COVID-19: Current situation

Rundtour über Oxni und Schnüerligrat


Published by Bergamotte Pro , 27 December 2018, 18h12.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike:26 December 2018
Ski grading: AD-
Waypoints:
Geo-Tags: CH-SG   Spitzmeilengruppe 
Time: 5:15
Height gain: 1600 m 5248 ft.
Height loss: 1600 m 5248 ft.
Route:20km
Access to start point:PW ins Schilstal bis maximal Steinbrugg (Fahrverbot), abhängig von Strassenzustand
Accommodation:Spitzmeilenhütte SAC
Maps:237S (R. 70b, 722a, 722b)

Den Oxni wollte ich eigentlich als kurze und knackige Firntour im Frühling begehen. Dann kann mit dem Auto weit ins Schilstal gefahren werden. Und im schattigen Kessel von Werdenböl hält sich der Schnee lange. Aber weil die aktuellen Verhältnisse am Alpennordhang Kreativität erfordern, habe ich das Projekt vorgezogen und zu einer weitläufigen Rundtour via Spitzmeilenhütte ausgebaut. Das erfordert ein gewisses Stehvermögen, doch belohnt wurde ich heute mit einem Traumtag und absoluter Einsamkeit. Die Schlussabfahrt durch raues Gelände mit teils heikler Unterlage hat sich hingegen als unerwartet anspruchsvoll erwiesen.

Zumindest im Schilstal hat die aktuelle Schneeknappheit einen (kleinen) Vorteil: Mit dem Auto kann bis zum Parkplatz hinter der Steinbrugg (1157m) gefahren werden (Fahrverbot). 4x4 wäre auf der eisigen Strasse sicher kein Nachteil gewesen, aber mein Polo hat sich ganz wacker geschlagen. Eine Spur vom Vortag weist mir den Weg Richtung Hütte. Das kommt ganz gelegen, denn das Gelände ist zwar gutmütig, aber etwas unübersichtlich. Und ja, die Schneesituation in mittleren Lagen lässt wirklich zu wünschen übrig, zuunterst hat es grad so gereicht. Bei Matossa (1520m) erreiche ich die Sonne und nach einem Zwischenspurt die wohlbekannte Hochebene mit dem tollen Gipfelkranz aus Spitzmeilen, Magerrain, Leist etc. Vorübergehend folge ich dem markierten Hüttenweg, lasse die Spitzmeilenhütte (2087m) aber links liegen.

Die letzten Spuren habe ich nun hinter mir gelassen und ich lege meinen Weg zur Schönegg, wo sich der Blick aufs "Zielgebiet" öffnet: die idyllische, weitläufige Alp Schaffans. Trotz der Distanz gut einzusehen ist von hier übrigens die Einfahrt in den Werdenböler Kessel. Bevor es soweit ist, muss (darf) aber noch jede Menge Spurarbeit verrichtet werden. Im coupierten Gelände zur Fansfurggla (2273m) sammle ich ganz schön extra-Höhenmeter. Besser als meine Direktlinie wäre die offizielle Skiroute gewesen, welche etwas weiter westlich dem Wanderweg folgt. Anschliessend der Südseite des Kamms entlang zum Hauptgipfel vom Oxni (2393m)

Ich felle ab, was nicht zwingend ist, doch kann so mit Schwung weit in die NW-Flanke vom Schnüerligrat gequert werden. Ab hier verbleiben nur noch knapp 200 Höhenmeter zum höchsten Punkt vom Schnüerligrat (2471m). Im Sommer kann man ihm übrigens in anregender Kraxelei bis zum Rotrüfner folgen. Via Oberlaui liessen sich die beiden Gipfel auch im Winter verbinden, was mir recht lohnend erscheint. Die Mittagsrast fällt eher kurz aus, denn trotz Sonne pur ist es wegen dem Wind auf den Gipfeln frisch. Wie an allen exponierten Stellen heute ist auch der Nordrücken am Schnüerligrat windgeprägt. Im Kessel von Tunggli dann aber bester Pulver. Mit wenig Stockeinsatz erreiche ich die Schaffanshüttli (2110m).

Das Felsband, welches den Werdenböler Kessel begrenzt, überwindet man an der gleichen Stelle wie der Wanderweg. Bei guter Sicht ist das auch von oben problemlos. Der Durchschlupf ist sehr steil (knapp 40°), aber nur kurz. Anschliessend die weiten, teils steilen Nordhänge runter - das könnte sicher lohnend sein. Nur treffe ich heute auf anspruchsvolle Bedingungen: eine windgepresste, wenig drehfreudige Pappe einerseits, eine pickelharte Kruste andererseits, das war stellenweise bereits gefährlich. Weiter unten wird's zunehmend botanisch, immerhin liegt wieder seidener Pulver. Von oben ist es gar nicht einfach, im Wirrwarr aus Erlen und vereisten Bachläufen die Ideallinie zu erwischen. Hier braucht's definitiv mehr Schnee für entspanntes Cruisen. In der anschliessenden Waldpartie dann zwingend dem Wanderweg folgen (unabhängig von der Schneemenge), wenn nötig mit GPS navigieren. Nach Überquerung vom vereisten Fansbach sind die Schwierigkeiten geschafft und über die Alpstrasse geht's zurück zum Ausgangspunkt. Nach ersten Kratzgeräuschen trage ich die Skier für die letzten Meter.


Zeiten (kumulativ)
1:50  Spitzmeilenhütte
3:15  Oxni
4:00  Schnüerligrat
5:10  Steinbrugg

Hike partners: Bergamotte


Gallery


Slideshow Open in a new window · Open in this window


Post a comment»