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Pizzo Alzasca 2262 m


Published by basodino , 3 October 2018, 13h59.

Region: World » Switzerland » Tessin » Locarnese
Date of the hike:30 September 2018
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo Cramalina   Gruppo Rosso di Ribia 
Time: 2 days 8:15
Height gain: 1010 m 3313 ft.
Height loss: 1765 m 5789 ft.
Access to end point:mit dem Bus via Russo nach Locarno, von dort mit dem Zug in die Nordschweiz und nach Deutschland
Accommodation:Cap. Alzasca SAC 1734 m (in der Saison bewartet, 22 Schlafplätze), Rif. Alpe Ribia 1996 m (einfache Selbstversorgerhütte)

Um den Giro Cramalina etwas weiter ausholend zu vollenden, bietet sich der Weiterweg zum Rif. Alpe di Ribia an. Am Weg liegen einige Gipfelziele, die man locker mit einbauen kann. Das letzte Mal auf der Route war es die Cima di Catögn, dieses Mal sollte es der Pizzo Alzasca werden, aber auch der Pizzo Mezzodi oder der Pizzo Molinera böten sich an. 

Die Wegführung oberhalb der Capanna Alzasca hat sich seit meinem letzten Besuch geändert. Damals querte man wenig ansteigend nach links, bevor man zum Lago Alzasca aufstieg oder man stieg gleich gerade hoch, um selbigen auszulassen. Heute steigt der Weg gleich an, um sich dann im Wald zu verzweigen. Zum See quert man erst dort nach links, steigt dann auf knapp oberhalb des Seeniveaus auf, um dann nochmals absteigend zu queren und den See an vertrauter Stelle zu erreichen. Übrigens sollte man den See eigentlich immer einbeziehen, gehört er für mich zu den schönsten Orten im Tessin - vor allem im Herbst. T2, 30 min

Am See biegt man ohne Wegzeichen nach rechts ab, findet aber bald wieder Markierungen und steigt viel zu früh nach rechts aufwärts an, um über offene Wiesen angenehm nach Corte di Cima zu gelangen. Hier vereinen sich beide Routen wieder. Nun weiter nur leicht ansteigend bis zur Bocchetta di Cansgei. T2, 45 min

Kurz vor der Btta am Laghetto zweigt ein Weg nach rechts ab. Diesem folgt man noch ca. 60 Hm bis rechts eine Geröllhalde erscheint, die man leicht aufwärts begehen kann. Wer gute Augen hat, findet die Steinmänner, die die Route anzeigen. Leider steht der erste relativ weit vom Weg entfernt, so dass man diesen leicht übersehen kann. Ich habe das alles im Aufstieg gar nicht wahrgenommen, sondern bin bis ca. 2120 m aufgestiegen, dann über steile Wiesen (T4+) auf den Grat gestiegen, um dort festzustellen, dass dieser einen felsigen Aufschwung bildet, der gar nicht so trivial ist. Rechts des Grates traversiert ein Ziegenweg die Flanke und erreicht den Steinmann am oberen Ende der Geröllhalde. Ab hier markieren weitere Steinmänner den weiteren Zickzackweg durch die steilen Wiesen bis auf den Grat links des Westgipfels. Es existiert im Steilen ein schwacher Pfad. Oben verliert er sich. Am Grat sind es noch 20 Höhenmeter bis zum Westgipfel. 
Nun liegt vor einem der teilweise felsige Grat zum Ostgipfel (genauer Nordostgipfel und Südwestgipfel). Man steigt ca. 17 m ab und dahinter wieder auf. In der Karte sind beide Gipfel gleich hoch, mein Höhenmesser schlägt dem Westgipfel auf Hin- und Rückweg jeweils 1 m zu. Der Grat ist teilweise leicht exponiert, aber erstaunlich leicht zu begehen. Ein kleiner Turm lässt sich leicht rechts umgehen. Nur der Gipfelaufbau ist felsig und muss erkraxelt werden, wobei die Schwierigkeiten trotz großer Exponiertheit eine I nicht übersteigen. Nur schwindelfrei muss man definitiv sein. T4, I, 50 min

Um das Felsenfenster im Ostgrat zu sehen, muss man vom Gipfel ca. 30 m über eben diesen Grat absteigen. Das gelingt bis unmittelbar vor dem Fenster sehr gut genau über den Grat. Dann muss man rechts über eine flache Platte hinab an den Fuss des Fensters. Diese Platte ist genau so stark geneigt, dass ich nicht mehr aufrecht über sie gehen wollte, zumal sich unterhalb ein Abgrund auftut. Also rückwärts auf allen Vieren runtergekrabbelt und das Naturwunder aus der Nähe bestaunt. Das lohnt sich. Diesen kurzen Abschnitt würde ich mit T5- taxieren. Wer cooler ist als ich, mag die Stelle einfach "begehen". T5-, knapp 15 min insgesamt

Zur Bocchetta Cansgei im Abstieg auf gleicher Route hinab, nur ohne den Schlenker zum Grat. T4, 35 min

Nach dem Ausflug auf den schönen Gipfel stieg ich weiter hinab links der markierten Route über leichte Wiesen, bis man unten auf die ersten Büsche trifft. Dort links einer Rinne auf ein Weglein, welches einen jenseits eines Bächleins führt und in den Aufstieg zur Btta di Catögn. Bald verliert sich der Weg aber in niedrigen Büschen, die man in der Folge versucht zu meiden und über wenige Blöcke und mehr Wiesen nach rechts aufsteigt. Über eine breite Rampe steigt man bis ca. 2090 m auf, quert einige Blöcke nach links und erreicht über ein kurzes Wegfragment eine höhere Geländestufe. Dahinter befindet sich eine größere Blockhalde, die man überquert und aufwärts ersteigt. Auf ca. 2150 m findet sich ein Schafweglein, welches einem ein leichtes Queren bis unter die Btta di Catögn ermöglicht. T3+, 1 h 15 min

Nach einer ausgiebigen Mittagsrast stieg ich dann nach Süden ab. Zunächst kann man zwischen Felsen und Gras wählen, dann über letzteres mittelsteil hinab in eine Ebene, von der aus man weite wellige Hänge lange leicht ansteigend bis zur Sella traversiert. Es gibt hier keine Wege oder Wegzeichen. Die Routenführung ist beliebig. Der Künstler versteht es die Anzahl an Gegenabstiegen zu minimieren, die es in den Wellen zur Genüge hätte. Der große Steinmann an der Sella ist von Weitem zu sehen, wenn es die Wolken denn erlauben. T3, 1 h 10 min

An der Sella findet man dann wieder einen gut markierten Weg. Zunächst quert man weiter kaum an Höhe verlierend, später geht es dann deutlicher hinab zur Alpe di Ribia. Normalerweise wären die 30 Minuten Wegzeit durchaus realistisch, ich brauchte aber etwas länger. T2, 0 h 40 min

Ich war von anderen Wanderern vorgewarnt worden, dass es auf der Ribia nur wenig Wasser hat. Man findet auch auf dem Weg von der Sella bis zur Hütte derzeit keinen Bach. In der Hütte musste ich dann feststellen, dass es überhaupt kein Wasser hatte. Die Rohre furztrocken wollten nicht mal einen Tropfen preisgeben. Nur draußen am Brunnen tropfte der Wasserhahn ein wenig. Man hatte aber das Gefühl, dass das in einem Topf aufgefangene Wasser ebenso schnell verdunstete, wie es aus dem Rohr kam. Also auch keine Option für einen Schluck Wasser. 
Weiterhin mangelte es auf der Hütte auch noch an mehr Dingen: kein Toilettenpapier, keine Streichhölzer, keine Anzünder fürs Feuer, keine Schuhe > Größe 40. Nur Getränke hat es in großer Menge, nur leider kein Mineralwasser. Glücklicherweise hatte ich noch 0,9 l in meiner Flasche übrig, so dass ich mir zumindest etwas kochen konnte. Das Feuer brachte ich auch mit etwas Mühe in Gang, so dass ich als Einzelnutzer der Hütte einen halbwegs gemütlichen Abend verbringen konnte. Zudem sollte es ab nachts regnen. Ich stellte einen großen Topf so ans Dach, dass ich am Morgen etwas Wasser haben sollte. 

Nach einer ruhigen Nacht begann der nächste Morgen mit dem angekündigten Regen. Das führte leider nicht dazu, dass aus den Rohren mehr als kalte Luft kam, aber der große Topf war zu 20% voll. Ich nahm zwei weitere Töpfe und platzierte sie geschickt am Rand des Daches, so dass sie sich in kürzerer Zeit füllten. Jetzt reichte es wenigstens für eine gute Klospülung und eine Katzenwäsche. 

Spät brach ich von der Hütte auf, den Regenschutz tief ins Gesicht gezogen, vorsichtig, den an sich leichten Weg absteigend. Fast meditierend stieg ich so hinab, nahm noch Notiz, dass der Bach, den man auf 1800 m überquert selbst im mittelstarken Regen nur ein erbärmliches Rinnsal war. Aus meinen Gedanken gerissen wurde ich, als ich mit dem Kopf gegen einen Ast schlug. Am Weg stehen eigentlich bis dahin gar keine Bäume und dieser verloren, verbogene Ast ist eine Ungewöhnlichkeit, die einfach bis zum Kontakt nicht in meine Wahrnehmung gelangen wollte. Was man nicht erwartet, sieht man auch nicht. Wahrscheinlich hätte ein rosa Elefant auf der Weide stehen können, ich hätte ihn nicht gesehen. 
Der Schmerz ließ schnell nach. Einige Minuten später war ich wieder in mich vertieft. Da kreuzt ein Feuersalamander meinen Weg. Dich hatte ich auch nicht erwartet, aber gesehen habe ich Dich. Und kurz später noch einen kleinen braunen Frosch im Gras. Deutlich erleichtert ob meines Wahrnehmungsvermögens stieg ich in den Wald hinab, weit weniger beunruhigt durch weitere Äste.
Nach 1 h 45 min erreichte ich Piei und damit das Reich der Autos und Straßen. Von dort sind es aber immer noch 30 Minuten bis zum Bus an der Seilbahnstation zur Alpe Salei. Dort gibt es eine Toilette, in der ich mich "stadtfein" machen konnte, bevor der Bus kam. Das nahegelegene Gasthaus war wie von mir bereits erwartet geschlossen. T2, 2 h 15 min 

Hike partners: basodino


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Comments (4)


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lynx says: Holz im Rifugio Ribia
Sent 3 October 2018, 18h38
Hallo Basodino

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...... In der Hütte musste ich dann feststellen, dass es überhaupt kein Wasser hatte. Die Rohre furztrocken wollten nicht mal einen Tropfen preisgeben. Nur draußen am Brunnen, tropfte der Wasserhahn ein wenig. Man hatte aber das Gefühl, dass das in einem Topf aufgefangene Wasser ebenso schnell verdunstete, wie es aus dem Rohr kam. Also auch keine Option für einen Schluck Wasser.
Weiterhin mangelte es auf der Hütte auch noch an mehr Dingen: kein Toilettenpapier, keine Streichhölzer, keine Anzünder fürs Feuer .....

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Die klassischen Überraschungen in der Ribia. :-)

Wie sieht es auf der Ribia mit den Brennholzvorräten aus? Ist Holz dort? Wie viel?

Ich will diesen Monat auch noch mal dort hoch - vom Val Vergeletto aus.

Hab es schon erlebt, dass nur noch ein paar total verastete, kaum spaltbare Stammstücke im Holzlager waren.

Schöne Tour in schöner Gegend und viele schöne Fotos!

Gruss Lynx


basodino says: RE:Holz im Rifugio Ribia
Sent 3 October 2018, 19h31
Hallo Lynx,

Holz hat es eigentlich reichlich, aber es wird schon einige Blöcke haben, die ich mit meiner Kraft und Technik nicht spalten könnte, obgleich das Werkzeug vor Ort echt okay ist.

Gruß und gutes Gelingen auf der Ribia

Marcel

lynx says: RE:Holz im Rifugio Ribia
Sent 22 October 2018, 19h56
Hi Marcel

Ja war alles OK mit den Holzvorräten und Spaltwerkzeugen. Geregnet hat es offensichtlich auch in der Zwischenzeit. Von Wassermangel keine Rede mehr. Auch Feuerzeuge, Streichhölzer, Anzündwürfel und Klopapier waren vorhanden. Das meiste hab ich vergebens hochgeschleppt. Macht ja nichts. Nur die zusätzlichen Wasserflaschen um in der Trockenheit zu überleben haben bergauf gewichtig aufgetragen. ;-)

Gruss Thomas

basodino says: RE:Holz im Rifugio Ribia
Sent 22 October 2018, 22h48
Hallo Thomas,

vielleicht hat ja der Verantwortliche den Bericht gelesen oder inzwischen routinemäßig aufgefüllt. Deine Erfahrung im Holzlager musste ich glücklicherweise nicht machen. Dann lieber Wassermangel und trotzdem saubere Verhältnisse. Strom hatte es bei mir auch genug, wenngleich es mir auch mit Strom nicht gelungen ist, dass Handy zu laden.

Schöne Tour hattet ihr ja trotz allem.

Gruß
Marcel


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