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Piz As-cha 2731 m - Einsamer Trabant des Piz Kesch


Published by Ivo66 , 10 June 2017, 19h28.

Region: World » Switzerland » Grisons » Albulatal
Date of the hike:10 June 2017
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 4:45
Height gain: 1000 m 3280 ft.
Height loss: 1000 m 3280 ft.
Route:Punts d'Alp - Val Plazbi - Alp Plazbi - As-cha P. 2523 m - Südflanke - Ostgrat - Piz As-cha - Nordflanke - Fora digl Kesch - P. 2412 m - Alp Plazbi - Punts d'Alp
Maps:1:25'000 Albulapass

Der Piz As-cha ist ein einsamer Fels- und Schrofengipfel auf einem langen, zerfurchten Gratausläufer, welcher vom Piz Kesch nach Süden über den Piz Pischa und zuletzt nach Osten verläuft, wo er dann steil ins Val Plazbi abbricht. Die Gegend im oberen Val Tuors, welches von Bergün auf einem Natursträsschen erreicht wird, erinnert in vieler Hinsicht an das Unterengadin: Nebst den schönen Steinhäusern ist auch das Landschaftsbild mit den herrlich duftenden Arvenwäldern südlich geprägt.


Der Piz Kesch, der höchste Gipfel Mittelbündens, ist ein kompliziert aufgebauter Berg mit unzähligen Gratausläufern, einsamen Tälern und unbekannten, kaum beachteten und begangenen Gipfeln, welche aber dennoch als stattliche, eigenständige Berge gelten dürfen. Nebst dem Piz Pischa, dem Piz Cotschen und dem Kesch Pitschen gehört der Piz As-cha auch dazu. Er hatte bis heute auf hikr.org. noch keinen Eintrag und dürfte sehr selten bestiegen werden.

Die Tour auf den Piz As-cha ist aber sehr lohnend, insbesondere in der von uns ausgeführten Variante mit dem steilen Aufstieg durch die Südflanke und dem anschliessenden Abstieg nach Norden durch die einsame Fora digl Kesch, einem riesigen Trichter am Fusse des Piz Kesch, bietet eine tolle, einfache Alpinwanderung. Den Gipfel wird man ohnehin für sich alleine haben - ich bin mir nicht sicher, ob er jedes Jahr menschlichen Besuch erhält - und auch die Bergwanderwege sind schwach frequentiert, hat man einmal die letzten Alphütten hinter sich gelassen. Die Landschaft ist an Schönheit ohnehin kaum zu überbieten. 

Was nebst all den landschaftlichen Schönheiten heute viel zu unseren Glücksgefühlen beitrug, war die erfreuliche Wetterentwicklung. Nach einem verheissungsvollen, sonnigen Start zogen bald dichtere Wolken am Himmel auf und sorgten mit etwas Wind für eher ungemütliche Verhältnisse. Doch genau bei unserer Ankunft auf dem Gipfel begann das Blau am Himmel zu dominieren und zusammen mit den inzwischen entstandenen Quellwolken ergab sich eine besonders schöne Stimmung.

Im SAC-Clubführer sind nicht besonders viele Informationen über den Piz As-cha zu finden; über eine "glatte Rasenhalde " sei er von Süden zu erreichen. Das Gras ist dort zwar steil, aber glücklicherweise nicht "glatt" sondern ordentlich gut gestuft, weshalb dieser Zustieg kaum grössere Probleme bereiten sollte, wenn man trittsicher ist.

Der Bergsommer hat definitiv begonnen. Jetzt können wir die Früchte des schneearmen Winters ernten, auch weil wir seit längerem von vorsommerlichen Wintereinbrüchen verschont blieben.

Routenbeschreibung:

Vom Parkplatz "Punts d'Alp" folgt man dem markierten Bergwanderweg in östlicher Richtung durch die Häuser hindurch und hält sich bei der ersten Abzweigung rechts. Man erreicht durch schöne Arven- und Lärchenwälder bald die Alp digl Chants, wechselnd auf Pfaden und Strässchen. Von den Alphütten folgt man weiter dem Fahrsträsschen durch das Val Plazbi, vorbei an der Hütte der Alp Plazbi. Der Weg ist nun Richtung "Fuorcla Pischa" ausgeschildert. 

Auf gut 2100 m. ü. M. steigt der nicht immer deutliche und eher spärlich markierte Pfad nach Osten die Hänge auf. Bei der Kehre bei P. 2523 m verlässt man den Weg nach Osten und steht vor dem Gipfelaufbau des Piz As-cha.

Den Ostgrat gewinnt man über eine steile Grashalde, wobei man sich am besten an eine wenig ausgeprägte Rinne hält, die rechts eines felsigen Aufbaus den Grat erreicht. Man folgt nach Ankunft auf dem Grat zunächst einem Wildwechsel in der Südflanke und steigt zuletzt über den gut begehbaren Grat, zuletzt eher in die Südflanke ausweichend zum Gipfel auf.

Abstieg durch die Fora digl Kesch:

Man geht auf der Aufstiegsroute zurück zur ersten Flachstelle im Ostgrat und steigt dort steil über Schrofen und Schutt in die Mulde ab. Man peilt nun P. 2412 m an, wo sich eine einfache Hütte befindet. Von dieser erreicht man in nordwestlicher Richtung in flachem Gelände die recht steile Ostflanke oberhalb der Alp Plazbi. Man kann nun eine Wegspur ausmachen, welche nach Norden führt. Dieser folgt man bis zur Alp Plazbi - sie wendet sich in der Folge nach Süden. Der Pfad ist im oberen Teil oft undeutlich, unten ist er dann nicht mehr zu verfehlen.

Auf dem Fahrsträsschen und auf der vom Aufstieg her bekannten Route kehrt man von der Alp Plazbi zum Ausgangspunkt zurück.

Hike partners: Ivo66, Lena


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Comments (2)


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Peter23 says: einsame Trabanten
Sent 14 June 2017, 16h07
Hallo Ivo und Lena
Einen tollen, unbekannten Trabanten habt Ihr da bestiegen. Hoffentlich bekommt Ihr irgendwann eine Auszeichnung vom SAC für zutrefffende Routenbeschreibungen und den Steinmännerbau.
Beste Grüsse
Peter

Ivo66 says: RE:einsame Trabanten
Sent 14 June 2017, 19h16
Hallo Peter

Vielen Dank. Ja, die SAC-Clubführer muss man manchmal etwas interpretieren können:-). Der Bündner Clubführer 6 gehört allerdings zu den besten dieser Werke und hat nur wenige Verhauer drin...

...ich liebe es, Gipfelsteinmänner zu bauen:-)

Herzliche Grüsse
Ivo


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