Weitkarspitze (2947m) - Im Banne des Zwieselbachers


Published by sven86 , 22 August 2018, 23h18.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Stubaier Alpen
Date of the hike: 4 August 2018
Hiking grading: T4- - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 7:00
Height gain: 1300 m 4264 ft.
Access to start point:kostenloser P. in Haggen
Accommodation:Einkehrmöglichkeit im Forellenhof am Startpunkt

Die Weitkarspitze ist genau das richtige für solche labilen Verhältnisse, wie man sie in diesem Sommer regelmäßig vorfindet - die ganz große Fernsicht wie auf dem benachbarten Zwieselbacher Roßkogel hat man hier natürlich nicht, aber an einem derart diesigen Tag kommt es darauf sicherlich auch nicht an. Die Nahblicke sind hier absolut brauchbar und der Zustieg auf der Skiroute durch das Gelände des ehemaligen Kraspesferners weiß landschaftlich durchaus zu überzeugen. Im Sommer geht es hier zudem sehr ruhig zu und die technischen Schwierigkeiten im moderaten und nicht ausgesetzten Blockgelände sind recht überschaubar - los geht's!

Erneut recht später und ausgeschlafener Start um 10 Uhr in Haggen - dank der Höhe von bereits knapp 1700 Metern kommt hier kein allzugroßer Hitzeschock auf. Auf Fahrweg geht es zunächst leicht ansteigend in das Kraspestal hinein und über eine Steilstufe zum Talschluss an der "Hüttl am Stoa". Der Steig zieht weiter gut markiert und gangbar an einem markanten Einschnitt vorbei (es dürfte sich hier um die sog. "Obere Zwing" handeln), bis die flachen Schuttböden rund um den Kraspessee erreicht sind. Heute waren hierher durchaus einige Tiroler unterwegs - bereits ein schöner Fleck hier oben!

Der weitere Aufstieg ist dann nicht mehr markiert, eine Zeit lang noch finden sich Steinmänner. In dem ziemlich flachen und übersichtlichen Gelände ist das aber alles kein Problem. Letztlich gilt es in den nächsthöheren Karboden, der durch kleinere Gletscherseen markiert wird, im Südosten der Weitkarspitze einzutreten. Hier sind die möglichen Routen durch deren Südflanke bereits gut erkennbar. Das Blockgelände ist hier sicherlich vielfach gangbar - ich habe jedenfalls folgende Routen gewählt:

1) im Aufstieg - auf der Skiroute durch die Rampe knapp rechts des Gipfels (bis T4-)

Zunächst durch die sehr flachen Ausläufer der Südflanke einige Zeit leicht aufsteigend nach Westen und unterhalb der steileren Passagen der oberen Südflanke querend (etwas mühsam) links hinüber bis zu der Rampe, die knapp rechts des Gipfels hinaufzieht (links eine begrenzende Felswand). Von unten ist diese Route - es dürfte sich um die übliche Skiroute handeln - gut einzusehen; sobald man aber einmal im Gelände ist, ist das gar nicht mehr gut zu erkennen. Jedenfalls führt diese Rampe zur Grathöhe knapp östlich des Gipfels (Skidepot) und von dort in wenigen Metern ohne Probleme zum Gipfel.

2) im Abstieg - über den oberen O-Grat (bis T4-)

Der obere O-Grat ist breit und nicht ausgesetzt - es gibt hier 2-3 kurze Absätze, wo man schon fast einen Einser vergeben könnte. Dank des griffigen Gesteines aber alles ohne Probleme. Der O-Grat wird im unteren Bereich steiler (zuvor noch eine flache Passage) - hier daher Abstieg etwas quer nach rechts hinunter in die Südflanke. Von oben lässt sich das prima zurechtlegen; im Aufstieg wird man hier die Ideallinie eher nicht treffen. Mit diesem Vorbehalt ist das sicherlich die elegantere Variante und sowohl schneller als auch weniger mühsam als die Aufstiegsroute.

Auf beiden Routen ist mittelkalibriges Blockgelände vorzufinden - vor allem auf der Aufstiegsroute, was dort auch etwas Zeit kostet. Das ist mit etwas Aufmerksamkeit dank der moderaten Hangneigungen noch gut ganz gut begehbar. Steileres Gelände sollte man hier vermeiden, weil die Blöcke dann schnell mal instabil werden. 

Hinweis zum weiteren Übergang zum Kraspesferner in Richtung Zwieselbacher:

Interessehalber habe ich mir noch den möglichen Übergang zum Kraspesferner auf der Skiroute angeschaut. Der Kraspesferner hat sich mittlerweile ja auf das obere Becken zurückgezogen, der Rest ist mehr oder weniger geröllbedeckt. Dieses Becken wird nach unten durch eine Steilstufe (ehem. Gletscherbruch) abgeschlossen. Diese Steilstufe selber dürfte per Ferndiagnose kaum sinnig begehbar sein (Gletscherschliff mit Schuttauflage). Eher könnte der Übergang an deren linken Rand gelingen, was vermutlich der Skiroute entspricht. Hier ist es so, dass der Untergrund aus Gletschereis besteht, welches überwiegend geröllbedeckt ist. Es waren keine Begehungsspuren oder Steinmandl zu erkennen. Oben raus wird das ziemlich steil und allzu stabil dürfte der Untergrund nicht sein. Rechts davon kamen aus den Eisfeldern heraus auch laufend Steine herunter - zwar nicht direkt auf die Route; aber wirklich empfehlenswert schaut das alles eher nicht aus.

Anmerkung: Interessante Infos zur Geschichte des Kraspesferner vom "Mr. Sellrain" gibt es hier 

Hike partners: sven86


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