Pizzo Meda 2614,4 m - Zwischen Maggiatal und Leventina


Published by Ivo66 Pro , 11 September 2019, 20h37.

Region: World » Switzerland » Tessin » Locarnese
Date of the hike:11 September 2019
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Poncione di Vespero 
Time: 5:45
Height gain: 1160 m 3805 ft.
Height loss: 1160 m 3805 ft.
Route:Foroglio - P. 1751 m - Val Partus - Alpe Pianascio - P. 2160 m - Südwestflanke - Pizzo Meda
Maps:1:25'000 Pizzo Campo Tencia und Ambrì-Piotta

Der Pizzo Meda ist ein wenig beachteter Gipfel zuhinterst im Maggiatal und steht auf der Gratschneide, welche dasselbe von der Leventina trennt. Obwohl der Berg einfach zu besteigen ist und eine Top-Aussicht in einer wilden Gegend bietet, wird er wohl sehr selten besucht. Er unterscheidet sich von seinen schroffen Nachbarn dadurch, dass er vorwiegend von steilen Grashängen umgeben ist.

Der vor einigen Tagen gefallene Neuschnee hält sich überall hartnäckig. Auch heute blieben die Temperaturen in der Höhe im Keller - die vorausgesagten 24 ° C im Tessin beziehen sich auf Locarno, welches fast 2500 m tiefer liegt als unser heutiges Gipfelziel. Ausserdem gesellte sich auch heute ein eiskalter Wind dazu. Die Schönheit der Landschaft erstrahlte aber gerade wegen des Schnees in einem besonders schönen Licht.

Wir starteten etwa oberhalb von Fusio, dem hintersten Dorf im Maggiatal, und erreichten bald sonnendurchflutetes Gelände, ohne dass es uns aber richtig warm wurde, denn der kühle Wind hatte etwas dagegen. Auf einem alten, unmarkierten Pfad, welcher sogar durch eine Legföhrenzone führte, erreichten wir schliesslich eine einsame Bergwelt, von der wir auf Anhieb begeistert waren. Nicht erwartet hatten wir, dass sich der Neuschnee an der Südwestflanke des Pizzo Meda bis heute halten konnte. 

Nach einem Versuch, durch eine Rinne direkt gegen den Gipfelaufbau aufzusteigen, traten wir etwas enttäuscht den Rückzug an. Was von unten wie eine vergnügliche Alpinwanderung aussah, endete jäh im T6-Gelände. Wir holten in der Folge noch weiter nach links aus, wo ein roter Pfeil auf die wohl günstigste Aufstiegsvariante wies. Bald sahen wir, dass wir uns zwischen dem Neuschnee irgendwie nach oben schlängeln können. Tatsächlich erwischten wir nun die ideale Route und erreichten ohne besondere Schwierigkeiten, nur ganz zuoberst durch Schnee, den einsamen Gipfel. 

Das Gipfelpanorama war überwältigend, wie nicht anders zu erwarten war, wenn man auf der Gratschneide zwischen dem Maggiatal und der Leventina steht. Der grosse Star am Gipfel war aber jemand anders: Ein Mornellregenpfeifer hatte auf seinem Flug aus dem hohen Norden nach Afrika hier oben halt gemacht. Wir konnten es kaum glauben, schon wieder auf einen dieser in den Alpen doch ziemlich selten vorkommenden Vögel zu treffen. Er zeigte wenig Scheu und liess mich zuletzt bis auf etwa 8 Meter herankommen. Was für ein Erlebnis! Etwas erstaunt waren wir, dass es sich offensichtlich um einen Einzelgänger handelte. Weit und breit waren keine anderen Artgenossen auszumachen. 

Trotz des ungemütlichen, eisigen Windes genossen wir noch etwas die tolle Aussicht, beschlossen aber bald, das Mittagessen etwas weiter unten zu geniessen. Dafür mussten wir bis zum Gipfelaufbau absteigen, denn inzwischen waren viele Wolken am Himmel versammelt, welche der Sonne das Leben schwer machten.

Was war das wieder für ein toller Tag in den Tessiner Bergen. Es gibt sie immer noch und wohl noch lange, die unberührten Flecken in der Schweiz. Langsam dürften aber die Temperaturen wieder steigen, wenn wir noch einen tollen Herbst erleben wollen.

Routenbeschreibung:

Fontalba - Pianca del Larice (T3)
Mit dem Auto fährt man zunächst von Fusio weiter hoch Richtung Lago Sambuco. Etwas oberhalb von 1400 m. ü. M. verlässt man die relativ gut ausgebaute Strasse nach einer scharfen Rechtskurve nach rechts und folgt dem sehr schmalen Strässchen etwa 100 m, wo sich ein paar Abstellmöglichkeiten für das Gefährt befinden. 

Man folgt dann dem Bergwanderweg, welcher Richtung Passo Campolungo ausgeschildert und markiert ist.  In der Folge erreicht man wieder das asphaltierte Strässchen, dem man in einigen Kehren folgt. Beim Austritt aus dem Wald, kurz nach einer Brücke zweigt der Bergwanderweg nach links ab (Wegweiser war heute am Boden) und traversiert aufsteigend den Hang, bis er ein Flachstück erreicht. 

Gleich bei dieser Ebene, auf etwa 2000 m. ü. M. verlässt man den markierten Weg und folgt auf der anderen Seite des Bachs einem unmarkierten Steig (deutlich sichtbar, zunächst in mehreren parallelen Wegspuren verlaufend). Der Pfad wird in der Folge etwas ruppig und überwindet zwei Steilstufen und erreicht schliesslich das abgeschiedene Gebiet im Bereich von Pianca del Larice. 

Pianca del Larice - Pizzo Meda (T3)
Man hält sich nun weglos im Tälchen und folgt stets in der Talsohle auf offensichtlicher Route. Man steigt links an P. 2272 m vorbei, immer noch im Talboden in nördlicher Richtung. Die nun folgende Steilstufe überwindet man - teilweise etwas ausgesetzt - auf einem Pfad (Einstieg ist mit einem roten Pfeil gut signalisiert). In der Folge steigt man beliebig in nordöstlicher Richtung über mehr oder weniger steile Grashänge zu Gipfel auf

Hike partners: Ivo66, Lena


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Comments (7)


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toggi46 says: Mornellregenpfeifer
Sent 11 September 2019, 21h34
Hallo Yvo66. Deine Beobachtung dieses Mornellregenpfeifers würde sicher die Vogelwarte Sempach sehr interessieren. https://www.vogelwarte.ch/de/vogelwarte/kontakt/ Grüssend
Toggi46

Ivo66 Pro says: RE:Mornellregenpfeifer
Sent 12 September 2019, 06h41
Danke für den Hinweis. Werde ich gerne machen...

Viele Grüsse, Ivo

Krokus Pro says:
Sent 12 September 2019, 22h55
Salü Ivo und Lena, wir wurden von der Vogelwarte gebeten unsere Sichtung des Mornellregenpfeifers an www.ornitho.ch zu melden. Herrlich, dass ihr diesen fotogenen Vogel schon wieder angetroffen habt. H.G. Ella und Herbert

Ivo66 Pro says: RE:
Sent 14 September 2019, 06h30
...ja, werde ich versuchen. Diesen Sommer haben wir ja fast mehr Mornelle als Spatzen und Tauben zusammen gesehen;-)

Herzliche Grüsse, Ivo

Camoscio says:
Sent 14 September 2019, 18h05
Interessante! Mi piacerebbe provare dalla Valle Maggia (Val Lavizzara)! Ho provato dalla cresta W, ma era troppo ripida per me! Bravi! ;)

Ivo66 Pro says: RE:
Sent 16 September 2019, 18h46
Penso que la cresta W non è molto difficile. Ma lo piu facile è la salita piu a destra. Lì il terreno non è molto ripido.

Ciao, Ivo

Camoscio says: RE:
Sent 16 September 2019, 23h51
Essendo anche bagnato il terreno non me la sono sentita. Da dove sei passato tu sembra appunto meno ripido. Ciao e grazie!


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