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Strel 2674 m - Einsame Dolomitburg hoch über dem Landwassertal


Published by Ivo66 Pro , 27 May 2017, 19h50.

Region: World » Switzerland » Grisons » Albulatal
Date of the hike:27 May 2017
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 5:45
Height gain: 1300 m 4264 ft.
Height loss: 1300 m 4264 ft.
Route:Wiesen - Raiweng - Alp Nova - Hüttenbödeli - Alteiner Fürggli - Südflanke - Strel
Maps:1:25'000 Filisur

Der Strel ist ein einsamer Dolomitberg auf der langen Gratkette, welche im Westen beim Pizza Naira südlich des Arosa Rothorns beginnt und sich über zahlreiche Gipfel fortsetzt bis zur Davoser Weissfluh. Die Berglandschaft um das Albula- und Landwassertal bietet unglaubliche Schönheiten, Weite und Ausblicke, wird aber kaum von Bergwanderern besucht.

Bei 18 °C starteten wir im idyllischen Wiesen, welches bereits zur Landschaft Davos gehört, den Aufstieg durch die endlosen, herrlich duftenden Wälder, gespickt mit Arven und Legföhren. Beim Austritt aus dem Bergwald erwartete uns jedoch ein kalter Wind, der uns über längere Zeit begleitete und uns die Jacken aus dem Rucksäcken fischen liess.

Länger waren wir nicht mehr in diesem einsamen Gebiet unterwegs; wie immer waren wir angetan vom offenen Gelände; je höher man steigt, desto eindrucksvoller wird die Szenerie. Man hat das Gefühl, die Alpen mit ihren sonst engen Tälern und schroffen Bergen seien genau hier für einen kurzen Moment unterbrochen. Dementsprechend gestaltet sich aus die Aussicht vom Gipfel.

Waren wir bis etwa 2400 m. ü. M. im schönsten Bergfrühling unterwegs - die Anemonen schossen überall aus dem Boden - lag dann in der Ebene am Fusse des Gipfels doch noch reichlich Schnee, den wir zum Teil geschickt umgingen, teilweise aber auch traversieren mussten. Meistens - aber nicht immer - waren die Schneefelder tragend und erlaubten dennoch ein zügiges Weiterkommen.

Den Strel selbst bekommt man bei diesem Aufstieg nur vorübergehend mal zu Gesicht und auch dann nur den obersten Gipfelbereich. Erst nach fast 3 Stunden erblickten wir den Gipfelaufbau erstmals in seiner Gesamtheit. Die ideale Route für den Schlussaufstieg war rasch ausgemacht; das Gelände wird gegen den Gipfel immer steiler, unterbrochen von einer Felsbarriere, welche wir linksseitig durch einen Riss durchkletterten (T4). Im Abstieg nutzten wir dann Schrofengelände, welches auch für den Aufstieg einfacher, aber weniger abwechslungsreich (T3) gewesen wäre. Der SAC-Clubführer "Ringelspitz Arosa/Rätikon" vergibt dennoch ein T4 und liegt wie oft auf dieser Bergkette einen Grad zu hoch...

Die herrliche Aussicht auf dem Gipfel genossen wir bei gutem Bündnerfleisch ausgiebig. Weit und breit waren keine Menschen auszumachen. Der Abstieg ging dann zügig voran, wir konnten uns an unsere Spuren im Schnee halten. Ein Schneehuhnpaar ergriff die Flucht vor uns - die prächtigen Vögel hatten wohl nicht mit menschlichem Besuch gerechnet. Noch einmal konnten wir den unnachahmlichen Duft der vielen Legföhren aufsaugen. In dieses tolle Berggebiet werden wir sicher wieder zurückkehren.

Routenbeschreibung:

Wiesen - Alp Nova (T2)
Beim Volg folgt man dem Strässchen durch das Dorf in nördlicher Richtung (Wegweiser u. a. Richtung "Alteiner Fürggli"). Das Strässchen steigt beim Wegweiser am Dorfende wieder etwas ab zu einer Brücke über den Bach. Wir stiegen in der Folge über einen nicht mehr markierten Weg ziemlich direkt zur Alp Nova auf. Der Pfad ist in der Landkarte noch eingezeichnet und gut zu finden. Der aktuelle "offizielle" Bergwanderweg nimmt einen Umweg in Kauf. 

Alp Nova - Alteiner Fürggli (T2)
Dieser Wegabschnitt ist gut markiert und ausgeschildert. Zeitweise sind recht steile Halden zu queren, auf schmalen Pfaden.

Alteiner Fürggli - Strel (T3, einfachste Variante, sonst bis T4)
Man steigt direkt durch die Südflanke hoch - das Gelände wird zunehmend steiler. Die einfachste Variante ist, in Aufstiegsrichtung gesehen rechts des Felsriegels über Schutt und Schrofen. Wir stiegen links des Felsriegels durch einen Riss auf (kurz T4, I) und in der Folge über Dolomitgeröll.


Hike partners: Ivo66, Lena


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