Illiniza Norte + Sur


Published by menken , 13 February 2020, 22h50.

Region: World » Ecuador
Date of the hike:19 December 2017
Hiking grading: T5- - Challenging High-level Alpine hike
Mountaineering grading: AD+
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: EC 

Illiniza Norte + Sur sollten die ersten 5000er meines Lebens werden. Plan war, am ersten Tag den Illiniza Norte zu besteigen, dann in der Refugio Nuevos Horizontes zu übernachten und am zweiten Tag auf den Illiniza Sur zu gehen.

Nachdem ich einige Tage in Quito und Umgebung verbracht hatte und dort insgesamt 3 Tagestouren auf 4500m+ zur Akklimatisierung gemacht hatte, war es endlich Zeit für die Illinizas. Mein Guide hat mich morgens mit dem Auto abgeholt und dann sind wir bis zum Parkplatz auf ca. 4000m Höhe gefahren. Das Ziel für den ersten Tag war der leichtere, nicht vergletscherte Illiniza Norte. Ein signifikanter Teil des Weges besteht aus Schotter, was nicht besonders angenehm zu gehen war, aber ansonsten ging es problemlos bis auf den Gipfel. Auf dem Abstieg zur Hütte auf ~4700m merkte ich dann, wie mir die Höhe doch zusetzte. Nachdem ich bei meinen 3 Akklimatisierungstouren auf nicht viel geringere Höhe keine Probleme hatte, hat mich das sehr verwundert.

An der Hütte angekommen, wurde es nicht besser, ich wollte gleichzeitig aber auch noch nicht absteigen und lieber noch etwas abwarten, ob es sich nicht bessert. Die Nacht auf der Hütte wurde dann sehr unangenehm und die ersten Stunden hatte ich mit starken Kopfschmerzen und Erbrechen zu kämpfen. Glücklicherweise hat es sich dann doch noch gebessert, sodass ich doch noch 1-2h Schlaf bekommen habe, bevor der Wecker um ~3 Uhr morgens wieder geklingelt hat. Da ich mich trotz der harten Nacht überraschend gut gefühlt habe, habe ich zusammen mit meinem Guide entschieden, den Illiniza Sur doch noch in Angriff zu nehmen. Der Hüttenwart hat sich entschieden, uns mit auf den Gipfel zu begleiten.

Nach einer kurzen Wanderung über ein Geröllfeld musste eine kurze Felsstufe durch Kletterei überwunden werden. Dann fing ein recht langes, immer steiler werdendes Eisfeld an. Aufgrund der Bedingungen und Steilheit musste hier viel die Frontalzackentechnik angewandt werden, was sich bald mit brennenden Waden bemerkbar gemacht hat. Die letzte Nacht hat sicher auch zur Erschöpfung beigetragen. Schliesslich haben wir aber das Eisfeld überwunden und mussten noch eine zweite Felsstufe überwinden, bevor es dann die finalen Meter auf einem weiteren Eisfeld auf den Gipfel ging.

Oben angekommen habe ich mich selten so erschöpft, aber gleichzeitig auch super glücklich gefühlt. Nach kurzer Rast und ein paar Fotos ging es wieder an den Abstieg, der sich nochmal als anstrengend herausgestellt hat. Immerhin wurden wir unten angekommen mit einem wunderschönen Blick auf den Illiniza Norte belohnt. Von hier aus ging es weiter zum Refugio und - nach einer kleinen Mahlzeit - wieder zurück zum Parkplatz.

Alles in allem ein Wahnsinns-Tour. Technisch war der Illiniza Sur eine der anspruchsvolleren Touren, die ich bisher gemacht habe. Und die Höhenkrankheit hat sicher nicht geholfen. Trotzdem ist gerade der Sur ein schöner Gipfel und eine interessante Besteigung. 

Hike partners: menken


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