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Piz Neir 2906 m - Am besten Fels im Oberhalbstein


Published by Ivo66 Pro , 1 July 2018, 17h51.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike: 1 July 2018
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 4:30
Height gain: 880 m 2886 ft.
Height loss: 880 m 2886 ft.
Maps:1:25'000 Bivio

Das Oberhalbstein in Mittelbünden ist zwar eine der schönsten Berglandschaften der Alpen, ist aber nicht gerade bekannt für eine gute Felsqualität. Eine Ausnahme bildet da der Piz Neir am Julierpass, der uns mit seinem festen Granit immer wieder begeistert. So kann man an seinem stellenweise exponierten Ostgrat herumturnen, wie man will - der Fels hält.

Immer wieder - gerade wenn am Vortag eine besonders anstrengende Tour angestanden hatte - zieht es uns hinauf zum Piz Neir, der rasch erreichbar ist, nur einen geringen Höhenunterschied zum Ausgangspunkt aufweist und darüber hinaus, meist in gut begehbarem Gelände begangen werden kann. Und eben: Dort wo geklettert werden darf, geschieht dies in tadellosem Fels. 

Ein erster richtiger Hochsommertag schien uns bevorzustehen, als wir an der Julierpassstrasse den ersten Hang hochstiegen. Bald aber begleitete uns ein kühles Lüftchen, das sich zu Beginn sehr angenehm anfühlte, aber mit zunehmendem Aufstieg immer lästiger und sogar richtig kalt wurde. Die Jacken waren bald einmal aus dem Rucksack genommen und blieben auch ausserhalb. Dafür konnten wir eine ungewöhnlich gute Sicht für diese Jahreszeit geniessen.

Erfreulich ist, dass meine mittlerweile 3. Gamelle für das Gipfelbuch unbeschadet geblieben war. Die Vorgänger wechselte ich nach Blitzeinschlägen jeweils aus. Unser Eintrag im Buch war dieses Jahr der erste, was aber auch damit zusammen hängen kann, dass das Gipfelbuch fast zu gut versteckt war unter dem Steinmann. Das habe ich nun etwas geändert. Ab und zu erhält der Piz Neir schon menschlichen Besuch. 

Wie erwartet blühten bereits zahlreiche Edelweisse; immer auch mit ein Grund, dem Piz Neir einen Besuch abzustatten. Den vielen Murmeltieren war es offensichtlich dennoch zu heiss oder sie waren sich dieses Jahr menschlichen Besuchs einfach noch nicht gewohnt. Diejenigen, die es draussen aushielten, ergriffen schon früh die Flucht.

Insgesamt erlebten wir einen Traumtag in den Oberhalbsteiner Bergen. Die Skitourensaison ist längst vorbei und somit kaum mehr Menschen unterwegs. Die Einsamkeit hier nimmt manchmal fast unheimliche Dimensionen an. 

Routenbeschreibung

Julierpassstrasse - P. 2576 m (T3)
Beim Parkplatz, wenige Meter nordwestlich der Brücke bei P. 2043 an der Julierpassstrasse zwischen Bivio und der Passhöhe, überquert man die Strasse, steigt kurz zum Fluss ab und überquert diesen auf der etwas abenteuerlichen, aber stabilen Brücke. In der Folge wandert man weglos etwa in der Falllinie hoch, bis man auf einen Steig tritt, den man nach einer Kehre weiter nach Nordwesten folgt, bis sich die Spuren verlieren.

Von hier aus folgte ein gemütlicher Aufstieg über Alpweiden, nur leicht ansteigend, Richtung Norden. Der Piz Neir ist nun gut zu sehen und die Aufstiegsroute logisch; sie führt über den meist breiten Rücken. Wir überquerten den Bach und folgten weiter Richtung P. 2576 m. Dort hinauf gelangt man auf Wegspuren (Viehpfade?).

Aufstieg zum Vorgipfel (T4, I)
Man folgt hier dem breiten Rücken und ist in der Routenwahl ziemlich frei. Wir hielten uns eher rechts, also nahe des eigentlichen Grats. Man benötigt oft die Hände, findet aber immer wieder einen einfachen Durchschlupf. Der Fels ist stark grasdurchsetzt, die Route ist aber sehr gut begehbar. Vom Vorgipfel (Steinmann) hat man einen guten Überblick über den weiteren Routenverlauf zum Hauptgipfel. Routenverlauf überblickbar ist.

Vom Vorgipfel zum Hauptgipfel (T5, I - II)
Wir durchstiegen die Scharte zwischen Vor- und Hauptgipfel, indem wir vielleicht 2 Meter in die Nordflanke abstiegen, aber bald wieder auf die Gratschneide zurückkehrten (etwas ausgesetzt, aber guter Fels). Von der Scharte aus stiegen wir ziemlich direkt über den teilweise etwas exponierten Grat hoch; ab und zu ist schon einmal eine IIer-Stelle zu bewältigen. Einzelne Steinmänner weisen auf andere Varianten hin, die eher durch die Nordflanke etwas unterhalb des Grats führen. Die Schwierigkeiten übersteigen dort I kaum.

Hike partners: Ivo66, Lena


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