SST „Rundtour über Schönfeld-, Wildenkarjoch und Kesselboden“ – meine schönste Schneeschuhtour


Published by algi , 12 January 2020, 19h11.

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Bayrische Voralpen
Date of the hike:12 January 2020
Snowshoe grading: WT2 - Snowshoe hike
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 5:00
Height gain: 900 m 2952 ft.
Height loss: 900 m 2952 ft.
Access to start point:Parkplatz am Ursprungspass an der Straße von Bayrischzell nach Thiersee

Das Schönfeldjoch habe ich schon 2 mal besucht und auch 2 mal Blessuren davongetragen, zunächst bei einer Frühjahrswanderung zum Hinteren Sonnwendjoch als ich vergessen hatte meine kasweissen Waden mit Sonnencreme einzuschmieren (den Sonnenbrand hab ich heute noch in Erinnerung), und dann die Skitour bei frostigen -25 Grad Celsius. Weiter oben wurde es zwar etwas wärmer, aber das hat der bestialische Ostwind mehr als wettgemacht, und da ich eh schon angeschlagen war, folgten zwangsweise 1 ½ Wochen Bettruhe.

Da hat der Berg ja einiges gutzumachen  :-).
 

Bin total verwundert, dass von der Verwalteralm keine eingetretene Spur emporführt, ok dann eben „do it yourself“. Aufgrund des fahlen Morgenlichts ohne Licht und Schatten kann ich den Sommerweg jedoch gar nicht richtig ausmachen, also erstmal irgendwie empor in der Hoffnung den Weg zu kreuzen, und so kommt es auch, knapp unterhalb des Waldes treffe ich auf den hier bereits ausgeaperten Steig. Im Wald ist vom Schnee dann erstmal fast gar nichts mehr zu sehen, wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich auf Anfang April getippt. Kurz nach der langen Linksquerung ist in einer waldfreien Schneise eine durchgehende Schneedecke vorhanden, daher verlasse ich den Weg und hoffe, dass mir dieses Schneeband erhalten bleibt.

 

Der Schnee ist komplett durchgefroren aber griffig, was das zügige Voranschreiten sehr erleichtert. Nach Überwindung der steilen Schneise wurde auf die harte Unterlage eine 10 -15 cm dicke Pulverschnee-Auflage gezaubert, das erlaubt Schneeschuhgehen in Vollendung, fast bedauere ich es, dass die Skier im Keller liegen, ok man soll nicht undankbar sein. Und das Beste, diese Idealbedingungen bleiben während der gesamten Tour nahezu konstant erhalten.

 

Die „ausschweifende“ Forststraße wird natürlich abgekürzt, nur kurz vor der Schönfeldalm ist mal ein etwas längeres Flachstück zu begehen. Dann geht es wieder in schönstem Gelände empor zum Vorgipfel des Schönfeldjochs (mit Heimkehrer-Kreuz, weis nicht was das sein soll, steht aber drauf).

Nun immer an der Gratschneide empor bis zur Gipfelkuppe (evt. war hier mal ein GB deponiert, derzeit liegt nur eine angebundene, aber offene Alu-Dose a la Bundeswehr bzw. Bundesheer-Fressnapf rum). Da reichlich Zeit zur Verfügung steht, möchte ich noch den schönen Grat zum Wildenkarjoch begehen. Es sind zwar viele Gamsspuren vorhanden, aber zeigen tun sie sich nicht. Also mache ich mich schnell auf den Weg.

 

Hinter einem Felsabsatz steht nun doch ein kleines Rudel, und ehe ich sie richtig bemerkt habe, eilen sie schon in einem „Affenzahn“ ca. 80 m auf der Nordseite hinunter, wenigsten ist der Schnee in diesem Bereich nur wenige Zentimeter tief. 2 Minuten später jagt ein weiteres Rudel auf der Südseite weit unterhalb des Grates zum Wildenkarsattel hinüber. Jetzt habe ich aber wirklich ein schlechtes Gewissen, aber dort drüben gibt es viel ausgeapertes bzw. freigewehtes Gras, sie scheinen mich vorerst nicht weiter zu beachten.

Nach einer kleinen Brotzeit entschließe ich mich den Abstieg über die Nordseite hinab in den Kesselboden zu versuchen, dann haben wenigstens die Gämsen von mir keine Störung mehr zu befürchten.

Der Grat im oberen Abschnitt sieht machbar aus, und weiter unten im Wald wird sich auch eine Lösung finden lassen. Um es kurz zu machen, der Abstieg klappt wirklich wunderbar, sogar in der dichteren Latschenzone unmittelbar oberhalb des Waldes tut sich immer wieder eine gut gangbare Latschengasse auf, es war kein einziger Meter Latschenkampf erforderlich. Im Wald versuche ich möglichst auf dem Scheitel des Rückens abwärts zu gelangen, mit einer Ausnahme gelingt das auch ordentlich, eine steile Querung bringt mich letztlich wieder zurück in die richtige Spur.

 

Zuletzt mit vielen Wildspuren hinab zur Bleieralm mit einer Wildfütterungs-Station. Von hier führt die Forststraße ohne Probleme bis kurz vor die Bundesstraße. Eine zur Mittagszeit noch harte Loipe erspart auch den Fußweg entlang der Teerstraße zurück zum Parkplatz.

 

Schwierigkeit:

Vom Parkplatz bis zum Wildenkarjoch: WT1 – WT2

Abstieg vom Wildenkarjoch zum Kesselboden: WT2 - WT3

 

Fazit: für mich war es die bislang schönste Schneeschuhtour bei der aus bergsteigerischer Sicht nahezu alles gepasst hat. Ob sich beim Übergang vom Schönfeld- zum Wildenkarjoch der „Kontakt“ mit Gämsen vermeiden lässt, hängt wohl von den aktuellen Bedingungen ab und lässt sich vorab nicht planen.

 

Viele Grüße

Albert


Hike partners: algi


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