Stockhorn - alpine Grattour mit tollen Ausblicken


Published by N_Altitude , 7 September 2017, 13h34.

Region: World » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike:10 August 2016
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Time: 1 days
Height gain: 450 m 1476 ft.
Height loss: 450 m 1476 ft.
Route:Bergstation Gornergrat - Hohtälli - Rote Nase - Bergstation Stockhorn - Stockhorn
Access to start point:MGB bis Zermatt, Gornergratbahn bis Gornergrat
Access to end point:MGB bis Zermatt, Gornergratbahn bis Gornergrat
Accommodation:div. Hotels in Zermatt, Gornergrat

Ich hoffe, es ist okay, Berichte nachzutragen, die schon etwas zurück liegen. Ich hatte mich ja erst kürzlich entschieden, nun selbst Berichte auf Hikr.org zu publizieren und möchte das nun künftig auch regelmässig tun. Ich erlaube mir, noch ein paar Touren nachzutragen, die ich für lesenswert halte, und zu dessen Gipfeln nicht so viele Beiträge vorhanden sind.

Nach Zermatt gehe ich nun schon seit einigen Jahren regelmässig zum Skifahren, und es ist auch das Zermatter Breithorn, welches mein erster Viertausender war. Im Winter beim Skifahren genoss ich immer schon die Aussicht von der Bergstation "Hohtälli", wo auch das Freeride-Gebiet beginnt (Gondel zur Roten Nase und 2 Skilifte). Es hat beim Hohtälli hinter den Gondelstationen 2-3 Bänkli mit einem wunderbaren Blick zu Monte Rosa, Lyskamm, den Zwillingen und Breithorn. 

Als ich mit einem Tourengspähndli im Sommer 2016 für einige Tage nach Zermatt fuhr, um mit ihm dann den Pollux zu besteigen, wählten wir (unter anderem) die Tour zum Stockhorn als eine Akklimatisationsunternehmung. Nebstdem, dass die Aussicht von der gesamten Gratwanderung aus einfach prächtig ist, habe ich mir auch versprochen, dass wir etwas alleine sein werden, was auch eintraf. Auf der gesamten Tour trafen wir unterwegs nur einmal einen Einzelgänger und bei der Rückkehr ein Päärchen an, welches aber nur bis zur Roten Nase traute und dann umkehrte.

Wir nahmen ein frühes Bähnli aufs Gornergrat und starteten direkt bei der Aussichts-"Plattform" (oder dem Aussichts-Fussballfeld haha, so gross ist das). Ein deutlicher Pfad führt hinüber zum Hohtälli, nirgends schwierig oder ausgesetzt, ein gut angelegter, wrw-markierter Bergwanderweg. Am ersten Drittel des Hohtälligrat-Rückens gibt es auch eine Abstiegsmöglichkeit zur Monte Rosa-Hütte, die wohl eher selten begangen wird, gemäss Karte mündet sie in den "Normalweg" zur Monte Rosa-Hütte ein. Wie gehabt, bis zum Hohtälli "normaler" Bergweg, etwa T3 (einmal kurze Stelle, eine Traverse, mit Seil gesichert, ist aber nicht zwingend nötig). Ganz kurz vor der Gondelstation Hohtälli muss man ein, zwei grosse Schritte machen oder die Hände etwas zur Balance zur Hilfe nehmen. Bei Nässe/Glätte wohl etwas unangenehm, aber sicher machbar.

Der Weiterweg zur Roten Nase präsentiert sich dann schon alpiner. Es gibt sogar ein Schild, auf welchem "Stockhorn" steht, damit ist aber die Bergstation Stockhorn gemeint, nicht der Gipfel. Der Wegverlauf ist meistens klar, teilweise bewegt man sich auf dem Grat, manchmal etwas in der Flanke, wobei das meist die südliche Flanke ist. Bei der Station "Rote Nase" muss man etwas schauen, wo's weiter geht, hier geht es teilweise etwas ausgesetzt in der südlichen Flanke weiter, zuletzt, vor der Bergstation Stockhorn, über etwas blockiges Gelände wo ein gewisser Wegfindungssinn gefragt ist. Es gibt aber mehrere Möglichkeiten - Achtung; es macht Sinn, sich den Weg hier (nur an dieser Stelle) etwas einzuprägen - sollte man auf dem Rückweg in Nebel geraten, ist es vielleicht nicht ganz so einfach, den Pfad nach dem Blockgelände wieder aufzufinden. Sobald man zu viel ab- oder aufsteigt (auf dem Rückweg), sollte einen das stutzig machen ;) 

Bei der Bergstation Stockhorn angekommen, machen wir nochmals eine Rast, um dann den nochmal recht einfachen Weiterweg anzugehen. Man kann entweder auf den Felsen gehen, oder je nach Verhältnissen auch auf dem Schnee, der wohl meist nordseitig am Grat liegt. Es gab keine Verwechtung und wir konnten den ganzen Verlauf gut einsehen, weshalb wir hauptsächlich auf dem, an dem Tag angenehm zu begehenden, Schnee liefen. Kurz vor dem Gipfel steilt der Grat ganz kurz für den Schlussaufstieg auf, ein grosser Steinmann bestätigt, dass hier der Schlussaufstieg ist. Zwei, drei Kletterzüge braucht es für den Gipfel, die aber nicht schwierig sind und nicht rechtfertigen, der Tour eine "I" oder "II" in die Bewertung zu pflanzen.

Die Rundsicht von diesem Gipfel ist sehr toll, ich denke, so nah kommt man per solch einfachem Gelände der Dufourspitze und Nordend nirgends sonst. Wo man hinschaut, schneebedeckte Viertausender! :) Einfach prächtig. Wir nehmen uns ordentlich Zeit, um den Gipfel zu geniessen - wir sind hier auch ganz alleine und machen ausgiebig Rast. Der Rückweg gestaltet sich problemlos, die Wegfindung unterhalb der Bergstation Stockhorn gelingt, und das Wetter hält noch.

Alles in allem kann ich das Stockhorn nur empfehlen als Tagesausflug. Mit seinen 3532m und dem tollen Rundblick weist die Wanderung, oder Tour, zum Stockhorn einen sehr alpinen Charakter auf und ist für Einsteiger wie mich bestimmt eine optimale Akklimatisationstour in/um Zermatt. Wie gesagt, die Wegfindung ist nicht schwierig, aber zwischen Bergstation Stockhorn und Rote Nase wäre es mir bestimmt nicht sooo wohl, wenn dicker Nebel aufzieht. Der lange Fahrplan der Gornergratbahn kann einen aber beruhigen, sollte man sich auf dem Rückweg tatsächlich etwas verhauen und mehr Zeit benötigen. Für die Tour hatten wir sicherheitshalber Steigeisen und Pickel dabei, eingesetzt haben wir diese jedoch nicht. Ich denke, im Hochsommer kann man die Tour, wenn es nicht gerade geschneit hat, gut als "alpine Wanderung" durchgehen lassen. Sobald etwas Schnee dazu kommt, muss man auf die Verhältnisse achten.

Ich hoffe, ich konnte Euch das Stockhorn etwas schmackhaft machen :) und wünsche allen viele tolle Erlebnisse in den Bergen.

Hike partners: N_Altitude


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