Jegihorn oder Jägihorn via Klettersteig & Brücke


Published by N_Altitude , 10 October 2017, 21h28.

Region: World » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike: 7 October 2017
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Via ferrata grading: AD+
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Time: 1 days
Height gain: 800 m 2624 ft.
Height loss: 800 m 2624 ft.
Route:Kreuzboden - Einstieg Klettersteig - Vorgipfel - Brücke - Jegihorn - Kreuzboden
Access to start point:SBB bis Visp, Postauto bis Saas-Grund, Bergbahnen
Access to end point:SBB bis Visp, Postauto bis Saas-Grund, Bergbahnen
Accommodation:div. in Saas-Grund

Sodeli. Jetzt kommt auch von mir wieder mal ein Berichtli :)

Nach unseren Touren auf das Rimpfischhorn und Allalinhorn via Hohlaubgrat ende September, stiegen wir nach Saas-Fee ab. Ich war dort tatsächlich noch nie und ich fands sofort herzig! Wirklich witzig, man geht schon seit Jahren "z'Bärg" und dann war man noch nie im Saas-Tal (oder Saaser-Tal?)...

Auf jeden Fall war am vergangenen Samstag prachts-Wetter angesagt, also musste ein Plan her. Etwas kraxeln, dachte ich mir. Almagellerhorn, Mittaghorn oder Jegihorn sollte es sein. Auf jeden Fall wollte ich unbedingt nochmal richtung Saas-Fee, und auch nochmal das schöne Allalinhorn und s'Spitzli vom Rimpfischhorn nochmal sehen (*schwelg*). Und mein Gspähnli war supi schnell einverstanden, am Samstag einen Tagesausflug zu machen. Im Zug schauten wir uns die 3 Kandidaten nochmal an, relativ schnell war klar; ohne Seilbähnli-Unterstützung schliessen wir das Almagellerhorn mal aus. Wir waren zwar fit und frisch, aber wollten auch etwas die Sonne "geniessen". Also Mittaghorn oder Jegihorn. Bald entschieden wir uns; mehr Sonne würden wir am südlich ausgerichteten Klettersteig des Jegihorn bekommen. Also stand der Plan fest.

Mit dem Bus bis nach Saas-Grund (Haltestelle "Bergbahnen") und dann ab mit der Gondel nach Kreuzboden (oder Chrizbode, wie in der Karte steht). Eisig kalt war es. Und ja, der tiefe Herbst ist da. Die Sonne mag um kurz nach 9 Uhr noch nicht über das Weissmies drüber um uns zu wärmen. Also kurz ins Resti und e heissi Ovi! Danach machten wir uns auf den Weg. Eigentlich wollte ich via Weissmieshütte zum Einstieg in den Klettersteig, aber als wir losgelaufen sind, haben uns einladende Schildli mit der Schrift "Klettersteig" auf ein Pfädli eingeladen, das direkt an der Südflanke des Jegihorns hinauf führt bis in das Tälchen unterhalb der ausgeprägten Moräne, die sich nördlich der Weissmieshütte hinaufzieht. Es folgt auch eine Abzweigung, wo "JH" mit einem Links-Pfeil angeschrieben ist <- das ist der "Normalweg". Will man zum Klettersteig, so folgt man dem wbw-markierten Pfad, der mit Klettersteig angeschrieben ist. Bald waren wir an der Sonne und freuten uns über die wärmenden Strahlen.

Natürlich habe ich im Vorfeld (fast) alle Hikr-Berichte studiert und auch mein SAC Klettersteig-Büchli gefragt. Dennoch war ich mir nicht sicher, wie denn jetzt die Brücken-Situation nun aussieht, da es unterschiedliche Berichterstattungen gibt (zwischendurch war die Brücke scheinbar abgebaut, oder teil-abgebaut, dann nur 2 Drahtseile zum Stehen? Dann wieder was anderes...) auf jeden Fall kann ich nun für Euch alle hiermit klarstellen, wie die Situation bei der Brücke war. Aber der Reihe nach...

Der Weg  zum Einstieg ist gut markiert und leicht zu finden. Am Einstieg findet man die übliche Beschilderung eines Klettersteigs mit Sicherheitshinweisen. Danach gehts gleich locker-flockig los. Nach einigem lockeren hin- und her, und rüber und rauf, folgt eine Abwechslung aus Kaminen, Platten, "Stägen", und manchmal ein luftiges Stückchen. Auch etwa gesamt 3 Leitern sind eingebaut, wovon die letzte dann auf den Vorgipfel führt (guter Rastplatz an der Sonne, bevor es wieder etwas hinten abwärts geht).

Nach dem Vorgipfel geht es abwärts und relativ bald gelangt man an die Abzweigung; weiter absteigen und queren richtung Jegihorn (KS3), oder links ausgesetzt in die südwestliche Wand des Vorgipfels, in richtung Brücke (KS4-5). Ein Warnschild findet sich hier. Und dann folgt sie: die Brücke :) Gerne stelle ich nun klar, wie das dort aktuell aussieht:


Am letzten SAMSTAG, den 7. OKTOBER 2017, war DIE BRÜCKE wie folgt konstruiert:

- unten zwei Drähte mit Verbindungsbalken aus Holz, ca. alle 40cm. Die Drähte sind unter den Balken an diesen festgeschraubt (am besten "mittig" mit dem linken, dann mit dem rechten Fuss auf den nächsten, auch mittig, dann wackelts am wenigsten)
- auf ca. Brusthöhe links und rechts je ein Draht (am besten mit den Händen halten und Draht "unter die Achseln" nehmen, so "kippt" man seitlich nicht so leicht weg)
- oberhalb Kopfhöhe, auf der rechten Seite ist noch ein Draht, dort kann man sein Klettersteigset einhängen (am besten VOR den rechten Arm die Kabel des Klettersteigset, hängt manchmal ein bisschen)

Fazit zur Brücke
Es ist sehr luftig, und es wackelt! :) Gemäss Angabe beim Start der Brücke, sollten max. 4 Personen da drauf. Wir waren, nebst einem lustigen Kerle, der vor uns drüber ging, alleine an der Brücke, und warteten, bis er drüben war, und gingen einzeln. Es ist sicher "gäbiger", wenn man nicht noch das Wackeln einer anderen Person mitmachen muss, ist sicher angenehmer allein darauf zu sein und 'seine Balance' zu finden. Schwindelfrei muss man sein, und etwas Gleichgewichtssinn sollte man haben. Ich denke, wenn keine anderen Leute da sind, kann sich jeder einmal an der Brücke probieren, umkehren und auf den Umgehungs-steig zurückwechseln ginge hier noch relativ gut. Nach der Brücke gibts eigentlich kein "Zurück" mehr.

Nach der Brücke wirds steil. Es ist wirklich etwas anspruchsvoller als der Teil bis auf den Vorgipfel, sehr ausgesetzt und senkrecht hinauf. ABER: es sind immer gute Tritte und Griffe vorhanden, wo es gar nicht anders geht findet man "Postitche" in der Wand, bzw. teils sogar Fels-Stücke, die an den Fels  gebohrt wurden und nun als Tritte dienen. Und notfalls ist ja da auch noch das Drahtseil, an welchem man sich halten und mit etwas Fuss-Reibung raufziehen kann. Mein Gspähnli, welches erst den Braunwald-Klettersteig, den Abstieg am Schwandergrat am Vreneli und den Aufstieg vom Schöllijoch absolviert hat, hat das souverän gemeistert am Jegihorn. Also, es ist wirklich machbar wenn es sein muss, man sollte sich vor dem Teil des Klettersteigs nicht "fürchten" oder so. Aber auch hier: Schwindelfrei  und Trittsicher sollte man sein.

Nach der letzten Steilpassage gelangt man auf den Grat, hier kommt der Umgehungsweg auch herauf. Auf dem Grat gibts 1, 2 Stellen, wo's auch etwas luftig wird (links und rechts). Kurz danach wird der Grat breiter und man erreicht den Gipfel. Die Rundsicht ist wirklich sehr schön, es präsentieren sich im Osten Fletsch-, Lagginhorn und Weissmies und im Westen Signalkuppe, Strahlhorn, Rimpfischhorn, Allalinhorn, Alphubel, Täschhorn, Dom, Lenzspitze, Nadelhorn, Balfrin... und im Norden Bietsch- und Nesthorn... (und viele andere). Mir hat das Jegihorn sehr gefallen, es ist ein sehr abwechslungsreicher und schön angelegter Klettersteig, gut gesichert und mit genügend Zwischenpunkten. Eins soll aber gesagt sein: es gibt hier kein zurück. Es gibt keine Ausstiegsmöglichkeit, weder bis zum Vorgipfel, noch danach. Ab dem Vorgipfel bleibt nur die Wahl: Brücke, oder nicht Brücke. Wer also schon im ersten Drittel an seine Grenzen kommt, sollte hier noch umkehren. Später ist ein Abbruch schwierig und bei viel "Verkehr" bestimmt mit mühsamen Ausweichmanövern verbunden.

Auf dem Gipfel können Klettergurt und Klettersteigset versorgt werden. Der Abstieg erfolgt über einen wbw-markierten Weg. Hie und da eine Kraxelstelle (max. I), es ist teils Blockgelände. Mir macht das riesig Spass, so ein bisschen herum"turnen" :)  es gibt meist auch mehrere Möglichkeiten, man kann den Abstieg, wenn man ein klein wenig Orientierungssinn hat, fast nicht verfehlen. Es geht auch nirgends irgendwo brenzlig-überraschend steil über eine Klippe oder so, also alles in allem nicht schwer. Der Weg mündet dann in den Aufstiegsweg, wo wir morgens hinauf zum Einstieg sind.

Ich kann das Jegihorn nur empfehlen für solche, die spannende Klettersteige mögen, die auch etwas Abwechslung bieten. Es hat wirklich von allem ein bisschen was. 

Euch allen weiterhin einen tollen Berg-Herbst :)

PS. Ich weiss nicht, warum hier auf Hikr Klettersteig-Bewertungen (KS1-KS5) nicht angewendet werden. Ich hoffe, ZS+ trifft es einigermassen.

Hike partners: N_Altitude


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