Pizzo d'Orsalìa 2664 m - Neuschnee in der Tessiner Wildnis


Published by Ivo66 Pro , 10 September 2019, 00h12.

Region: World » Switzerland » Tessin » Locarnese
Date of the hike: 9 September 2019
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo Biela 
Time: 6:45
Height gain: 1160 m 3805 ft.
Height loss: 1160 m 3805 ft.
Route:Bosco/Gurin - Endra Staful - Üssera Staful - Lago Pero - Ostgrat - Pizzo d'Orsalia - Lago Pero - Lago Poma - Endra Staful - Bosco/Gurin
Maps:1:25'000 Bosco / Gurin

Der Pizzo d'Orsalìa ist ein wilder Gipfel auf der Kette, welche das Valle di Bosco Gurin vom einsamen und unbewohnten Val Calnègia begrenzt, beides Seitentäler des Maggiatals. Damit ist bereits klar, was den Bergwanderer hier oben erwartet, nämlich eine Wildnis, wie man sie fast nur im Tessin so hautnah erleben kann. Dass man den Berg in aller Regel für sich alleine beanspruchen kann, versteht sich von selbst. 

Ausgangspunkt für diese - bei schneefreien Verhältnissen - einfache Bergtour ist das schmucke Dorf Bosco/Gurin, ein ehemals vorwiegend deutschsprachiges Bergdorf im Tessin, welche vor Jahrhunderten von Walsern gegründet wurde. So erinnern viele der schönen Holzhäuser mehr an das Wallis denn an das Tessin und auch zahlreiche Flurnamen wie "Üssera Staful" stammen aus dem Walser Dialekt. 

Der Winter hatte kürzlich auch im Tessin Einzug gehalten. Die schlechte Nachricht dabei ist, dass der auch hier nicht zu knapp gefallene Neuschnee selbst an sonnenexponierten Lagen nur zögerlich schmilzt. Die eiskalte Nacht liess die weisse Pracht gefrieren und auch heute lagen die Temperaturen den ganzen Tag über in der Höhe im Keller. Ein eisiger Wind sorgte zudem dafür, dass sich das alles noch viel kälter anfühlte.

Der Schnee hatte die ohnehin schon schöne Berglandschaft indessen verzaubert und noch lieblicher gemacht, insbesondere im Gipfelbereich und dem ihm zu Füssen liegenden malerischen Bergsee Lago Pero oder im Walser Dialekt Üssera See. Der Schlussaufstieg zum Gipfel erforderte aufgrund der durch den Schnee glitschigen Verhältnisse sehr viel Sorgfalt sowohl im Auf- als auch im Abstieg, weshalb wir entsprechend viel Zeit in Anspruch nehmen mussten. Die mitgeführten Pickel leisteten hier einen wertvollen Einsatz. Bei schneefreien Verhältnissen ist die Tour zwar auch nicht ein Spaziergang, aber schon um vieles bequemer zu begehen. 

Die Aussicht entschädigte dann aber für alle Mühen. Der Pizzo d'Orsalìa ist ein einmaliger Aussichtspunkt; einmalig aber nicht auf das Tessin bezogen, denn hier gibt es viele solcher Gipfelperlen. Nebst der Sicht zu den wilden Gipfeln über dem Maggia- und Verzascatal beeindruckt auch der Tiefblick ins einsame Val Calnègia, welches von oben aussieht wie eine grüne Hölle. 

Im Abstieg statteten wir auch dem zweiten See, dem Lago Poma oder Schwarzsee noch einen Besuch ab. Er liegt eingebettet zwischen den steilen Felswänden des Pizzo d'Orsalìa und einem beeindruckenden plattigen Berg, der nicht einmal einen Namen hat. 

Routenbeschreibung:

Wie immer in meinen Routenbeschreibungen beziehen sich die angegebenen Schwierigkeitsgrade auf optimale, insbesondere schneefreie Verhältnisse. Bei Neuschneelage im Gipfelbereich - wie heute - erhöhen sich die Schwierigkeiten rasch bzw. wird das Gelände mitunter heikel. 


Bosco Gurin - Üssera See (T2)
Nach dem grossen Parkplatz am Ortseingang folgt man dem Strässchen, welches scharf nach rechts abzweigt. Auch bei der nächsten Gabelung hält man sich rechts und trifft nach den letzten Häusern auf einen Wegweiser, welcher den Weg zum Üssera See (Lago Pero) weist. Der gut ausgebaute Bergweg ist in der Folge immer deutlich und gut ausgeschildert.

Üssera See - Piz d'Orsalìa (T3)
Bei den heutigen Bedingungen richteten wir uns nach den Schneeverhältnissen. Wir stiegen vom östlichen Seeende in nordwestlicher Richtung durch steiles Gras hoch und trafen irgendwo auf einen Tierpfad, dem wir weiter folgten. Den Grat erreichten wir dadurch erst vor dem letzten Aufschwung. Im oberen Bereich hält man sich eher links der Gratschneide. Bei schneefreien Verhältnissen steigt man am besten wohl zunächst etwas zur Bocchetta d'Orsalìa auf und quert die Flanke dann etwas unterhalb der Gratfelsen. 

Hike partners: Ivo66, Lena


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