Meniggrat über die Ringalpen und den NO-Grat


Published by Kik Pro , 27 October 2019, 15h42.

Region: World » Switzerland » Bern » Simmental
Date of the hike:26 October 2019
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 5:00
Height gain: 950 m 3116 ft.
Height loss: 850 m 2788 ft.

Die ideale Zeit für diese einsame Wanderung ist der spätere Herbst, wenn die Schafe der Ringalp mit ihren Schutzhunden ins Tal gezogen sind. Vor 2 Wochen haben wir das waldige NO-Grätlein des Meniggrat bis Pt. 1728 von oben erkundet und sind wieder zurückgestiegen, weil die Schafe noch auf der Alp waren. 
Nun plane ich, die Route von unten zu begehen. Im Zug sind heute viele Bekannte unterwegs, eine Kameradin möchte sich mir spontan anschliessen, auch wenn ich den Weg nicht genau kenne. Die bergsteigerisch möglicherweise schwierige Passage hat sich ja als problemlos herausgestellt.

Wir fahren ins Diemtigtal bis zur Haltestelle Zwischenflüh, Anger. Den Wanderweg in den Meniggrund verlassen wir bei P. 1186 und steigen zu den Ställchen auf der Dürrenegg und über die Weide zum Alpsträsschen nach Süden hoch. Dieses geht bei der Vorweide Röti in einen Alpweg über, der uns aussichtsreich und angenehm an der Hütte des unteren Rings vorbei bis zu den Resten der Hütte auf dem oberen Ring führt. 
 Von hier auf den Rücken lassen sich auf der 1:10'000 Karte zwei wenig steile Passagen erkennen, die eine östlich der Ruine, die zweite, kürzere am nördlichen Ende der Weide. Ein (zu kurzer) Blick zeigt links hinter den Hüttenresten eine mögliche Spur. Wir beschliessen, erst die nördlichere Passage zu erkunden. Dort sieht es im Wald nach einem alten Trassee aus. Es ist von drei Baumleichen versperrt, die sich überklettern lassen, und führt tatsächlich leicht auf den Rücken. Aber hier wird’s kompliziert. Da ist kein Wald, sondern eine alte Windwurffläche. Erst sehen wir noch Boden zwischen den liegenden Stämmen. Dann geraten wir schlimm ins Chaos. Zwischen dem feuchten Holz strecken sich Weidenröschen ans Licht und verdecken Trittmöglichkeiten. Ihre Samenstände glitzern gegen die Sonne und flusen uns ins Gesicht und den Kragen. Drüber und drunter, hin und her, wo ist denn endlich die in der LK eingezeichnete Wiese ? Doch es gibt sie, und es hat Schafbollen drauf. Die Schafe sind bestimmt einen besseren Weg hochgekommen. Wir suchen den östlichen Waldrand ab. Ein paar Meter im Wald drin, auf ca. 1675m entdecken wir einen blauen Punkt an einer Tanne und eine deutliche Spur, die schräg hinab nach Süden führt. Das wäre sie gewesen.

Der Weiterweg ist nicht klar. Zwei fragliche Spuren im dichten Wald gegen SW verlieren sich bald. Wir kehren auf die Wiese zurück, um einmal 30 m am Stück gerade aus laufen zu können, und an ihr südliches Ende. Dort müssen wir uns über wenig hohe, aber gemein bewachsene und feuchte Stufen und an Löchern vorbei wieder auf den Rücken durch arbeiten. Der ist mit alten und jungen Tännchen bewachsen, aber besser zu gehen. Bald finde ich eine Art Spur, die immer deutlicher wird und in diejenige übergeht, der wir vor 2 Wochen von oben gefolgt sind. Jetzt wird das Wandern im lichten Wald mit den roten Heidelbeeren zum Genuss, mit Ausblicken zur Puntelgabel und ins Diemtigtal bis zum Thunersee. Der Grat wird nach Pt. 1728 stellenweise schmal, bei Schnee oder Nässe wohl etwas heikel. Zwei kleine Schrofenstufen bringen Abwechslung, T3 wird aber nirgends überschritten.
 
Vom Sättelchen auf 1775m geht man am einfachsten nach SSO und hält auf die Grasschulter vor dem Meniggratgipfel zu. Wir folgen heute dem abgelegten Weidedraht knapp westlich des ziemlich bewachsenen N-Grates, den man noch unter Pt. 1865 über ein Band erreichen könnte. Mein Tannendickicht-Soll ist für heute erfüllt und wir haben im Chaos recht viel Zeit gebraucht, so dass ich den Grat erst einige Meter südlich dieses Punktes anstrebe.  Er ist landschaftlich schön, ohne Spur, hat zwei kleine Scharten und ein paar Tännchen müssen auch noch sein. Dann sind die offenen Weiden erreicht. 
 
Auf dem Meniggrat – Gipfel wartet ein Tisch mit zwei Bänken einzig auf uns.  Nach gemütlicher Pause laufen wir über die weiten Weiden zum Sattel 1850, von wo der bequem angelegte Wanderweg nach Süden hinab zur Kurve des Alpsträsschens nach Schwenden führt. Über den Weeriwald-Forstweg und Seebode gelangen wir zur Wirtschaft Tiermatti
 

Hike partners: Kik


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