Schneekarumrahmung auf luftigen Graten


Published by bula_f , 22 May 2018, 23h11. Text and phots by the participants

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Date of the hike:21 May 2018
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: IV (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A   Karwendel 
Time: 8:00
Height gain: 1960 m 6429 ft.
Height loss: 1960 m 6429 ft.
Route:17,6 km
Access to start point:Von der Seegrubenbahn auf der Gramartstraße zum Gramartboden
Maps:openstreetmap.org

Hoch über Innsbruck am Fuß der Karwendel Nordkette liegt in geringer Entfernung vom touristischen Trubel der Nordkettenbahn in wunderschöner, einsamer Landschaft das Schneekar eingebettet zwischen den Südgraten von Hoher Warte und Vorderer Brandjochspitze. Im Norden ziehen steile Rinnen vom Verbindungsgrat zwischen Hoher Warte und Hinterer Brandjochspitze hinunter ins Kar, welches sich auf diesen drei Graten lohnend umrahmen läßt.


Los geht es Punkt 7 am Gramartboden vorbei an der Kapelle Höttinger Bild auf diversen markierten Wegen, später auf einem kleinen Steiglein steil auf einem sich ausprägenden Kamm und teils weglos in direkter Linie hoch zum Achselkopf. Über den Achselboden wandern wir an der gleichnamigen Alm vorbei in sanfter Steigung weiter hoch zum Brandjochboden, von wo wir bei einer Vesperpause den beeindruckenden Südgrat der Hohen Warte erstmals begutachten können.

Nach der Pause steigen wir gestärkt über die unteren Ausläufer des Schneekars an den latschenbewachsenen Fußpunkt des Südgrats und jenseits in der Flanke über steile Schrofen auf den grasigen Grat auf. Schnell ist der erste Aufschwung am Grat erreicht, der den Beginn der Schwierigkeiten markiert (4). Hier findet sich ein Schlaghaken mit Seilschlinge und wenige Meter daneben direkt unter dem zu überwindenden Überhang ein Weiterer. Die Stelle ist kurz fordernd, da man während der Querung in den Überhang den Körperschwerpunkt recht weit nach hinten über das steile Gelände über dem weit unten liegenden Kar legt und sich somit auf die nicht immer festen Griffe verlässt. Hat man die richtigen Griffe gefunden, geht es ganz kurz mit einem Zug kraftig hoch über den Überhang und in schönem Kraxlgelände unschwierig weiter. Es folgt ein weiterer grasiger Abschnitt, bevor hoch zum zweiten Aufschwung wieder gekraxlt werden darf. Wir nehmen den Aufschwung direkt östlich der Gratkante (rechts im Aufstiegssinn) auf der historischen Route des AV-Führers (3) entlang eines Rißes, in dem sich einige rote Schlaghaken finden. In der Folge steilt der Grat auf und es gilt immer wieder gelb-brüchige Störzonen zu überklettern. Nach einem teils stark ausgesetzten, steilen Gratabsschnitt (3) legt sich der Grat zurück, aber der Weg zum Gipfel zieht sich noch ein bisschen bevor wir diesen schließlich in Gehgelände erreichen.

Nach einer längeren Gipfelvesperpause machen wir uns auf den Weg zur Hinteren Brandjochspitze (3-). Glücklicherweise hatte ein Kamerad den Weg früher am Tag in umgekehrter Richtung gespurt (Danke!). Die Wegfindung ist eindeutig: immer scharf am Grat, nur manche Türmchen werden südseitig umgangen. Nach dem tiefsten Punkt am Verbindungsgrat geht es in schönem Gelände wenig ausgesetzt wieder hoch Richtung Hinterer Brandjochspitze, die wir nach ~ einer Stunde erreichen.

Ohne große Pause geht es gleich weiter zur Vorderen Brandjochspitze (~ 20 Min). Auch hier machen wir keine Pause, sondern steigen aufgrund der dicken, dunklen Wolken schnell über den Südgrat der Vorderen Brandjochspitze (3-) ab. In Gipfelnähe noch durch einige Schneefelder (alles gespurt, der Grat wurde heute mehrfach begangen), bald in bestem Fels abkletternd zur Spreizschrittstelle (3-) und weiter über den hier kurz ausgesetzten Grat in die Kaminrinne (oben kurz 3-), die das Ende der Schwierigkeiten markiert. Anschließend geht es dann noch anregend durch einen Kamin (2) bevor es sich über Wiesen zum Brandjochkreuz ausläuft. Auf dem bekannten Weg wandern wir über Brandjochboden, Achselboden und -kopf runter zum Parkplatz am Gramartboden.

Die Umrahmung des Schneekars ist eine wunderschöne, alpine Unternehmung in toller Landschaft. Der Südgrat der Hohen Warte ist deutlich anspruchsvoller als der der Vorderen Brandjochspitze. Dafür ist der Fels an Letzterem von ungleich besserer Qualität. Die Schwierigkeiten am Verbindungsgrat zwischen Hoher Warte und Hinterer Brandjochspitze halten sich in Grenzen, jedoch findet sich hier der brüchigste Fels der Runde. Alles in allem eine absolut empfehlenswerte Unternehmung für Karwendelliebhaber, die sich in diesem typischen Geläuf wohlzufühlen wissen.

Hike partners: Wagemut, bula_f


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Comments (4)


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Westfale says: Stark!
Sent 25 May 2018, 08h19
Saubere Tour, Jungs!
Da bleibt derjenige der momentan zur Gartenarbeit verdammt ist neidisch zurück :-)
Landet auf meiner ToDo-Liste...

bula_f says: RE:Stark!
Sent 26 May 2018, 14h38
Danke und Dir auch bald wieder schöne Touren!

ADI says:
Sent 14 June 2018, 16h25
Sauber gmacht, Buam!

Echt wuide Tour, zu der man nur ganz herzlich gratulieren kann!
A no seilfrei.....HUT AB, des wär mir zu luftig gwen.....
Aber mit dem Josef im Gepäck.....NO PROBLEM!

Beste Grüße.....

ADI

bula_f says: RE:
Sent 15 June 2018, 10h21
Servus ADI,

danke Dir!

Es war wirklich eine schöne Runde, auch wenn noch mehr Schnee drin lag als wir dachten. Absolut empfehlenswert und bei Umgehung des ersten Aufschwungs des Hohe Warte S-Grats max. 3.

Beste Grüße, Carsten


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