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Birkköpfe, Ödkarspitzen, Marxenkarspitze


Published by Westfale , 28 May 2017, 07h52.

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Date of the hike:26 May 2017
Hiking grading: T5- - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A   A-T 
Time: 11:00
Height gain: 2000 m 6560 ft.
Height loss: 2000 m 6560 ft.
Route:20km
Maps:AV Karte Karwendelgebirge Mitte 5/2

Dem AVF ist bezüglich der Birkköpfe verwunderlicherweise nicht ein einziges Wort zu entnehmen. Tourenberichte sind hier zwar vorhanden, so z.B. der Bericht von Wagemut *Mittlere Ödkarspitze über Birkköpfe, aber nicht sonderlich zahlreich, was die Überschreitung angeht. Selbst ADI und Co. waren offenbar noch nicht oben :-)

Wahrscheinlich stiehlt ihm die in direkter Nachbarschaft befindliche Prominenz der höchsten Karwendelspitzen die Schau.
Schade eigentlich, denn die Birkköpfe, sowie das benachbarte große Ödkar bestechen durch ihre Wildheit und Abgeschiedenheit und fordern so den Bergsteiger bezüglich Routenfindung und auch Ausdauer. Kletterfähigkeit im II. Grad ist an Einzelstellen mitunter auch gefragt.
Hilfreich für die Wegfindung sind auch die Berichte von Kardirk *Durchs wilde Ödkar auf die Ödkar- und Birkkarspitze und *Südlicher Birkkopf, unbekanntes Karwendel.

Beschrieben wird eine Rundtour bestehend aus Aufstieg über die Birkköpfe hin zu den Ödkarspitzen. Weiter zur Marxenkarspitze und Abstieg über das große Ödkar. Summa summarum ca. 11h reine Gehzeit und ca. 2000hm.

Los geht es an den Imkerhütten "bei den Flüssen", die man über den ersten Linksabzweig hinter den (angeblichen) Isarquellen erreicht. Dort Bike-Depot. Direkt gegenüber der Hütten ist ein undeutlicher Steig zu erkennen. Ich habe diesen genommen, obwohl es in der Karte so aussieht, dass der Einstieg erreicht wird, indem man der Richtung des auslaufenden Forstweges folgt.
Obwohl ich offenbar nicht den richtigen Weg genommen hatte ging es trotzdem gut bergan. Kurze Zeit später stand ich im Tratenwaldl vor den sich zeigenden Abbrüchen. Der Weg musste irgendwo linkshaltend, die Stufen umgehend, hinaufziehen. Das ahnte ich, dachte jedoch, es müsste auch möglich sein durch Erklettern der Platten im rechten Bereich der Wand aufzusteigen. Gesagt, getan. Jedoch keine gute Idee, da die Platten in Teilen recht brüchig und griffarm sind. Ein unangenehmer IIer würde ich sagen. Meine Resistenz, den richtigen Weg einzuschlagen wurde oben natürlich noch mit einem massiven Latschenkampf belohnt. Das war Strafe genug. Nach einigen Minuten (oder waren es Stunden?) fand ich dann jedoch die Wegschneise, deren Verlauf ich bis zu einer breiten Rinne folgte.
Hier dann der Abzweig zum Tratenköpfl, das ich ausließ und mich stattdessen in Richtung der sich aufschwingenden Birkköpfe orientierte. Weitgehend vergnügliches Abschreiten des Grates. Hier und da noch Schneereste und Wechten. Jedoch unproblematisch. Bei einem der Köpfe ist ein Abbruch durch Abklettern einer kaminartigen Steilrinne zu überwinden. Dies ist die Schlüsselstelle (II), jedoch alles machbar. Den letzten der Köpfe quert man westseitig in der Flanke. Bei mir lag noch komplett Schnee drin. Da ich Pickel und Steigeisen zur Vorsicht mitgeschleppt habe, habe ich damit bewaffnet die Querung gemacht. War aber eigentlich unnötig (sowie die ganze Tragerei dieses Geraffels heute. Hätte ich mal lieber ein Bier mitgenommen).

Die besagte Stelle ist ohne Schnee eventuell etwas unangenehm, falls Geröllauflage. Hierzu bitte Kommentare.

Nun unschwierig weiter zu den Ödkarspitzen. Kurz zur Östlichen, dann - vorbei am jämmerlichen Kreuz der Mittleren - die Überschreitung zur Westlichen. Da mir die Marxenkar noch in der Sammlung gefehlt hat, musste ich da auch noch rauf. Ebenfalls unschwierig. Dann der gemütliche Abstieg ins schöne Ödkar. Nach unten hin verengt es sich immer mehr und man ahnt geradezu, dass im Abstieg noch einige Abbrüche zu umgehen sind. Ob das ohne Verhauer ausgeht?
Natürlich nicht. Im Bereich "bei den Ständen" erreicht man einen tief eingeschnittenen Kessel dessen Steilabbrüche der Steig von oben gesehen rechtsseitig umgeht. Ich stand stattdessen oben links an einem Gamswechsel, der einem Grat in den Kessel hinab folgte. Sah unangenehm, aber machbar aus. Begleitet vom Gedanken, dass der "Steig" aber ganz schön zapfig ist, bin ich dann die IIer-Stellen abgeklettert, teilweise mit innigem Festhalten an Latschen. Unten dann im Rückblick die Erleuchtung bezüglich des richtigen Weges (siehe hierzu auch die Bilder).
Diese schaurig schöne Einlage hätte es jetzt so kurz vorm beim Bike-Depot wartenden Bierchen nicht gebraucht. 
Der Weiterweg ist im Prinzip harmlos. Es kommt allerdings später nochmal eine kleine Gratrippe, an der der Weg hinuntergeht. Hier ist auch nochmal ganz kurz Handanlegen gefragt (I-II).

Der Steig läuft dann - dort etwas zugewachsen - am Ödkarbach kurz vor dessen Mündung in die Isar aus.
Dort erstmal eine kurze Katzenwäsche im kalten Wasser und Rückmarsch zum Bike-Depot.
Alles in allem eine Top-Tour nach bester Karwendelart. Am meisten hat mich eingentlich das wilde Ödkar beeindruckt! Herrlich weltfremd und einsam dort!
Übrigens ist auf dieser Tour leider weit und breit kein Gipfelbuch vorhanden. Gerade auf den einsamen Birkköpfen wäre es schön, mal ein solches anzulegen, wenn sich jemand berufen fühlt. :-)

PS: Wie auch schon in den Berichten von Kardirk  und Wagemut  diskutiert wird, dürfte der Zustieg ins kleine Ödkar auch ein ganz schöner Klopper sein. Sieht vom großen Ödkar sehr verwegen aus..
















Hike partners: Westfale


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Comments (7)


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ReinerD says:
Sent 28 May 2017, 12h38
> Dem AVF ist bezüglich der Birkköpfe verwunderlicherweise nicht ein einziges Wort zu entnehmen


Bis zur 13.Auflage ist u.a. diese Gratüberschreitung noch beschrieben.

>Den letzten der Köpfe quert man westseitig in der Flanke. Bei mir lag noch komplett Schnee drin

was Du meinst ist P. 2583m (Birkkopf bzw. 2. von Norden , "markanter Eckkopf" )

Haben uns gestern bei der Karwendlreibn (Skitour) schon gefragt wer da unverständlicherweise derzeit ohne Ski in der Gegend unterwegs ist und hinterher wieder
Wegepunkte (P.2583m ) präsentiert, welche nach wie vor bei Hikr nicht betreten wurden ;-)

Ein paar Bilder hierzu vom Tag danach (27.Mai 2017)
P. 2583m von Norden

Ausblick von Mittlerer Ödkarspitze nach Süden

Ausblick von Westlicher Ödkarspitze nach Westen

Grosse Seekarspitze Blick nach NordOst

Ansonsten schade dass Deine Bilder derart klein und stark komprimiert sind
sodass die Schönheit des Karwendels nicht mehr zur Geltung kommt.

Westfale says:
Sent 28 May 2017, 16h37
Servus Reiner,
Danke für den Kommentar! Am 26.7. waren übrigens auch ein zwei Tourengeher über die Ödkarspitzen unterwegs.

Ich habe die 16. Auflage des AVF. Irgendwo steht dort, dass der Führer in späteren Auflagen bezüglich scharfer Klettereien (>III) ausgedünnt wurde. Fraglich warum dann die Birkköpfe rausgeflogen sind? Naja, zum Glück gibt es ja hikr.
Deine Bilder geben etwas mehr her, zugegeben. Ich bin leider zum komprimieren gezwungen, habe aber noch keinen Stellhebel gefunden, die maximalen 2MB nur knapp zu unterschreiten. Derzeit komme ich so auf ca. 300kB pro Foto.

Ski-Fahren kann ich als Flachland-Tiroler nicht. Vermisse die Pistengaudi auch nicht im geringsten. Wobei ich natürlich auf die Tourengeher zugegeben öfter neidische Blicke richte! :-)

stefanl78 says: Herrliche Gratüberschreitung, gigantische Aussich
Sent 28 July 2019, 02h05
War heute oben, bin wie du über die unangenehmen Platten und eine gute halbe Stunde im Latschendickicht. Doch die Birkköpfe in Verbindung mit den Ödkarspitzen entschädigen für die Strapazen :-)

Westfale says: RE:Herrliche Gratüberschreitung, gigantische Aussich
Sent 29 July 2019, 09h42
Hammertour, oder? Hast Du den Bericht vor der Tour gekannt? Würde mich wundern, wenn Du die Route von mir durch die Latschen freiwillig nachgegangen bist :-)

stefanl78 says: RE:Herrliche Gratüberschreitung, gigantische Aussich
Sent 29 July 2019, 18h25
Die Tour ist absolute Weltklasse! Ich habe die Berichte zu den Birkköpfen alle durchgelesen, naja eher überflogen ;-) Die Platten sahen von unten verlockend aus, allerding sehr griffarm. In den Latschen habe ich zigmal geflucht, ca. 30 min. für 500 m. Dennoch: für mich - neben der Hauptkammüberschreitung von Riedlkarspitze bis Birkkarspitze via Marxenkarspitze - ganz oben auf der Bestenliste im Karwendel. Wenn das Wetter stabil ist werde ich die Tour wiederholen und noch Birkkar- und Kaltwasserkarspitze dranhängen.

Westfale says: RE:Herrliche Gratüberschreitung, gigantische Aussich
Sent 30 July 2019, 09h13
Da stimmen wir überein. Für mich ebenfalls weit oben in der Bestenliste. Interessante Idee mit Übergang zur Kaltwasserkarspitze. Dürfte auch eine runde Sache sein.. Dann bitte mit Bericht!

stefanl78 says: RE:Herrliche Gratüberschreitung, gigantische Aussich
Sent 30 July 2019, 21h36
Mach ich :-) Wenn dich die Kombination Birkkarspitze und KaWaKa interessiert: http://www.hikr.org/tour/post135627.html


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