Piz Cuolmet 2796 m / Piz Crap 2818 m - Unterwegs auf dem Tinzenhorn-Nordgrat


Published by Ivo66 Pro , 4 August 2018, 21h05.

Region: World » Switzerland » Grisons » Albulatal
Date of the hike: 4 August 2018
Hiking grading: T5+ - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 8:30
Height gain: 1900 m 6232 ft.
Height loss: 1900 m 6232 ft.
Route:Filisur (Frevgias P. 1019 m) - Sela - Closters - P. 1724 m - Plan digl Uors - Plan da Pe - P. 2380 m - Chantota - P. 2618 m - Piz Cuolmet - Piz Crap - Piz Cuolmet - Ober Fop - Unter Fop - Alp Prosot - Prosot Pitschen - Closters - Sela - Filisur P. 1019 m
Maps:1;25'000 Filisur und Savognin

Die beiden unbekannten und kaum je besuchten Gipfel Piz Cuolmet und Piz Crap thronen als beachtliche Felserhebungen auf dem langen Nordgrat des Corn da Tinizong / Tinzenhorn auf der Albulaseite. Zusammen mit der Chantota, einem riesigen Graskegel am Beginn des Nordgrats, erlebten die Gipfel heute eine hikr-Premiere. Es gibt sie noch immer, die unberührten Berggipfel.

Die Schönheit der Albulaalpen ist kaum zu überbieten. Auch heute wurden wir nicht enttäuscht, obwohl nach dem endlos langen Zustieg auf Forststrässchen durch dunklen Wald bei mir wenig gute Laune aufkam. Tritt man dann aber in die einsame Welt der Albulaberge ein, sind alle Mühen vergessen. 

Seit Jahren habe ich an dieser Tour herumstudiert; der SAC-Clubführer "Bündner Alpen 6" liegt mit der Schwierigkeitsbewertung "BG-" zwar etwas tief, liefert aber immerhin eine knappe, aber passable Routenbeschreibung. Mehr abgeschreckt hatte mich stets der Blick auf die Landkarte und das Suchen nach einem einigermassen akzeptablen Zustieg. Er würde lange, sehr lange - das war klar, denn einen günstigen Ausgangspunkt gibt es nicht; es bleibt nichts anderes übrig, vom Talboden unterhalb Filisur von knapp über 1000 m. ü. M. aufzusteigen; Bergün als Basis liegt zwar bedeutend höher - die Wege von dort sind aber mit namhaften Gegenabstiegen verbunden.

Nach dem knapp dreistündigen Aufstieg auf die idyllisch gelegene Ebene Plan da Pe am Fuss der Chantota muss man sich darauf gefasst machen, dass die Fortsetzung der Tour noch lange ist und die beiden hinter der Chantota (Aufstieg in im unteren Teil steilem Gras mit einigen Alpenrosenstauden T3) versteckten Gipfel Piz Cuolmet und Piz Crap noch in weiter Ferne liegen. Dazu kommt, dass nach der Chantota ein ziemlich kniffliger Gratabschnitt zu überschreiten ist - sowohl brüchig als auch ausgesetzt gleichermassen. Aus der Ferne macht es nicht den Anschein, dass er überhaupt begehbar ist. 

Nach dem kurzen, aber nicht zu unterschätzenden Gegenabstieg von der Chantota (T4) zeigte sich dann die Schlüsselstelle der Tour - der Gratabschnitt bis P. 2618 m - zunächst doch wesentlich freundlicher. Über gut begehbare Schrofen und teilweise auf guten Wildspuren erreichten wir die ersten ausgesetzten Stellen (T5), welche wir aber ohne Probleme überschritten. Erst als wir dachten, wieder Gehgelände zu erreichen, kam es dann doch noch etwas heftiger: Ein Einriss im Grat bildet hier ein ernstzunehmendes Hindernis: Nach einem kurzen, aber steilen Abschnitt über schuttbeladenen Fels geht es gleich fast senkrecht hinauf; immerhin war der Fels hier fester, als es zunächst den Anschein machte (T5+). 

Damit hatten wir zumindest die Besteigung des Piz Cuolmet (über den Grat auf offensichtlicher Route T4) auf sicher. Überrascht waren wir auf dem Gipfel, wie nahe der Piz Crap über einen weiteren Gratabschnitt erreichbar ist. Schlüsselstelle ist hier nicht der Grat selbst (T4), sondern der Abstieg in die Scharte zwischen den beiden Gipfeln in wiederum schuttigem Gelände mit brüchigem Fels (T5).

Auf dem Piz Crap errichtete ich einen Steinmann. Der Blick zum Corn da Tinizong, welches nur 1,2 km entfernt in den Himmel ragt ist ebenso beeindruckend wie jener zum Piz Ela. Die durch die vielen dunklen Quellwolken düstere Stimmung gab dem Ganzen einen bedrohlichen Rahmen.

Im Abstieg umgingen wir den heiklen Gratabschnitt bei P. 2618 m. Allerdings ist auch diese Variante nicht ganz trivial, verläuft sie doch in sehr steilem Gelände, ganz unten durch eine steile Rinne mit heute hohem Gras (T4+).

Etwas umständlich, da wir zunächst etwas zu tief abstiegen, erreichten wir den Bergwanderweg, welcher von Plan da Pe zur Alp Prosot hinunterführt. Den Rest der Tour legten wir auf dem Fahrsträsschen zurück., welches angenehm hinunter in den Talboden führt.

Hike partners: Ivo66, Lena


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