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Piz d‘Emmat Dadaint 2927 m - Ein Sulztraum im Oberengadin


Published by Ivo66 Pro , 23 March 2019, 13h21.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberengadin
Date of the hike:23 March 2019
Ski grading: AD-
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 3:30
Height gain: 1120 m 3674 ft.
Height loss: 1120 m 3674 ft.
Route:Plaun da Lej - Grevasalvas - P. 2310 m - Piz d'Emmat Dadaint (Abfahrt auf gleicher Route)
Maps:S 1:50'000 Julierpass

Der Piz d'Emmat Dadaint ist ein Gipfel auf dem Gratabschnitt zwischen dem Piz Grevasalvas und dem Piz Lagrev, eine Kette welche das Oberhalbstein vom Oberengadin trennt. Bei den Skitourengängern ist vor allem der nordseitige Aufstieg vom Julierpass her beliebt, da er bis tief in den Frühling hinein oft Pulverschnee bietet. Der Aufstieg und insbesondere die Abfahrt ins Oberengadin ist den Freunden des Sulzschnees gewidmet; im Frühjahr nach kalten Nächten findet man hier oft ideale Firnverhältnisse vor. Dass der Berg im Sommer weitgehend ignoriert wird, versteht sich in dieser Gegend von selbst. 

Wenn nicht heute, wann dann werde ich bereit sein, für eine Winterbesteigung des Piz d'Emmat Dadaint? Aus den Sommermonaten kennen wir das attraktive und äusserst aussichtsreiche Gipfelziel bereits sehr gut. Der SAC-Führer "Skitouren Graubünden" preist die Route aus dem Oberengadin als "rassige Frühjahrsskitour" an, dem man nicht widersprechen kann. Gleichzeitig mahnt er, dass für den steilen Gipfelbereich sichere Verhältnisse erforderlich sein müssen bei einer Hangneigung von 30° und mehr auf 300 Höhenmetern. Diese Bedingung war heute zweifelslos erfüllt, denn die Lawinengefahr war auf Stufe 1 angesetzt, und so präsentierte sich auch das Gelände im Aufstieg: Nach der kalten und gänzlich wolkenlosen Nacht war die kompakte Schneedecke tragend und dennoch etwas aufgeraut und nicht ganz eisig, was mir einen Aufstieg ohne Gebrauch der Harscheisen ermöglichte. 

Während im unteren Teil der Aufstiegsroute noch zahlreiche Skispuren vorhanden waren, folgte ich bei der "Abzweigung", wo die anfänglich gemeinsame Route Richtung Piz Grevasalvas verlassen wird, einer gefrorenen Schneeschuhspur, allerdings mit etwas skifreundlicherer Routenwahl. Die meisten Tourengänger scheinen den auch im Sommer beliebten Piz Grevasalvas anzusteuern.

Der weitläufige Gipfelhang verbirgt seine Steilheit, wenn man ihn von unten betrachtet. Doch mit zunehmendem Aufstieg geht es dann schon ordentlich zur Sache, wobei natürlich die Aussicht auf eine prächtige Sulzschneeabfahrt über lange Steilhänge im Vordergrund steht. Der Schlussaufstieg zum Wintergipfel erfolgt dann zu Fuss; das gut gangbare Geröllgelände im Gipfelbereich war fast komplett aper. 

Auf dem Gipfel wartete bereits eine sympathische Vierergruppe von Skitourengängern, welche den Gipfel über die klassische Route aus dem Oberhalbstein erreicht hatte. Auch sie zogen indessen die längere Sulzschneeabfahrt ins Engadin vor. Und die hielt, was sie versprach: Besser hätten die Abfahrtsverhältnisse kaum sein können. Nie zuvor, bin ich solch steile und lange Hänge abgefahren.

Eine Rast bei einer verlassenen Berghütte oberhalb von Grevasalvas mit prächtiger Aussicht über das Oberengadin rundete die Abfahrt noch ab. Eine Pause war auch nötig, denn der Fahrspass ging ordentlich in die Beine. Auch die Schlussabfahrt nach Plaun da Lej am immer noch tiefgefrorenen und schneebedeckten Silsersee verlief in perfektem Sulzschnee auf noch immer tragender Unterlage. Das kurze Schlussstück über das bis fast ganz unten schneebedeckte schmale Fahrsträsschen war ebenfalls noch ganz passabel. 

Routenbeschreibung und Verhältnisse heute (23. März 2019):

Plaun da Lej - Grevasalvas 
Unmittelbar östlich der beiden Gasthäuser am Silsersee bei Plaun da Lej führt ein Fahrsträsschen durch den Wald hinauf zum malerischen Bergdorf Grevasalvas, welches ab und zu abgekürzt werden kann. 

Grevasalvas - Piz d'Emmat Dadaint
Man folgt zunächst der Route Richtung Piz Grevasalvas, wo man entsprechende Spuren vorfinden wird. Anders als im Sommer auf dem Wanderweg hält man sich im Winter vom Bergdörfchen her direkt gegen Westen und steigt dort die Hänge hoch. Im Bereich von P. 2310 m hält man sich nach Norden und bald Nordosten (kurzer steiler Bereich), bis man vor dem weitläufigen Gipfelhang des Piz d'Emmat Dadaint steht. 

Ich stieg meist in der Nähe des Grätchens hoch, welches in südsüdöstlicher Richtung vom (von unten nicht sichtbaren) Gipfel herunter führt. Je nach Verhältnissen (Ausaperung der windexponierten Stellen) erfolgen die letzten Höhenmeter (heute ca. 30) zu Fuss.

Start in Plaun da Lej: ca. 06.15 Uhr
Aufstiegszeit 2 Stunden 50 Minuten
Abfahrt vom Skidepot wenig unterhalb des Gipfels: ca. 09.30 Uhr
Schneedecke tragend - durchgefroren nach klarer Nacht - Abfahrt in schönem Sulz 
Harscheisen für den Gipfelhang zu empfehlen - heute nicht gebraucht

Die Zeiten (sowohl Beginn des Aufstiegs, als auch Beginn der Abfahrt) erwiesen sich heute den Verhältnissen entsprechend als optimal.

Hike partners: Ivo66


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