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Piz Müsella 2897 m - In der einsamen Wildnis über dem Val Susauna


Published by Ivo66 Pro , 21 August 2018, 07h26.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberengadin
Date of the hike:20 August 2018
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 7:00
Height gain: 1300 m 4264 ft.
Height loss: 1300 m 4264 ft.
Route:Val Susauna - Alp Pignaint - Val Müsella - P. 2486 m - Südflanke - Piz Müsella
Maps:1:25'000 Albulapass und Scalettapass

Der Piz Müsella liegt auf einem Gratkamm, welcher das Val Funtauna vom einsamen und wilden Val Müsella trennt, welche beide ins Val Susauna münden, das die Verbindung ins Oberengadin bildet. Während durch das Val Funtauna ein markierter Bergweg verläuft, der das Oberengadin mit Mittelbünden verbindet, ist das Val Müsella ein einsames, nur mit viel Mühe zugängliches Hochtal, in welches sich wohl nur selten Menschen verirren. Bis heute hatte der Piz Müsella denn auch keinen Eintrag auf Hikr.

Eigentlich wollten wir heute dem ebenfalls völlig unbekannten und etwas höheren Piz Viluoch einen Besuch abstatten, doch wären dafür stabilere Wetterverhältnisse notwendig gewesen, insbesondere Gewitter wären dort auf dem langen Nordostgrat nicht zu gebrauchen gewesen mangels rascher Rückzugsmöglichkeiten. So fiel während dem Aufstieg und einem ersten Annäherungsversuch an das ursprüngliche Ziel die Wahl auf den Piz Müsella, ebenfalls mit gemischten Gefühlen, verwandelte sich doch der Himmel von klarem Blau rasch in dunkles Grau.

So ganz schlecht waren die Wetterprognosen für heute nicht; in Graubünden waren für den Nachmittag "vereinzelte Gewitter" oder mal ein "Regenschauer" angesagt. Die vereinzelten Gewitter traten dann ziemlich häufig auf und die Regenschauer hielten zum Teil jeweils über eine Stunde an. Es gehört sozusagen zu diesem Bergsommer, dass wir sehr oft gründlich geduscht werden, was auch heute nicht anders sein sollte.

Nach einem nebligen Start im Talboden - der Herbst scheint nun in den Bergen bereits begonnen zu haben - wanderten wir bald an der Sonne unter blauem Himmel und klarer Luft. Nichts deutete darauf hin, dass sich plötzlich der Himmel lauthals ergiessen sollte; nichts von schwüler Wärme war zu spüren. Doch so rasch sich der Nebel im Talboden verzogen hatte, so schnell bildeten sich aus dem Nichts viele Quellwolken, die bald dunkler und dichter wurden. 

Das vor allem im Bereich des wilden Val Müsella weglose Gelände präsentierte sich als sehr unbequem zu begehen. Hohe Vegetation versteckte die teils rutschigen Steine; mühsam kämpften wir uns hoch und waren zwischendurch froh, über geröllbeladene Hänge aufsteigen zu können. Spannend ist zuvor der unmarkierte Pfad von der Alp Pignaint, der den Zugang zum Val Müsella überhaupt möglich macht. Er ist eine Art Jägersteig oder Hirtenpfad und ist trotz teilweiser Überwucherung kaum zu verfehlen, wenn man den Einstieg gefunden hat. Für den Abstieg muss man sich den Beginn des Pfads im oberen Teil sehr gut merken; er ist ohne Routenkenntnisse von oben kaum zu finden.

Nach kurzem Blick in den SAC-Clubführer "Bündner Alpen 6" hatten wir kurzfristig geplant, vom Piz Müsella über den Nordrücken direkt zur Alp Funtauna abzusteigen. Doch schon kurz vor dem Erreichen des Gipfels rollten erste Donner scheinbar über unsere Köpfe weg, ohne dass wir allerdings irgendwo Blitze am Himmel ausmachen konnten. Alles wirkte nun aber unheimlich und genau im Norden war der Himmel rabenschwarz. Wiederum hallte ein lauter Donner durch die Gegend, genau bei der Gipfelankunft. Wir beschlossen nun, einfach auf der uns bekannten Route so schnell es ging abzusteigen, um in weniger exponiertem Gelände unterwegs sein zu können. 

Der mittlerweile einsetzende Regen begleitete uns während dem gesamten Abstieg. Das inzwischen klatschnasse Gras sorgte dafür, dass wir bis zu den Hüften nass wurden - oben schützten uns die Regenjacken. 

Routenbeschreibung:

Von La Resgia, einem Weiler an der Engadiner Hauptstrasse zwischen S-chanf und Cinuos-chel wandert man dem Fahrsträsschen entlang nach Susauna und von dort weiter bis zur Alp Pignaint (Wegweiser). Hinter der Hütte beginnt etwas versteckt im Wald ein deutlicher, in der Landkarte eingetragener Pfad, welcher ins Val Müsella hinaufführt.

Sobald sich der Pfad verliert, wird das Gelände unbequem zu begehen. Will man von hier aus den Piz Müsella erreichen, überquert man am besten gleich den Bach und steigt zunächst in einem weiten Bogen an dessem rechten Ufer über Grashänge hoch. Eine Art breite Grasrampe führt schliesslich durch die Südflanke zum Gipfelkopf hoch, über welchen man den Gipfel einfach erreicht.

Hike partners: Ivo66, Lena


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