Piz Surgonda 3193 m / 3196 m - Die Überschreitung von West nach Ost


Published by Ivo66 , 15 September 2018, 20h10.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike:15 September 2018
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 5:30
Height gain: 1100 m 3608 ft.
Height loss: 1100 m 3608 ft.
Route:Julierpassstrasse - Val d'Agnel - Piz Surgonda P. 3193 m / P. 3196 m - Fuorcla Alva - Julierpassstrasse
Maps:1:25'000 Bivio

Der Piz Surgonda ist einer der sowohl im Winter als auch im Sommer am einfachsten erreichbaren Dreitausender in der Umgebung des Julierpasses. Meist ist der gegenüber dem weniger begangenen Westgipfel nur geringfügig höhere Ostgipfel das Ziel der Berggänger. Prächtig ist indessen die Überschreitung der beiden Gipfel über den teilweise anspruchsvollen Verbindungsgrat. Die Begehung von West nach Ost ist dabei etwas heikler als jene in der umgekehrten Richtung, zumindest, wenn man auf dem Grat bleibt und die ausgesetzten Stellen nicht ziemlich weitläufig umgeht. Die Schlüsselstellen müssen aus dieser Richtung - an einer Stelle ziemlich akrobatisch - abgeklettert werden. 

Etwas überrascht waren wir, dass doch zahlreiche Wanderer von der Julierpassstrasse in unsere Richtung loszogen, in einem Gebiet, wo wir normalerweise im Sommer alleine unterwegs sind. Bald konnten wir aber wie immer die Einsamkeit und absolute Ruhe geniessen, denn alle anderen Menschen blieben auf den Wanderwegen. Viele peilten wohl die Chamanna Jenatsch an.

Der direkte Aufstieg zum Westgipfel gestaltete sich ziemlich mühsam. Obwohl wir diesen Abschnitt schon einmal begangen sind, hatten wir dies nicht so in Erinnerung. Das schuttige Gelände eignet sich für einen raschen Abstieg optimal, für einen Aufstieg ist es aber sehr kräfteraubend, da man immer wieder etwas zurück rutscht. Da war das Erreichen des Grats in doppelter Hinsicht eine Genugtuung: Erstens eröffneten sich dort die Blicke auf die andere Seite auf besonders eindrucksvolle Weise und zweitens war der Aufstieg über nun stabilen Untergrund ein Genuss.   

Der Grat bot dann die gesuchte Herausforderung. Bleibt man konsequent auf der Gratschneide, sind schon einige knifflige Stellen zu bewältigen. Das Gestein ist ausserdem nicht immer über alle Zweifel erhaben. Immer hat man den schönen Gletscher am Fusse des benachbarten Piz Traunter Ovas mit seinen orangefarbenem Gestein im Blickfeld, was für eine Augenweide!

Auch heute wehte ein ziemlich starker, eiskalter Wind in den höheren Bereichen. Auf dem Ostgipfel des Piz Surgonda fanden wir immerhin eine windgeschützte Stelle im oberen Teil des Nordgrats, wo wir etwas verweilen konnten. Das Gipfelpanorama ist überwältigend, war aber heute durch viele Wolken etwas eingeschränkt. Bei guter Fernsicht kann man sich auf diesem Gipfel kaum satt sehen.

Routenbeschreibung:

Julierpassstrasse - Val d'Agnel - Piz Surgonda Westgipfel (T3)
Vom Parkplatz an der Julierpassstrasse unterhalb des Gasthauses La Veduta folgt man während längerer Zeit dem markierten Bergwanderweg Richtung Fuorcla d'Agnel.

Wir verliessen den Weg unterhalb des Sees bei P. 2781 m und stiegen direkt und weglos durch die steile, aus Schutt und Geröll bestehende, Südflanke des Piz Surgonda hoch. Vorbei an einem Felsriegel rechterhand hielten wir später leicht nach links und erreichten den einfachen Grat, welcher zum ersten Gipfel führt (der Westgipfel besteht aus meines Erachtens zwei ziemlich gleich hohen Gipfeln mit Steinmännern. Es ist von Auge nicht auszumachen, welcher nun der höhere ist). Der Schlussaufstieg zum "zweiten" Westgipfel ist ziemlich steil und erfolgt über den Grat in leichter Kletterei (T4).

Westgipfel - Ostgipfel (T5)
Dieser Teil ist im Abstieg zur Scharte vor dem Ostgipfel an einigen Stellen ziemlich steil und ausgesetzt. Man kann ab und zu geringfügig vom Grat abweichen, hält sich aber von Vorteil an die Grathöhe. Hin und wieder ermöglichen Risse in den Felsen ein gutes Aufsetzen der Bergschuhe, während man sich an der oft scharfen, aber stabilen Gratschneide festhält. Bleibt man konsequent auf dem Grat sind zwei Stellen im 2. Schwierigkeitsgrad rückwärts abzuklettern und dazu noch recht exponiert.

Der Schlussaufstieg zum Ostgipfel ist dann durchwegs Gehgelände, aber relativ steil (T3).

Ostgipfel - Fuorcla Alva - Julierpassstrasse (T3)
Wir stiegen auf der bekannten Skiabfahrtsroute über Wegspuren im Schutt ab Richtung Fuorcla Alva, wo man auf guter Wegspur durch das lange Tal zurück zum Ausgangspunkt gelangt.

Hike partners: Ivo66, Lena


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