne ich nicht gleich, der Abstieg liegt weiter südöstlich. Bei Nebel ist das Hochplateau aufgrund fehlender Wegmarkierungen wahrscheinlich deutlich schwieriger zu begehen. Am Antoniusjoch ist die Sonne bereits weg, wir packen kurz um und steigen direkt durch das Fanestal nach Spescia ab.

Fazit:
Eine lange, nicht zu unterschätzende Tour auch aufgrund des Höhenunterschieds auf einen sehr aussichtsreichen fast 3000er. Die Schwierigkeiten sind zum Einstieg sowie der Ausgesetztheit am Klettersteig zu sehen. Trittsicher sowie Schwindelfrei sollte man auf jeden Fall sein.

Zur Tour:
Spescia - Antoniusscharte: T3
Antoniusscharte - Einstieg Klettersteig: T4+, I
Klettersteig: Dieser wird in der Literatur mit Schwierigkeit B/C angegeben, das kann ich so bestätigen. Technisch eher leicht, aber aufgrund der Ausgesetztheit mental doch fordernd.
Gipfel: T3




Hike partners: Chris_77


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