Badus / Six Madun ab Oberalppass


Published by N_Altitude , 5 August 2019, 21h20.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike: 4 August 2019
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR   CH-UR 
Time: 8:00
Height gain: 1700 m 5576 ft.
Height loss: 1700 m 5576 ft.
Route:Oberalppass - Pazolastock - Rossbodenstock - Alp Tuma - Badus / Six Madun - Alp Tuma - Badushütte - Tumsli - Pazolastock - Oberalppass
Access to start point:Matterhorn-Gotthard-Bahn bis Oberalppass
Access to end point:Matterhorn-Gotthard-Bahn bis Oberalppass
Accommodation:Piz Calmot, Alpsu

Vor fast genau 3 Jahren, am 3.8.2016, war ich alleine auf dem Pazolastock und dem Rossbodenstock unterwegs. Vom Rossbodenstock aus habe ich hinüber zum Badus gesehen und war fasziniert von dessen hübscher Gipfelpyramide und seither habe ich mir vorgenommen, diesem Berg einmal einen Besuch abzustatten. Ich hatte keine Ahnung, worum es hier technisch geht, aber ich habs mir vorgenommen. Nach Studium vieler Berichte hier auf hikr und im SAC Buch Alpinwandern Gotthard, wurde mir klar, das ist gar kein schwieriges Unterfangen! Viele Sommer-Berichte hier, berichten zudem von der Überschreitung des kompletten Grats Pazolastock-Rossbodenstock-Parlet-Piz Tuma-Badus. Ich war mir unsicher, ob ich nach den Beschreibungen des Südwändchens des Parlet dies alleine angehen sollte.

Los ging's um 08:45 am Oberalppass, wo ich mit der ersten ÖV-Verbindung von Zürich her angereist bin. Damit ich genug Zeit habe später, machte ich ordentlich Tempo und erreichte den Pazolastock oder Piz Nurschalas bereits nach 1 Stunde 20 Minuten. Ich war von mir selbst überrascht, sind es doch 700 Höhenmeter. Ich glaube, das kriege ich nur alleine hin, wenn ich konzentriert gehen kann. Wäre noch jemand dabei und würde ich auch nur 1 Wort "schnäddere", könnte ich das vergessen :-D

Den Pazolastock liess ich wortwörtlich links liegen, um direkt auf dem Grat weiter über den Tumsli den Rossbodenstock anzupeilen. Ein kleiner Aufschwung am Grat mit ein paar Kraxeleinlagen (max. I), die etwas erdig-rutschig sind, meistere ich locker-flockig und ebenfalls im Eiltempo, wie vomene Bienli gstochä :-D Danach schreite ich ans südliche Ende des Rossbodenstocks, wo das grosse Giipfelkreuz steht. Hier war ich letztes Mal vor 3 Jahren umgekehrt, weil das Wetter mir etwas Sorgen bereitete und ich auch nicht gelpant hatte, weiterzugehen. Nun gut. Auf der Karte sieht man ja, dass da Wegspuren sein sollten bis zur Älpetlilücke und von dieser hinunter in Richtung Lai da Tuma. Ich ging bis kurz vor die Älpetlilücke hinunter und hörte am Parlet eine kleine Steinlawine. Hmmm. Hmmm. Irgendwie war mir nicht wohl. Kurzerhand, habe ich mich entschlossen, den Parlet und Piz Tuma zu umgehen und mir keinen Stress draus zu machen. Ich könnte ja beim Rückweg oder ein andermal (jederzeit!) mir dies noch anschauen. Heute nicht. Also suchte ich den Weg hinunter in die Senke der Alp Tuma, wo ich hoffte, den Weg / Pfad, welcher am nord-östlichen Ausläufer des Piz Tuma hinauf führt, zu finden. Das war ein Klacks und als ich diese kleine Schwemmebene auf ca. 2500m überschritt, sah ich schon erste Steinmännchen. Diese führten mich dann bis zur Abzweigung, wo Pfadspuren von noch weiter östlich vom Lai da Tuma her, am der Südseite des nord-östlichen Ausläufers des Piz Tuma heraufführen. Ab hier deutlicher Weg, bis auf ca. 2700m, danach weisen wieder Steinmännchen den Weg direkt hoch zum Grat zu P. 2744 / 2749.

Ab hier gab es keine Schwierigkeiten mehr punkto Wegfindung bis zum Gipfel. Alles entweder mit zig Steinmännchen markiert, oder gut ersichtliche Pfadspuren. Kurz vor dem Gipfel erwartete ich gemäss Beschreibungen eine Kletterstelle in eine Scharte, das entpuppte sich dann aber als ein kleiner Kraxeltritt in eine absolut harmlose Lücke. Danach darf man hie+da etwas zupacken, bis zum Gipfelkreuz (max. I, T4).

Die Rundsicht vom Gipfel ist herrlich und ich bin, nachdem ich im Aufstieg zum Gipfel noch einer 6er Gruppe im Abstieg begegnete, komplett alleine. Eine gute halbe Stunde sitze ich hier, geniesse die Aussicht und esse meinen Kuchen und meine Guetzli.

Den Abstieg machte ich auf dem gleichen Weg bis zur kleinen Schwemmebene auf 2500m nord-ölstlich von Parlet und Piz Tuma, danach halte ich in etwa auf gleicher Höhe auf P. 2434 zu (die etwas grössere Schwemmebene unterhalb der Badushütte) und steige dann ab dort wieder auf einem Pfad auf zur Badushüte, wo ich noch etwas trinke und meine Trinkreserven auffülle, denn ich will wieder über den Pazolastock zurück zum Oberalppass, um dort nochmal die Aussicht zu Unghürstöckli, Piz Tiarms, Oberälpler & co. geniessen. Gesagt getan - danach Abstieg zum Oberalppass und ein Glace mit Beeren in der Alpsu Beiz, da noch etwas Zeit ist, bis meine Zugverbindung zurück nach Zürich fährt.

Fazit: Der Badus / Six Madun ist ein formschöner Gipfel und ein top Aussichtspunkt. Es gibt mehrere Varianten, wie man ihn erreichen kann, für die einfachste Möglichkeit muss man mit T4 rechnen. Scheinbar ist der Ostgrat eine hübsche Kletterei (III, Stellen IV), wer weiss, vielleicht kehre ich mal hierher zurück und gehe auf dem Rückweg zum Oberalppass dann doch noch über den Grat mit Piz Tuma und Parlet ;)

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Comments (1)


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Zoraya says: Six Madun
Sent 5 August 2019, 23h09
Hey coole Tour, die du da gemacht hast. Der Badus ist ein toller Gipfel, im Sommer und vor allem im Winter. Meine Kollegin hat mir letztens das Topo vom Ostgrat geschickt. Nicht schwierig aber alpin eingerichtet. Sicher ein Abenteuer wert ;-).


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