Rund um das Kostgefäll


Published by frmat , 3 October 2017, 00h23. Text and phots by the participants

Region: World » Germany » Südwestliche Mittelgebirge » Schwarzwald
Date of the hike:30 September 2017
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 5:30
Height gain: 1200 m 3936 ft.
Height loss: 1200 m 3936 ft.
Route:25km
Access to start point:Parkplatz an der Kirche in Simonswald
Maps:Schwarzwaldverein, "Grüne Serie", Blatt "Zweitälertland"

Das Simonswälder Tal gehört mit seinen bis zu 900m hohen Flanken zu den am tiefsten eingeschnittenen Schwarzwaldtälern und beherbergt in seinen Seitenästen etliche spannende Touren, die nicht nur Abwechslung bereithalten, sondern den Anwärter auch auf eine konditionelle Probe stellen. Die Umrundung des Kostgefäll von der Kirche in Simonswald garantiert herrliche Fernblicke, zwickende Waden, keine Langeweile und ist garniert mit nicht weniger als elf Gipfel(che)n. Für eine Mittelgebirgswanderung kommt mit mehr als 1200 Höhenmetern auch eine nicht zu verachtende Verkitaldistanz zusammen. Bei sonnigem Wetter (was wir leider nur zu Beginn hatten) ein echtes Schmankerl, das auf jeden Schwarzwälder Herbstteller gehört. Im Nachhinein empfehlen wir, die Tour gegen den UZS, also umgekehrt zu unserer Runde, zu begehen. So liegen die etwas anspruchsvolleren Passagen am Schultiskopf im Aufstieg.

Wir starten am späten Vormittag an der Simonswälder Kirche und machen uns über den Zweitälersteig an die Aufgaben, die da kommen. Der ZTS ist eine hübsche 4,5-Etappen-Wanderung von und nach Waldkirch. Dessen drittes Teilstück ist heute unser Warmup. Bereits nach wenigen Minuten beginnt die Steigung zum Hörnleberg, unserem ersten von insgesamt elf Gipfeln. Die Wegführung ist angenehm, nur das grässlich stinkende indische Springkraut geht uns gehörig auf die Nerven. Bis zum Gipfel und der Wallfahrtskirche vergehen die 1:20h wie im Flug, und wir gönnen uns eine erste Rast. Zahlreiche Tagesausflügler sind vor Ort, nicht nur mit Wanderschuhen. Auch Mountainbiker und Biertrinker bevölkern den Aussichtshügel, der durch eine tolle Sicht ins Elztal überzeugt. Leider kündigt sich bereits die Kaltfront mit einigem Dunst an, sodass die Fernblicke zuden Vogesen heute ausfallen.

Für uns geht's nun an die Überschreitung diverser Hügel, durch welche das Kostgefäll nördlich begrenzt wird. Zunächst führt die Route durch hübschen Mischwald, gelegentlich aussichtsreich auf den Kamm und dort immer wieder die Seite wechselnd zum Tafelbühl, dessen höchster Punkt linkerhand im Wald liegt und über einen kleinen Pfad erreicht werden kann. Nach einer kleinen Senke geht es im Nadelwald auf den höchsten Punkt des Braunhörnle, gut 1h ab Hörnleberg, mit pompösem Rastplatz, Gipfelkreuz und Gipfelbuch, letztes eine Schwarzwälder Besonderheit, jedoch heute gleich zweimal vorhanden. Die Yacher Höhe ist dagegen wieder nur eine Bodenwelle, die wir ohne Pause überschreiten.

Nach diesem wenig ausgeprägten Berg legen wir noch eine kleine Schleife nach Norden ein, entspannen uns auf einem bequemen, abwärtsführenden Forstweg und überschreiten mit dem Passeck einen weiteren Gipfelpunkt, der keine nennenswerte Selbstständigkeit aufweist. Kaum auszumachende Schleppwege und allerhand Grünzeug bringen uns zurück zum durch die gelbe Raute markierten Wanderweg. Zugleich beginnt dann auch der eher unattraktive Teil der Tour: Die Traverse über den plateauartigen Rohrhardsberg, gut 1,5h ab Brunhörnle, zum Griesbacher Eck. Da wäre zunächst mal das Windrad zu passieren, welches die herrliche Landschaft dermaßen abwertet, dass es einem nur so graust. Energiewende hin oder her, ich hoffe irgendwer erfindet bald was effizienteres und schöneres, als diese landschaftsverschandelnden Stahlkolosse. Das Gelände ist ansonsten nämlich wirklich nicht unansehnlich, vor allem nach Norden kann der Blick weit schweifen. Nach dem Rohrhardberg gelangen wir über die bereits frisch gemähten und für den nahenden Winter vorbereiteten Loipenwege mit etwas Orientierungsschwierigkeiten dann doch noch rasch zum Griesbacher Eck. Die Vielzahl an Schleppwegen fordert den sicheren Umgang mit der Karte bzw. lässt ein GPS hilfreich erscheinen. Wir haben heute auch zum ersten Mal die kostenlose Smartphone Version von OSM ausprobiert. Fazit: Funktionert nicht schlecht, wäre mit Isohypsen aber noch schöner. Nach dem Griesbacher Eck steigen wir durch frisch umgepfüglten Wald und stehende Vollernter (wie war das nochmal mit dem Auerwild?) hinab zum Christenmoos.

Schließlich stehen noch der südliche Part und auch der höchste Punkt des Tages auf der heutigen ToDo-Liste. Ein Forstweg bringt uns zur Kohlhütte und wieder auf den Kamm, der noch einige ganz kurz aber knackige Anstiege bereithält. Das Obereck ist für uns heute der höchste Gipfel, leider bewaldet und daher eher wenig besucht, obwohl es sich um den dritthöchsten Berg im Mittleren Schwarzwald handelt. Der Wald behält auch weiterhin das Kommando, jedoch machen immer öfter eingelagerte Felspartien das Steigen abwechslungsreich und im aufkommenden Regen auf den Bergabpassagen auch etwas fordernder. Der Ibichkopf lohnt den Besuch eigentlich nicht, dagegen kann der gipfelbebuchte Schultiskopf ob seiner Position hoch über den Seitentälern des Simonswälder Tals als attraktives Ziel bezeichnet werden. Bliebe noch der Höllkopf, der kleine Giftzwerg, der sich nervigerweise in nun unschönem Wetter mit Wind und Regen mitten auf dem Wanderweg platzieren muss. Hilft ja nix, also drüber und gut. Danach ist's dann aber in Sachen Aufstieg auch durch.

Zahlreiche Serpentinen bringen uns über zwei Stufen hinab zum Gummeneck. Die letzten Hindernisse stellen die sumpfigen Wiesen, anhängliche Schafe und diverse zu übersteigende Stacheldrahtzäune dar. Dann haben wir die Runde komplett und sind uns einig, dass man die Tour bei durchgehend schönem Wetter noch mehr hätte genießen können. Aber auch so hat's wirklich Laune gemacht und die Kondition für anstehende Unternehmungen gepusht. Nachmachen durchaus empfohlen.

Hike partners: frmat, Benniben


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