...come se dice, corsa, niente jogging con il casco, perché gli e-biker e i proprietari di cani..."


Published by Henrik , 26 August 2019, 16h39.

Region: World » Switzerland » Tessin » Locarnese
Date of the hike:20 August 2019
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI 
Route:Eco Cristallina seit 2003
Access to start point:ÖV
Access to end point:ÖV
Accommodation:https://www.hotel-cristallina.ch/de/ https://bnb.ch/de/bnb/1361
Maps:Tofusalat bei Marco

„...wenn chunnt denn ändlig d’Sunne?“. Ich konsultiere wie hier schon des Öfteren
plakativ vermerkt drei Plattformen, die dem Wetter zwar keine Garantien verpflichten, aber „lätz“ sind sie m. E. auch nicht! Regen, das köstliche Nass; da ist am Vorabend schon die Kamera in den Rucksack gewandert, allerdings nicht zusätzlich noch etwas Textiles zum Übernachten. Das hätte ich in Coglio gut gebrauchen können – das „Unterhemd“ von Brynje war aber dabei.
 
... für die Orte hinter dem Gotthard war anhaltend, teils wolkenbruchartig, heftiger Regen in Aussicht gestellt worden. Ein Faktum, das auch auf die Schweiz durchaus anzuwenden sein dürfte, ist die durchschnittliche Regenmenge ab 1. Januar 2018 bis heute – der Durchschnitt liegt bei 970 Litern, gefallen sind lediglich 670 l/m2! Allfällige Kommentare lese ich gern, die sagen: Mumpitz! Also der Schwund des Eises im Alpenraum ist eine optische Täuschung und die Murabgänge sind von Steinböcken veranlasst worden!
 
... der IR  ist am Dienstagmorgen trotz Regens doch gut belegt... ich bin gerade im Begriff einzusteigen, da zupft jemand an meiner Regenjacke – „..kennsch my nit?“ eine helle Stimme, ich blicke zurück und gestehe ein, nein, ich kenne dich nicht, mehr. Mo6451 erinnert mich an dieselbe Herangehensweise im Januar 2018.  Wir nehmen Platz und Monika beginnt zu erzählen – in Luzern wird sie die Fahrscheine bei der SBB abholen für die Gruppenreise nach Frankreich, die sie leitet, vom SAC.
 
... als ich mich wieder mal von meinem Kreuzworträtsel der Landschaft zuwende, fällt mir auf, dass der Zug schleicht, dem See entlang: gerade wird auch die sehr junge Zugbegleiterin vorbeikommen, die werde ich darauf ansprechen, warum dem so ist. Sie entgegnet, das sei immer so. Ich sage, kaum. Sie erhält Unterstützung durch einen Kollegen, der sie korrigiert – nein, das ist nicht immer so... das würde ad hoc durch die Leitstelle geregelt, und ich werfe dann noch das Stichwort Zugersee-Ost ein, was Zustimmung auslöst. Arth-Goldau – Gleis 8. Über dem Zugersee hängen tiefe Regenwolken – es hat was Herbstliches an sich, mich kann das schon jetzt freuen. Der IR hält in Arth-Goldau 20 Minuten – bis die NEAT-Geschosse sich ausgetauscht haben an Gleis 6. Ich streife mir kurz die Jacke über und verlassen den Zug – es hat mächtig abgekühlt, ich geniesse es!
 
... allein der Übergang vom IR zum RE an Gleis 2 und vier in Erstfeld bringt es fertig, so schüttet es, die Brille mit Dutzenden von Wasserperlen zu benetzen. Im RE laufen die Scheiben an: in der Tat, der Herbst steht parat, um das etwas zu entkräften: der Spätsommer ist im Endspurt.  Bis tief hinab hängen sie da, die Wolken im Reusstal.
 
... in Airolo verlasse ich den Zug, und eile zwischen den Regentropfen hindurch zu meinem Dienstagstisch im Hotel-des-Alpes: heute ist Allessio da, ein Serviceangestellter aus Italien, der sehr klassisch arbeitet und bedient: in Schwarz/Weiss und elegant. Wenn er da ist, flutet sein Charisma durch das Lokal.  Ich bin sehr gern im  Restaurant Hotel-des-Alpes. Wenn das Prädikat verteilt würde, ich wäre hier in der Tat Stammgast.
 
... Am Dienstag ist nicht Pizza-Tag: die Gnochi mit Tomatensauce ist aber gleichwertig. Die meisten haben schon gegessen – versprengte Tropfen klatschen ans Fenster.
 
... nach den Teigwaren kommt der Entschluss: ich bleibe dem Regen treu – ich verbleibe im Tessin, frage bei Bertazzi an, was Mittag- und Abendessen kostet, was mir nicht mitgeteilt, aber in Aussicht gestellt wird, das man das erhalten kann. Ich melde mich später ab, da die Pläne vollends umgekrempelt worden sind.  Kurz vor Biasca erneut ein hikr. im Zug! Hola, lieber Jerry mong, wohin des Weges: einkaufen in Biasca und dann wieder nach Hause fahren, für diese Einkaufstouren ist mong fast täglich zwischen dem Kanton Uri und Biasca unterwegs: auch er hat den Fahrplan verinnerlicht. Ein hikr.-Treffen in der SBB – das habe ich ja auch schon mit Ivo66 und Lena mal in Airolo gehabt.  In Bellinzona steige ich aus, begebe mich zum Automaten im neu gestalteten Bahnhof (mehr Licht – noch nicht zu Ende gedacht!), da die Belegung nach Locarno ausgelastete Plätze ankündigt: auch in der 1. Klasse. 
 
... die S 20 ist rappelvoll, Dienstagnachmittag um 15.32 an Gleis 6 – ich räume ein, ich bin seit Jahren nicht mehr hier unten unterwegs gewesen: seit die NEAT eröffnet ist, hat das Volumen in den umliegenden Verkehrsträgen massiv zugenommen. Ich finden einen Platz und schaue mich um, ob ich Gesprächpartner finde, die mir ihre Erfahrungen mit vollen Zügen wiedergeben wollen: mir vis-à-vis über den Gang eine Mittvierzigerin, die im Tessin gross geworden ist und Deutsch spricht. „... die Züge sind voll, hier genau so wie zwischen Zürich und Genf... und auch die S 20, das ist Alltag, deswegen fahre ich 1. Klasse, um überhaupt einen Sitzplatz haben zu können... es ist nicht nur die NEAT, wir sind mehr als vor 10 Jahren, das Tessin ist begehrt und die ÖV-Angebote sind da... jetzt kommt die neue  Direktverbindung zwischen Locarno und Lugano, ohne in Guibiasco umsteigen zu müssen, im nächsten Fahrplan – die wird voll sein.... das Gejammer ist auf hohem Niveau angesiedelt... wenn ich joggen gehe, zwischen Locarno und Ascona braucht es einen Helm... denn die neuen E-Biker, die nie zuvor auf einem Velo unterwegs gewesen sind, kennen die Geschwindigkeit nicht und der Hype hier in Ascona, die neuen Hundebesitzer mit ihrem meterlangen Leinen – wenn diese zusammenstossen, was passiert, dann brauche ich genau aus diesem Grund einen Helm... beim Joggen!“. Die S 20 fährt in Locarno ein. Statt drei Minuten Umsteigezeit offeriert diese Verbindung 20 Minuten. So komme ich noch kostenlos auf die Toilette, und im AVEC zu einer zusätzlichen Wasserflasche. Auch im Niederflurbus der FART angelaufene Fensterscheiben – ausgelasteter Bus. Gerade geht mein Hosengürtel zu Bruch – damit habe ich in den verg. Wochen gerechnet, ich bin ausgestattet mit Schnur und Tuch und während der Fahrt nach Coglio bastle ich mir ein Provisorium. Es kübelt wolkenbruchartig. Ausser Gelände und Strasse notiere ich aber doch erheblich Veränderungen. Die Ortschaften sind angewachsen, viele haben eine andere Farbe erhalten, sind bunter und in Maggia gibt es jetzt eine Migros und ein COOP. Ausgelegt auf den privaten Verkehr(t).
 
... den Schlüssel fürs Zimmer eins findest du wie üblich an besagter Stelle, Filippo in seinem SMS an mich. Ich komme morgen fürs Zmorge, dann sehen wir uns wieder. Gruss an Mama, schreibe ich, Renate, die jahrelang das Haus zu sehr günstigen Konditionen angeboten hatte, wo ich in der Periode 2005 und 2007 fast wöchentlich hier zugegen war. Und auch im eco cristallina ein paar Schritte weiter. Es giesst in Kübeln. Und irgendwie bin ich stolz, hierhergekommen zu sein! Frage keiner, was denn zu überwinden gewesen sei?

Hike partners: Henrik


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Comments (1)


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mong Pro says:
Sent 26 August 2019, 20h49
> ...ist mong fast täglich zwischen dem Kanton Uri und Biasca unterwegs...

Biasca ist für mich das Biel/Bienne des Tessins.

"Übrigens bin ich in einer ganz, ganz kleinen Weltstadt aufgewachsen",
schrieb schon der Schriftsteller Robert Walser.

(Walser ist in Biel aufgewachsen.)

Wenn Robert Walser in Biasca aufgewachsen wäre,
dann hätte er wahrscheinlich dasselbe über Biasca geschrieben.

In Biasca geht es mir immer gut.


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