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Markgräfler Land: Rauf in den Schwarzwald und runter in die Reben


Published by Schubi , 8 April 2019, 21h29.

Region: World » Germany » Südwestliche Mittelgebirge » Schwarzwald
Date of the hike:31 March 2019
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 4:15
Height gain: 443 m 1453 ft.
Height loss: 443 m 1453 ft.
Route:12,2 km
Access to start point:79219 Staufen im Breisgau, Ortsteil Grunern, Altenbergstraße Ecke Senkelgasse (Friedhof)
Access to end point:s.o.

Im März ist es in den höheren Lagen des Schwarzwalds ja eher trist. Und so haben wir uns neulich für eine kleine Wanderung im Markgräfler Land entschieden, weil es da schon spriesst und blüht. Eine weitere Wander-Idee für die Jahreszeit („Von der Kirschblüte im Tal hoch in den Schnee aufm Berg“) kam mir leider erst zu spät, wir haben sie aber die Woche drauf dann im Nordschwarzwald verwirklicht (Tourenbericht hier). Da wir aber auch bei unserer Wanderung am 31.03. ein bissel   schnaufen   wollten, ging es auf unserer Rundtour noch rauf in den direkt hier angrenzenden, net allzu hohen Schwarzwald: auf den Enggründlekopf (704 m).


Als Soundtrack (aber wirklich nur für die Anfahrt, während der Vesper, oder nach der Wanderung!) empfehle ich "Spring Is Here" von den Singers Unlimited.


Wir starten in einem zu Staufen eingemeindeten Dorf namens Grunern. Dort parkt man sinnvollsterweise am Friedhof in der Altenbergstraße. Besagte Straße hat hier an der Kreuzung mit der Senkelgasse auch eine Abzweigung nach Osten, die den Beginn unserer Wanderung darstellt. Dort nur kurz auf Asphalt an der Gärtnerei Meergrün vorbei und weiter, bis wir nach Überqueren des Katzenstuhlbachs rechts einen Pfad in den Wald hochsteigen. Soweit ich mich erinnere, sind an dieser Stelle auch Wandermarkierungen u.a. auf den Enggründelkopf ausgeschildert. Obacht: kurz vorher zweigen auch weitere Wege nach rechts in den Forst ab, da aber bitte noch nicht hochgehen. Der wurzelige Pfad, den wir also wandern wollen, schraubt sich stetig nach oben, zwischendurch erhaschen wir auch mal einen schönen Blick richtung Münstertal. Zwischen all den Nadelbäumen „blitzt“ es hier und da hell auf: wir freuen uns über die schneeweiß blühende Vogelkirsche, die im dunklen Gehölz regelrecht "durchstrahlt", gerade auch, wenn sie ein paar Sonnenstrahlen abbekommt. Aber die Nadelgehölze treiben mit frischem Grün ebenfalls schon aus und so macht sich das Frühjahr auch hier im dunklen Tann bemerkbar, sicherlich etwas zeitverzögert im Vergleich zur Vegetation in der Rheinebene nebenan.

 

Der Pfad wechselt auf einen Wirtschaftsweg und zwischendurch geht es dann etwas ebener und bequem voran. Die Ausschilderung Richtung Enggründlekopf ist eigentlich auch durchgehend gut, nur im oberen Bereich nach dem Katzenstuhl gab es etwas Verwirrung aufgrund eines auf manchen Karten (noch) nicht verzeichneten Wirtschaftswegs.

 

Kurz vor Erreichen des Enggründlekopf biegen wir zweimal rechts ab. Die zweite Stelle übersieht man leicht, da es wiederum nur ein kleiner Fußpfad (ca 100 m) ist, der uns hinauf zu unserem schönen Zwischenziel und sprichwörtlichem Höhepunkt der Wanderung bringt: der saugemütlichen Schutzhütte auf dem Enggründlekopf (704 m).Hier kann man je nach Wetterlage im Hüttle oder auf der Bank daneben sitzen und genießt dabei einen herrlichen Blick zur Rheinebene hinunter. Idealer Ort für Veschper und Verschnaufpause also! (Hinweis zum hier hinterlegten GPX-Track: die Linie dieses kurzen Abstechers ist nicht ganz exakt, man läuft schon etwas vorher rechts hoch)

 

Wir gehen anschließend das kleine Stück Pfad wieder zurück herunter bis zum Wirtschaftsweg und biegen dort dann rechts (westlich) ab. Der Weg führt uns nun um den Klosterkopf (672 m) herum über eine Lichtung und wieder hinab in den dunkleren Wald. Wir wechseln noch einmal nach rechts auf einen anderen Wirtschaftsweg bevor es, kurz danach, von diesem links abgeht: nun wieder ein ganzes Stück lang, auf einem tollen Wurzelpfad bergab. Die Ausschilderung ist weiterhin gut, wir müssen talwärts in Richtung Sulzburg. Forst BW hat hier (und wird) teilweise recht viel Fichten herausgenommen. Der trockene Sommer 2018 hat die Bäume arg geschwächt und damit die Risiken für Borkenkäfer-Befall leider deutlich erhöht. Eine Info-Schrift an einem Baum klärt uns auf und man bittet um Verständnis für die Wegsperrungen und die tlw. deutliche Änderung des Waldbildes. Traurig.
 

Immerhin können wir uns aber über das eine oder andere knospend-spriessende Gewächs am Wegesrand freuen und meine Pflanzenbestimmungs-App ist mehrfach im Einsatz. Für ca 300 m wechseln wir nochmals auf Wirtschaftsweg bevor es wieder links runter auf eine Pfad geht. Wer den Abzweig verpasst hat aber auch nix verloren weil sich beide Versionen später wieder treffen.

 

Schließlich öffnet sich der Wald zu einem tollen Blick: direkt vor uns der Castellberg, eine nette Erhebung des Schwarzwald-Vorgebirges und unser nächstes Etappenziel. Die obere Hälfte des Berges ist von einer „Laubwald-Haube“ bewachsen, die ihn im Vergleich zum sonstigen Vorgebirgs-Rebland bissel gemütlicher aussehen lässt. Links daneben die weite Rheinebene sowie die Ortschaft Sulzburg. Ab jetzt geht es recht eben und bequem weiter durch die Obstwiesen und Weinberge des Markgräfler Lands, mal auf Schotter, mal auf Asphalt. Der Weg führt zu einem Wegkreuz mit Wanderparkplatz und dann links rüber zum nahebei liegenden Castellhof. Den passieren wir zweimal, um einen kurzen Abstecher zum wirklich schön platzierten Aussichtsturm auf dem Castellberg zu machen und dort auch etwas über die Vergangenheit dieses geschichtsträchtigen Orts zu erfahren: erste Ansiedlungen in der Bronzezeit, im Hochmittelalter gab es eine Burganlage, von der noch ein Turmrest zu bestaunen ist. Direkt daneben der Stahlgerüst-Aussichtsturm, den wir flink erklimmen um die schöne Aussicht zu geniessen: Im Osten direkt die Höhen des Schwarzwalds, im Westen die Rheinebene. Wissenswert ist weiterhin, dass die Castellbergkuppe als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und dort so manch rare Art in Fauna & Flora vorkommt. Wir konnten lediglich den (wohl gar nicht sooo seltenen, uns aber bis dahin unbekannten) Aurorafalter (Anthocharis cardamines) bewundern. Natürlich war er zu schnell für meine Kamera :-/

 

Wir laufen nicht auf exakt gleichem Weg wieder zurück zum Castellhof, sondern vom Turm einem Trampfelpfad nach Süden durchs Gehölz nach unten folgend (ist leider auf manchen Karten nicht verzeichnet) bis wir wieder im Freien zwischen den Reben stehen (Aussichts-Bänkle). Wir wenden uns dort nach rechts und laufen den westlichen Castellberg-Hang entlang in Richtung Norden, gelangen so wieder zum Castellhof. Dann an besagtem Wegkreuz/Wanderparkplatz kurz nach dem Hof links herunter. Es geht über einen Pfad durch eine Obschtwiese und dann nochmal links zum Örtchen Ballrechten-Dottingen. Weil sich nach dreiviertel unserer Wanderung (trotz Veschperpause) wieder etwas Hunger und Durst gemeldet haben, kehren wir hier noch gemütlich in die Ziegelhof Straußi ein und verputzen einen Bibeleskäs, der von einer Gutedel-Schorle heruntergespült wird. Dabei schaut uns die erstaunlich kräftige Sonne des frühen Märzabends strahlend zu, bis uns ein paar Wolken dann doch mal die Jacken anziehen lassen.

 

Die letzte Etappe führt uns durch die Reben des nun folgenden Fohrenbergs mit schönen Blicken in die Rheinebene und rüber zum Kaiserstuhl. Die Vogesen sind dunstverhangen und gerade noch als feine Linie zu sehen. Grunern ist erreicht, wir passieren zwei Wohnstraßen und gelangen so schließlich wieder zu unserem Wagen.

Mit auf Tour: Amelie.

 

Fazit: eine nette Nachmittagstour mit allem, was man am Markgräfler Land so schätzt. Deswegen sicherlich auch in den anderen Jahreszeiten reizvoll. Naja, bis auf die Monate, in denen die Ziegelhof Straußi geschlossen ist ;-)


Hike partners: Schubi


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Comments (2)


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Sent 14 April 2019, 18h05
Servus Schubi!

Soso, Ballrechde-Doddinge! Die Gegend kenn ich gut. Oh Mann, den Schwarzwald vermiss ich immer noch. Schöne Tour in einer schönen Gegend!

Danke für den Tourenbericht. Oder wie man bei Euch sagt: Mässe!

Nik

Schubi says: RE:
Sent 15 April 2019, 15h46
Servus Nik.

Märssi für dein Lob! Jep, Markgräfler Land ist schon Lieblichkeit pur.

Grüssle na Mannhem, Frank


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