Corn Suvretta 3072 m und Muot Cotschen 2863 m - Etwas zu früh, aber dafür allein...


Published by Ivo66 Pro , 30 March 2019, 14h37.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberengadin
Date of the hike:30 March 2019
Ski grading: PD+
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 4:00
Height gain: 1070 m 3510 ft.
Height loss: 1070 m 3510 ft.
Route:Alp Güglia - Valletta dal Güglia - Corn Suvretta (Aufstieg und Abfahrt über die Südwestflanke) - Spelm Ravulaunas - Muot Cotschen - P. 2725 m - Valletta dal Güglia - Alp Güglia
Maps:S 1:50'000 Julierpass

Wieder mal sollte es zum Corn Suvretta hinauf gehen. Die Schneesituation war günstig, um einmal den Direktaufstieg über den steilen Südwesthang zu wagen. Normalerweise bevorzugen wir für den Gipfelzustieg den zwar ebenfalls spannenden Südostgrat, welcher aber den Nachteil hat, dass in der Regel das Skidepot wenig oberhalb der Fuorcla Chamutosch eingerichtet wird und einem mehr als 100 Höhenmeter Abfahrtsspass entgehen. 

Bereits um 06.00 Uhr war ich startklar am Parkplatz auf der Alp Güglia. Weit und breit war keine Menschenseele auszumachen. Durch das schattige Valletta dal Güglia stieg ich die durchgefrorenen Hänge hinauf und konnte erste Sonnenstrahlen auf den Gipfeln erblicken. Bis sich die Sonne allerdings auch über das zu befahrende Skigelände ausbreiten sollte, würde aber noch viel Zeit vergehen, das war bald einmal klar. 

Der Aufstieg durch die Südwestflanke wird in der Tat gegen oben steiler und steiler. Die Schneeoberfläche war ziemlich zerfurcht, einerseits durch verschiedene Abfahrtsspuren, andererseits aber auch durch den starken Wind dieses Winters. Dadurch war er im Aufstieg immerhin griffig und ohne Harscheisen zu bewältigen. 

Auf dem Gipfel blies ein lästiger Wind, vor dem ich etwas unterhalb hinter ein paar Felsen Schutz suchte. Die Fernsicht war kaum zu überbieten und reichte bis zu den Walliser Alpen mit dem Monte Rosa-Massiv. Vor Antritt der Abfahrt trug ich mich als einer der wenigen Skitourengänger ins Gipfelbuch ein. 

Die Abfahrt durch die Südwestflanke war im oberen Drittel mehr Kampf als Genuss und kostete dementsprechend viel Kraft. Erst ab dem zweiten Drittel wurde die Schneeoberfläche regelmässiger und glich einer pickelhart präparierten Skipiste. Je weiter ich nach unten fuhr, desto weicher wurde die Schneedecke, aber immer perfekt tragend. 

Das konnte es noch nicht gewesen sein: Ich beschloss, noch den Muot Cotschen zu besteigen, was zusätzliche zweihundert Höhenmeter bedeutete. Für die Abfahrt durch das Tälchen ostseitig versprach ich mir schöne Sulzverhältnisse; ein Wunsch der zumindest teilweise in Erfüllung ging.  Der Gipfel war rasch erreicht.

Im Tälchen zwischen Spelm Ravulaunas und Piz Valletta wechselten die Schneeverhältnisse jeweils in Kürze zwischen Hartschnee, Bruchharsch und Sulzschnee ab. Im Valletta dal Güglia war die Schneedecke meist immer noch durchgefroren; ich war immer noch zu früh unterwegs, dafür hatte ich beide Gipfel für mich allein.

Kurz nach halb elf war ich wieder beim Auto an der Julierpassstrasse. Die Schneeverhältnisse können insgesamt immer noch als sehr gut bezeichnet werden und hängen natürlich sehr von der jeweiligen Exposition ab. Leider liegt noch immer sehr viel Schnee - es ist weit und breit kein Frühling in Sicht, und in drei Wochen sollten hier die Murmeltiere nach Futter suchen. Kaum vorstellbar... und zu allem Überfluss soll nächste Woche noch mehr Schnee fallen.

Hike partners: Ivo66


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