Schwarzenberg Ost Direttissima


Published by maenzgi , 1 July 2019, 22h44.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike: 1 July 2019
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Zürcher Oberland   CH-SG 
Time: 2:00
Height gain: 460 m 1509 ft.
Height loss: 460 m 1509 ft.
Access to start point:PW beim Restaurant Sonne abgestellt.
Access to end point:PW beim Restaurant Sonne abgestellt.

Einleitung:

Nachdem ich nun zusammen mit meiner Frau endlich ein Vorführwagen gefunden habe, ging ich heute nochmals hin um den Vertrag zu unterschreiben. Danach standen diverse Dinge an, wie Steuererklärung abholen, einkaufen etc. So verging der Tag wie im Flug. Da mein Kletterpartner zudem noch absagte hatte ich am Abend nichts mehr vor. Meine Frau war ebenfalls weg. Vom angekündigten Gewitter weit und breit nichts zu sehen. Also wollte ich noch eine kleine Runde machen.
Es sollte heute wieder einmal zum Schwarzenberg gehen in Hintergoldingen. Mein Plan war die Direttissima in der Ostwand. Bei mir klappte heute einfach alles zusammen. Angenehme Temperaturen, Einsamkeit und es wurde eine sehr direkte Route.

Wegbeschreibung:

Schwarzenberg Ostwand, T6 II, 1h 35min

Nun geht es also zu Fuss ins Tobel hinein. Zuerst ist es noch ein Fahrsträsschen. Sobald ich richtig in den Wald eintauche treffe ich auf ein Holzschlag. Direkt hinter dem stehenden Wagen geht es ins Bachbett hinein. Kurze darauf komme ich zu einer Verzweigung. Hier halte ich nach rechts. Von nun an verlasse ich das Bachbett nicht mehr. Immer wieder werden kleinere und grössere Stufen überwunden, schwierigere und einfachere. Der Bach fliesst zu grossen Teilen unterirdisch. Kein Wunder nach dieser heissen Woche. Wer Nagelfluh nicht gerne hat zum Klettern, kann meist in mässig steilem Gelände aussen rum gehen. Beim grossen Loch am Ende einer Wand geht es dann erstmals ans Eingemachte. Es geht über drei enge Stufen nach oben. Teilweise ist es etwas feucht. Das Gelände wird schwieriger, heikler. Danach kommen nochmals 2 Aufschwünge, welche es zu überwinden gilt. Bevor ich nach rechts quere in die Hauptrinne. Der Anfang bis zum Abzweiger Lehmbänder ist gut machbar. Denn es liegen immer wieder Baumstämme in der Rinne. Nach dem Abzweiger komme ich nun endgültig ins T6 Gelände. Die Absturzgefahr wird nun auf einen Schlag höher. Die erste Stufe überwinde ich sperrend noch relativ einfach. Danach komme ich zur Schlüsselstelle wo sich bereits die Tösstalerikonen Djenoun und Ossi die Zähne ausgebissen haben. Schnell wird klar weshalb. Die ersten paar Steine die ich anfasse, bröckeln aus der Wand raus. Ein Versuch wollte ich trotzdem wagen. So stieg ich ganz rechts ein und konnte mich in der Rinne sperren, dann stand ich auf den Baumstamm rüber und kletterte so gerade darüber hinaus. Einen kurzen Moment wollte ich ebenfalls kapitulieren, denn ich fand keine Lösung für den Ausstieg. Es gibt nichts, was sich vernünftig halten liess. Ich fand dann aber mit den Schuhen solch guten Halt, dass ich mich darüber drücken konnte. Danach geht es in einem Gemisch aus Laub, Erde und Wurzeln die nächste Rinne hoch. Ausrutschgefahr besteht weiterhin, der Pickel leistete hier sehr gute Dienste. Danach geht es entweder auf einem Sporn steil zum Ausstieg. Dieser sieht gut machbar aus, da es viele oberflächliche Wurzeln hat. Ich entschied mich aber für eine heikle Querung nach links oberhalb der Nagelfluewände. Ganz wohl war es mir nicht. Danach ebenfalls mit vielen Wurzeln wieder nach rechts hoch querend auf den Weg. Diesem folge ich nun nach links, bis ich zur Schlussrinne kam. Das Gras ist bereits sehr hoch, dass man sich regelmässig daran mit den Zähnen festhalten kann. Ein klarer Fall für Ossi;). Die Rinne selbst hat immer wieder Nagelflue Aufschwünge drin. Das Ganze ist nochmals erstaunlich Nervenaufreibend. Denn ich rutsche regelmässig aus, da zwischen dem Gras viel lose Erde liegt. Teilweise trete ich auch Steine los. Nicht ganz ungefährlich, verläuft doch der Weg unten durch. Bei der Felswand querte ich dieses Mal nach links. Ich wollte nicht wieder in Senkrechtes Steilgras kommen *Bike & Hike Schwarzberg Ostflanke über Lehmbänder. Die Querung selbst machte ich direkt an der Wand, was mich einiges an Nerven kostete. Von Stufung war keine Rede, dafür verirren sich zum Glück zu wenig ins Goldingertal. Meist waren die Fusstritte abschüssig ausgerichtet. Ich querte nicht bis in die breite Grasrinne, sondern stieg sobald als möglich in steilem Gras nach oben. Nach 5m war ich froh das Bäume kamen, denn es ist hier sehr abschüssig. So kraxelte ich nach oben und kam direkt hinter den Bänken aus dem Wald. Nun kurz durchschnaufen und schon bald begann ich mit dem Abstieg.

Abstieg Schwarzenberg, Restaurant Sonne: T3, 25min

Erneut entschied ich mich für den Abstieg links runter von oben gesehen. Solange es nicht zu steil war, entschied ich mich für einen Joggenden Abstieg. Zuerst durch die Kuhweide, danach auf schmalem Weg auf den Fahrweg. Dort geht es kurz nach rechts, bevor es steiler nach links unten geht. Danach ist es für 200-300m flach. Man läuft am Holzumschlagplatz vorbei. Kurz nach diesem rechts runter. Der Weg ist hier steil und kiesig. Einmal landete ich auf dem Hosenboden, dazu musste ich mich ein paar Mal auffangen. Danach kam ich aus dem Wald und querte die Kuhweiden. Kam nochmals kurz in den Wald und wieder raus auf die Kuhweide. Runter kam ich dann genau beim letzten Haus bevor es in den Wald hinein gehen würde. Von dort noch locker zurück zum Auto.

Fazit:

Die Ostwand ist wahrlich eine wilde Sache. Es gäbe wohl noch diverse andere Möglichkeiten diese zu bezwingen. Wer weiss vielleicht kommt noch die eine oder andere Route dazu in den nächsten Jahren ich bin gespannt.

Hike partners: maenzgi


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